Guten Tag Werner,
als jemand der sich bei der Dimensionierung seiner WP schon manche Gedanken machen musste (ich hatte da selbst einige Lernkurven, wie manche hier wissen), möchte ich ergänzen: Der SCOP ist tatsächlich der praxisnähere Wert, ABER - und das ist entscheidend - nur wenn man die gleiche Normgrundlage und die gleiche Klimazone vergleicht.
Ich habe bei mir damals festgestellt, dass Hersteller A seinen SCOP mit Klimazone Straßburg angibt und Hersteller B mit einer anderen Referenz. Das macht direkte Vergleiche fast unmöglich. Ich würde empfehlen: Den SCOP als ersten Filter nutzen, aber dann konkret die COP-Kurven über den Temperaturbereich anschauen. Viele Hersteller veröffentlichen die mittlerweile.
Für einen Altbau aus den 1960ern, wie ich ihn selbst habe, ist der Teillastbetrieb und das Verhalten bei niedrigen Außentemperaturen wirklich das Entscheidende. Da hilft der Jahresmittelwert SCOP nur bedingt weiter.
Da kann ich Fischer nur zustimmen. Die Hilfsenergien sind wirklich ein oft vergessener Punkt.
Ich hab mich bei meiner Anlage (läuft jetzt seit zwei Jahren) auch intensiv mit SG-Ready und Betriebsoptimierung beschäftigt - da merkt man dann in der Praxis, dass die nominalen Werte aus dem Datenblatt eben Laborbedingungen sind. Meine WP erreicht ihren Prospekt-SCOP ungefähr, aber nur weil ich die Anlaufzeiten und Taktung optimiert habe.
Für Werner konkret: Schau dir neben SCOP und COP unbedingt an, ob der Hersteller Leistungskurven über den Temperaturbereich veröffentlicht. Die guten Hersteller machen das transparent, bei anderen musst du danach suchen oder beim Händler anfragen. Wenn da nichts kommt, ist das schon ein Zeichen.
Hey Werner, gute Frage! Ich hab mich das vor meinem Kauf auch gefragt und mich dann intensiv eingelesen. Kurze Antwort: Beide Werte haben ihre Berechtigung, aber für den Alltag ist der SCOP näher an der Realität.
Der COP bei A7/W35 ist super zum Vergleichen zwischen Geräten, aber er sagt dir nichts darüber, wie die WP bei A-7 oder bei A15 performt. Der SCOP versucht das über ein ganzes Jahr zu mitteln - klingt erstmal besser, hat aber die Tücken die du schon beschreibst. Die Klimazonen (Straßburg, Helsinki, Athen) sind halt Näherungen.
Für deinen Altbau würde ich zusätzlich unbedingt auf den COP-Wert bei niedrigen Außentemperaturen achten, also A-7/W55 oder ähnliches. Wenn du höhere Vorlauftemperaturen brauchst, ist das der kritische Betriebspunkt. Den SCOP mit Wärmezone H2 (Mitteleuropa) als Referenz nehmen, das passt für Deutschland ganz gut.
Ich hab damals auch den Gas vs. WP Thread hier verfolgt, da wurde das ähnlich diskutiert.