Hi Leute,
ich bin ziemlicher Neuling bei Wärmepumpen und komme bei der Heizkurve nicht so recht klar. Meine Viessmann WP läuft seit einem Jahr, aber ich hab das Gefühl, dass ich da noch Optimierungspotential hab.
Das Problem: Ich versteh nicht richtig, was genau der Unterschied zwischen Steigung und Parallelverschiebung ist. Der Heizungsbauer hat beim Einbau irgendwas von "0.6 Steigung und +2K Parallele" gesagt, aber ehrlich gesagt war ich damals einfach froh dass alles läuft.
Jetzt im Sommer hab ich Zeit mich damit zu beschäftigen, bevor im Herbst wieder geheizt wird. Kann mir jemand das mal verständlich erklären? Welche Werte sollte ich an warmen Tagen mal testen? Und gibt's ne Faustregel, in welche Richtung ich drehen muss wenn's zu warm oder zu kalt wird?
Meine Fußbodenheizung braucht laut Hydraulik-Plan max. 35°C Vorlauf bei -12°C Außentemperatur. Aktuell schwankt die Raumtemperatur aber zwischen 19 und 23 Grad, je nach Zimmer. Das kann doch nicht normal sein, oder?
Freue mich über eure Tipps!
Gruß
Lukas
Hi Lukas,
ganz wichtig: Die Heizkurve hat verschiedene Parameter und jeder Hersteller nennt sie anders. Bei Viessmann ist es meistens "Neigung" und "Niveau". Das entspricht Steigung und Parallelverschiebung.
Wie ich schonmal geschrieben hab, ist die richtige Einstellung entscheidend für die Effizienz. Eine zu steile Kurve verschlechtert die Jahresarbeitszahl erheblich.
Deine 19-23°C Schwankung deutet auf einen schlechten hydraulischen Abgleich hin. Das solltest du unbedingt nochmal prüfen lassen, bevor du an der Heizkurve rumspielst. Sonst optimierst du am falschen Ende.
Grüße
L.Weber
Hi,
kann Thomas nur zustimmen. Hab neulich auch mit Einstellungen experimentiert - wichtig ist wirklich Geduld zu haben.
Bei der Raumtemp-Schwankung: Check erstmal ob alle Räume gleich viele Heizkreise haben und ob die Stellantriebe richtig funktionieren. Oft liegt's gar nicht an der Heizkurve sondern am hydraulischen Abgleich.
Für den Test im Herbst: Fang mit kleinen Schritten an, 0,1 bei der Steigung oder 1K bei der Parallelen. Und ja, bei FBH dauert alles länger wegen der Trägheit.
Hallo Lukas,
das ist eine sehr häufige Frage bei Neulingen. Die Steigung bestimmt, wie stark sich die Vorlauftemperatur bei Änderung der Außentemperatur verändert. Bei 0,6 Steigung bedeutet das: Pro Grad kälter draußen wird der Vorlauf um 0,6 Grad wärmer.
Die Parallelverschiebung (+2K) verschiebt die gesamte Kurve nach oben oder unten. Wenn dir überall 2 Grad zu kalt ist, erhöhst du die Parallele um 2K.
Bei deinen 35°C Auslegung und Schwankungen 19-23°C würde ich erstmal die Parallele um 1-2K reduzieren und schauen ob's gleichmäßiger wird. Die Steigung 0,6 klingt für FBH erstmal ok.
Tipp: Änder immer nur einen Wert und warte 2-3 Tage bis sich alles eingependelt hat. Im Sommer kannst du das schlecht testen - warte lieber bis es wieder 10-15°C hat draußen.
Gruß
Thomas
Moin,
kurz und knapp: 0,6 Steigung ist für FBH oft zu hoch. Ich würde erstmal auf 0,4 oder 0,5 runter und dann die Parallele entsprechend anpassen.
Aber ehrlich - im Juni die Heizkurve optimieren ist bisschen wie im Dezember den Pool einzustellen 😅 Wart bis September/Oktober, dann siehst du was wirklich passiert.