Hallo zusammen,
ich habe seit letztem Herbst eine Luft-Wasser-Wärmepumpe (Viessmann Vitocal 200-A) und heize damit ein Einfamilienhaus aus den 90ern, ca. 140m², Mischung aus Fußbodenheizung im EG und Heizkörpern im OG. Die Anlage läuft eigentlich ganz gut, aber ich merke, dass ich die Vorlauftemperaturregelung nie wirklich verstanden habe - ich hab das im Herbst vom Installateur einstellen lassen und seitdem nicht mehr angefasst.
Jetzt im Sommer frage ich mich: Sollte ich die Heizkurve bzw. die Vorlauftemperatur manuell anpassen, oder macht die WP das automatisch? Im Moment steht sie auf Sommerbetrieb (kein Heizbetrieb), aber ich plane, im Herbst selbst mal an den Einstellungen zu drehen, bevor ich wieder friere weil ich zu spät reagiert hab wie letztes Jahr.
Konkret würde mich interessieren:
- Was ist der Unterschied zwischen der Heizkurve und der maximal eingestellten Vorlauftemperatur? Das verwechsel ich dauernd.
- Gibt es eine Faustregel, wo man im Herbst starten sollte?
- Kann ich was kaputt machen, wenn ich falsch einstelle?
Ich bin kein Techniker, aber ich lese mich gerne ein. Wär super wenn das jemand in einfacher Sprache erklären könnte. Danke!
Kurz und knapp: Faustregel für den Herbststart mit Heizkörpern im OG - lieber die Kurve erst etwas steiler lassen und dann flacher machen, nicht andersrum. Frieren ist blöder als einmal zu viel Wärme produzieren.
Ich lese hier öfter mit und möchte noch einen Aspekt ergänzen, der mir wichtig erscheint und bisher nicht erwähnt wurde.
Bei einer Mischinstallation wie Ihrer (FBH unten, Heizkörper oben) sollten Sie unbedingt prüfen, ob die Heizkreise hydraulisch getrennt sind - also ob ein Mischventil oder eine Weiche vorhanden ist. Falls ja, gibt es möglicherweise zwei separate Heizkurven: eine für den FBH-Kreis und eine für den Heizkörper-Kreis. Das ist bei Viessmann-Anlagen durchaus üblich.
Das klingt nach mehr Komplexität, ist aber eigentlich eine gute Sache - Sie können dann beide Kreise optimal einstellen. Bei meiner Situation (ich hab eine Luft-Luft-Anlage, also etwas anderes) hab ich ähnliche Fragen zur Zonenregelung gehabt und musste erstmal verstehen, welcher Regler für welchen Bereich zuständig ist.
Lassen Sie sich von Ihrem Installateur beim nächsten Termin zeigen, wie Ihre Anlage hydraulisch aufgebaut ist und welche Parameter zu welchem Kreis gehören. Das ist die Basis - ohne dieses Verständnis tappen Sie bei der Einstellung im Dunkeln.
Hi TechTom,
da kann ich ein bisschen was dazu sagen, ich hab mich mit dem Thema intensiv beschäftigt, weil ich für meinen Altbau (Baujahr 1932, Heizkörper) ähnliche Fragen hatte - ich hab das damals auch im Altbau-Thread hier diskutiert.
Kurz zum Unterschied, den du fragst: Die Heizkurve bestimmt, wie stark die Vorlauftemperatur bei sinkender Außentemperatur steigt - also die Steigung. Die maximale Vorlauftemperatur ist sozusagen die Obergrenze, die die Anlage nicht überschreiten darf. Beides beeinflusst sich gegenseitig, aber es sind unterschiedliche Parameter.
Kaputt machen kannst du durch falsche Einstellungen eigentlich wenig, solange du nicht extrem hohe Maximaltemperaturen einstellst (bei FBH über 45°C wäre ich vorsichtig). Was passiert meistens: Entweder wird's zu kalt (Kurve zu flach) oder die WP taktet häufig weil sie zu schnell auf Solltemperatur kommt (Kurve zu steil).
Für den Herbststart würde ich dir empfehlen, erstmal die Herstellerdokumentation für deine Vitocal zu lesen - Viessmann hat da recht verständliche Anleitungen. Und dann in kleinen Schritten anpassen, nie alles auf einmal.