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Außentemperaturführung oder Raumthermostat – was ist im Alltag besser?

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Heinz B.
Beiträge: 5
Themenstarter
(@h-brettschneider)
Active Member
Beigetreten: Vor 1 Monat
[#121]

Hallo zusammen,

ich bin seit einigen Monaten stolzer Besitzer einer Luft-Wasser-Wärmepumpe und versuche gerade, die Regelung besser zu verstehen. Bisher läuft alles über die außentemperaturgeführte Regelung, also die Heizkurve wird anhand der Außentemperatur berechnet – das hat mein Installateur so eingestellt und meinte, das sei für Wärmepumpen eigentlich die 'richtige' Methode.

Jetzt hab ich aber von mehreren Seiten gehört, dass manche Leute zusätzlich oder alternativ einen Raumthermostat verwenden, der die tatsächliche Raumtemperatur als Führungsgröße nimmt. Das klingt für mich intuitiv eigentlich logischer – schließlich will ich ja eine bestimmte Raumtemperatur erreichen, nicht irgendeine Vorlauftemperatur.

Meine Fragen:
- Was sind die praktischen Vor- und Nachteile beider Ansätze im echten Betrieb?
- Kann man beides kombinieren, und wenn ja, wie?
- Reagiert die außentemperaturgeführte Regelung wirklich schnell genug, wenn z.B. durch Sonneneinstrahlung die Raumtemperatur plötzlich steigt?

Das letzte Beispiel ist übrigens gerade sehr aktuell – bei den Temperaturen draußen (38°C heute!) heizt die Sonne unseren Wohnraum ordentlich auf, und ich frage mich ob die WP da klug genug reagiert oder ob da ein Raumthermostat besser wäre.

Bin für jeden Erfahrungsbericht dankbar!


3 Antworten
AltbauSkepsis44
Beiträge: 52
(@altbauskepsis44)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Ich seh das etwas anders als WolfgangH, zumindest was den Praxisnutzen angeht.

Theoretisch klingt die Außentemperaturführung elegant. In einem gut gedämmten Neubau mag das auch prima funktionieren. Aber ich sitze hier in einem Altbau Baujahr 1962, und da ist die Realität eine andere. Die Wände reagieren träge, die Wärmeverteilung ist ungleichmäßig, und die Heizkurve, die mein Installateur eingestellt hat, passt mal besser, mal schlechter – je nachdem ob Wind geht, ob die Sonne reinscheint oder ob drei Leute im Wohnzimmer sitzen.

Ich hab mich in letzter Zeit intensiv mit den Gesamtkosten verschiedener Systeme beschäftigt (wer meine Beiträge kennt weiß das), und bin ehrlich gesagt skeptisch ob der Aufwand für eine perfekt kalibrierte Außentemperaturführung im Altbau realistisch ist ohne professionelle Einmessung. Viele Installateure stellen da irgendwas ein und fertig.

Ein einfacher Raumthermostat als Notbremse – zumindest um komplettes Überheizen zu verhindern – macht bei mir jedenfalls Sinn. Gerade jetzt im Sommer, wo die WP eh nicht heizt, aber sobald es im Herbst losgeht, will ich nicht wieder schwitzend durch die Bude laufen weil die Heizkurve noch auf Winterbetrieb steht.


Antwort
WolfgangH
Beiträge: 57
(@wolfgangh)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Das ist eine Frage, die immer wieder auftaucht, und die Antwort ist leider nicht schwarz-weiß.

Die außentemperaturgeführte Regelung ist für Wärmepumpen tatsächlich die bevorzugte Methode – und das aus gutem Grund: Die WP kann vorausschauend arbeiten, weil die Außentemperatur ein früher Indikator für den Wärmebedarf ist. Wenn draußen 5°C sind, weiß das System schon, dass es heizen muss, bevor der Raum überhaupt abkühlt. Das vermeidet unnötiges Takten. Ich hab das übrigens auch im Thread zur WP-Effizienz bei Extremtemperaturen erwähnt – das Grundprinzip ist ähnlich: die WP braucht einen stabilen, vorhersehbaren Eingangswert.

Dein Hinweis mit der Sonneneinstrahlung im Sommer ist aber berechtigt. Die außentemperaturgeführte Regelung kennt keine internen Wärmegewinne – weder Sonne noch Kochen noch viele Personen im Raum. Ein Raumthermostat kann das abfangen, ist aber als alleinige Führungsgröße für WP problematisch, weil er zu träge reagiert und die WP dann stark taktet.

Die sinnvolle Kombination: Außentemperaturführung als Basis, Raumthermostat als Korrekturgröße (sogenannte Raumaufschaltung). Viele Regler unterstützen das. Ob dein Gerät das kann, steht im Handbuch unter 'Raumeinfluss' oder ähnlich.


Antwort
Markus T.
Beiträge: 8
(@markust87)
Active Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Kurz gesagt: Außentemperaturführung für die WP-Effizienz, Raumthermostat höchstens zur Korrektur. Beides zusammen geht, aber der Raumthermostat sollte nie die alleinige Steuerung übernehmen – sonst taktet die Kiste wie verrückt und der COP geht in den Keller. Hab ich selbst durch, war keine schöne Heizperiode.


Antwort
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