Hallo zusammen,
stehe vor einer größeren Entscheidung und brauche euren Rat. Wir haben einen Altbau von 1932, Backsteinhaus, 180m² Wohnfläche über zwei Etagen. Das Dach ist gedämmt, Fenster wurden 2019 erneuert, aber die Wände sind noch original. Aktuell läuft eine 30 Jahre alte Gasheizung mit gusseisernen Heizkörpern.
Nun steht die Entscheidung an: Gasheizung modernisieren oder auf Wärmepumpe umsteigen? Der Installateur meinte, mit den alten Heizkörpern würde keine WP vernünftig laufen, weil die zu hohe Vorlauftemperaturen brauchen. Komplett auf Fußbodenheizung umbauen ist aber finanziell gerade nicht drin - das wären nochmal 25.000€ extra.
Gibt es vielleicht WP-Systeme die auch mit höheren Temperaturen gut arbeiten? Oder könnte man erstmal nur die kritischen Räume umrüsten? Bei den aktuellen Sommertemperaturen denke ich auch schon an Kühlung - das ginge ja mit einer WP auch.
Hat jemand Erfahrungen mit ähnlichen Sanierungen? Welche Optionen habe ich realistisch?
Hallo Tobias! Das Thema kenne ich gut - hatte letztes Jahr auch nach WP mit Kühlung gesucht. Bei deinem Baujahr würde ich nicht sofort aufgeben. Erstmal eine vernünftige Heizlastberechnung machen lassen - oft ist der Wärmebedarf nach Fenstertausch deutlich niedriger als gedacht. Dann kannst du schauen, ob größere Heizkörper in den Haupträumen reichen. Viele moderne Luft-Wasser-WPs schaffen auch 60-65°C, wenn sie richtig dimensioniert sind. Gerade bei den heißen Sommern wie jetzt ist die Kühlfunktion echt Gold wert. Lass dir am besten mehrere Angebote machen und nicht sofort abschrecken lassen!
Würde nicht überstürzen. Hybrid-Lösungen sind oft unterschätzt. Neue Gas-Brennwerttherme + kleine WP für Sommer und Übergang. So nutzt du die Vorteile beider Systeme und kannst später immer noch komplett umsteigen wenn mehr Geld da ist.
Moin! Kann Marcus verstehen, aber es gibt auch Zwischenlösungen. Hochtemperatur-WPs von Viessmann oder Dimplex schaffen bis 70°C - kostet zwar mehr Strom, aber geht. Alternativ erstmal Hybrid-System: WP für Grundlast, Gas für Spitzenzeiten. Hatte das mal für PV-Kombis recherchiert. Bei 180m² würde ich aber trotzdem raten: zumindest Dachbodendämmung verbessern und größte Heizkörper tauschen. Dann läuft auch ne Standard-WP.
Also ich seh das eher kritisch. Altbau von 1932 ohne Wanddämmung ist schon ne Hausnummer. Bei meiner WP-Suche haben mir mehrere Fachbetriebe gesagt: ohne vernünftige Dämmung wird's teuer. Die Heizkörper sind da noch das kleinere Problem. Du heizt quasi die Straße mit. Würde ehrlich überlegen, erstmal in die Gebäudehülle zu investieren - Außendämmung, dann WP. Alles andere ist Geldverschwendung bei den Strompreisen.