Hallo zusammen,
wir planen gerade unsere neue Heizung für unser Einfamilienhaus (Baujahr 1998, 140qm, gedämmt) und stehen vor einer schwierigen Entscheidung.
Angebot 1: Sole-Wasser-WP mit 2 Bohrungen à 80m - Gesamtkosten 45.000€
Angebot 2: Luft-Wasser-WP Monoblock - Gesamtkosten 30.000€
Der Unterschied von 15.000€ ist schon heftig. Bei der aktuellen Zinssituation bedeutet das monatlich ca. 90€ mehr Kreditrate über 20 Jahre.
Der Installateur meint, die Erdwärmepumpe würde pro Jahr etwa 800-1000 kWh weniger Strom verbrauchen. Bei 30 Cent/kWh wären das maximal 300€ Ersparnis jährlich. Das heißt, die Mehrkosten würden sich frühestens nach 50 Jahren amortisieren - das kann doch nicht stimmen?
Wie sind eure Erfahrungen? Macht eine Erdwärmepumpe bei den aktuellen Preisunterschieden überhaupt noch Sinn? Oder übersehe ich wichtige Faktoren wie längere Lebensdauer, geringere Wartungskosten etc.?
Wäre super, wenn ihr eure Erfahrungen teilen könntet!
Also ich würde ehrlich gesagt bei den Kosten zur Luftwärmepumpe tendieren. Klar, Erdwärme ist theoretisch effizienter, aber 15.000€ Unterschied ist schon krass.
Bei uns (ähnliches Haus, Baujahr 2005) läuft seit 3 Jahren eine Luft-Wasser und ich bin sehr zufrieden. JAZ liegt bei 4,2 im Durchschnitt, auch im Winter. Die modernen Geräte sind echt gut geworden.
Mit den 15k Unterschied kannst du dir ne ordentliche PV-Anlage aufs Dach bauen - dann wird der Strom für die WP deutlich günstiger. So hab ich's gemacht und bereue nix.
Wartung ist auch überschaubar - einmal im Jahr Sichtprüfung, alle 2-3 Jahre Service. Kostet vielleicht 200€ pro Jahr.
Moment mal, hier wird viel zu optimistisch gerechnet!
800-1000 kWh Unterschied pro Jahr? Das ist viel zu wenig angesetzt. Bei einem 140qm Haus mit ordentlicher Dämmung reden wir eher von 1500-2000 kWh Unterschied, besonders wenn man die passive Kühlung mitrechnet.
Aber selbst dann: Bei aktuell 30 Cent/kWh (die werden eher steigen) sind das maximal 600€ Ersparnis pro Jahr. 15.000€ Mehrkosten ÷ 600€ = 25 Jahre Amortisation. Das ist grenzwertig.
Dazu kommt: Bohrungen können schiefgehen, Genehmigungen dauern ewig, und in manchen Gebieten ist Erdwärme komplett verboten wegen Wasserschutz.
Mein Rat: Luftwärmepumpe nehmen, Geld sparen und in 15 Jahren schauen was der Markt dann bietet. Die Technik entwickelt sich so schnell, dass heute getroffene 20-Jahres-Entscheidungen oft obsolet werden.
Hey SilentHeat_87,
die Rechnung vom Installateur klingt erstmal plausibel, aber du vergisst ein paar wichtige Punkte. Bei meiner Recherche damals hab ich gelernt, dass Erdwärmepumpen deutlich länger halten - oft 25-30 Jahre vs. 15-20 Jahre bei Luftwärmepumpen.
Außerdem: Die Stromersparnis wird über die Jahre größer, weil Luftwärmepumpen mit zunehmendem Alter schlechter werden. Nach 15 Jahren ist der COP oft um 15-20% schlechter. Bei Sole-Wasser bleibt die Effizienz konstant.
Und ganz wichtig: Im Sommer kannst du mit der Erdwärme passiv kühlen - das spart nochmal richtig Geld bei den heißen Sommern wie jetzt. Meine Nachbarn zahlen im Juni locker 150€ für die Klimaanlage.
Trotzdem sind 15k Mehrkosten heftig. Hast du schon mal nach günstigeren Bohrfirmen geschaut?