Hallo zusammen,
stehe vor einer schwierigen Entscheidung und brauche mal euren Rat. Wir haben ein Reihenhaus von 1965, Baujahr typisch für die Zeit - 14cm Wände, Eternit-Dach, teilweise saniert aber nicht auf Neubaustandard. Jetzt muss die alte Gasheizung raus und ich schwanke zwischen zwei Optionen:
1) Reine Luft-Wasser-WP mit 12-14 kW (laut Heizlastberechnung)
2) Hybrid-Lösung: kleinere WP (8kW) + Gas-Brennwert als Spitzenlast
Der Installateur drückt sehr auf die Hybrid-Variante, sagt das wäre viel wirtschaftlicher im Bestand. Aber ehrlich gesagt bin ich skeptisch - will der nur seine teure Gas-Kombi verkaufen?
Was sind eure Erfahrungen? Ich seh bei den Nachbarn im Neubaugebiet dass die alle nur WP haben und super zufrieden sind. Aber die haben halt auch gedämmte Häuser...
Bin gerade auch am überlegen ob ich das Projekt noch diesen Sommer angehe oder bis nach dem Urlaub warte. Was meint ihr?
Sorry, aber ich muss da mal Klartext reden. Das was S.Richter schreibt bestätigt doch genau meine Befürchtungen - "höhere Stromkosten als gedacht".
Helmut, lass dir nix vormachen! Eine WP im ungedämmten Altbau ist oft ein Verlustgeschäft. Hybrid macht absolut Sinn wenn richtig dimensioniert. WP bis 2°C Außentemp, dann Gas-Brennwert für die kältesten Tage. So holst du dir das beste aus beiden Welten.
Der Neubau-Vergleich hinkt komplett - da hast du FBH mit 35°C VL, hier brauchst du 55-60°C für die alten Heizkörper. Das sind Welten beim Stromverbrauch!
Hey Helmut! Also ich würd an deiner Stelle erstmal schauen: was für Heizkörper hast du denn? Falls noch die alten kleinen Dinger von 1965, dann wird's mit ner reinen WP echt schwierig. Die brauchen nämlich richtig heiße Vorlauftemperaturen.
Hybrid ist nicht per se schlecht - hab selbst lange recherchiert bevor wir uns für Split-WP entschieden haben. Kommt halt drauf an wie oft der Gaskessel anspringen würde. Wenn nur an 10-20 Tagen im Jahr, dann könnt sich das lohnen.
Aber Achtung: doppelte Wartung, doppelte Technik = doppeltes Risiko für Ausfälle! 😉
Helmut, kann dich gut verstehen! Ich hatte bei unserem 70er Jahre Haus genau die gleiche Diskussion. Wie ich hier schonmal geschrieben hab, läuft unsere reine WP seit 3 Jahren problemlos - allerdings mit höheren Stromkosten als gedacht.
Der Knackpunkt ist wirklich die Vorlauftemperatur. Bei uns braucht's 55°C für die alten Heizkörper, da wird die JAZ schon deutlich schlechter als beim Nachbarn mit FBH. Hybrid kann Sinn machen wenn die WP nur bis 0°C läuft und dann der Gaskessel übernimmt.
Zum Timing: Würde definitiv noch diesen Sommer machen! Die Handwerker haben jetzt Zeit und im Herbst wird's wieder eng mit Terminen. Außerdem kannst du dann über den Winter schauen wie's läuft.