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Heizkörper-Hydraulik optimieren: Wo fange ich als Laie an?

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Markus B.
Beiträge: 14
Themenstarter
(@markus-breitner)
Active Member
Beigetreten: Vor 4 Wochen
[#106]

Hallo zusammen,

wir haben letztes Jahr eine Luft-Wärmepumpe in unserem Bestandshaus aus den 80ern einbauen lassen. Der Installateur hat alles angeschlossen und die Anlage läuft, aber ich habe das Gefühl, dass wir die Vorlauftemperatur noch deutlich senken könnten. Aktuell fahren wir auf etwa 50–52°C, was mir für eine Wärmepumpe eigentlich zu hoch vorkommt.

Das Haus hat noch die originalen Heizkörper, also Radiatoren, kein Fußboden. Die Räume werden warm, keine Frage, aber die Effizienz kann doch so nicht stimmen.

Jetzt ist ja Sommer und die Heizung läuft nicht – wäre das nicht der ideale Zeitpunkt, um ein paar Dinge vorzubereiten? Ich habe gelesen, dass hydraulischer Abgleich ein wichtiger Schritt ist, und dass manche Leute größere Heizkörper einbauen, um bei niedrigerer Vorlauftemperatur trotzdem auf die nötige Wärmemenge zu kommen.

Meine konkreten Fragen:
- Kann ich den hydraulischen Abgleich selbst durchführen oder brauche ich zwingend einen Fachmann?
- Welche Heizkörper lohnen sich zum Nachrüsten (Flachheizkörper, Typ 22 usw.)?
- Gibt es noch andere Maßnahmen, die ich im Sommer angehen kann, bevor die Heizperiode wieder startet?

Ich bin kein Profi, aber handwerklich nicht völlig unbegabt. Würde gerne die nächsten Wochen sinnvoll nutzen, bevor im Herbst wieder geheizt werden muss.

Danke schon mal!


2 Antworten
S.Hartmann
Beiträge: 8
(@s-hartmann)
Active Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

SkeptikJAZ42 hat das gut zusammengefasst. Ich würd aber noch einen Punkt ergänzen, den ich aus eigener Erfahrung kenne: Pufferspeicher und Hydraulik hängen oft zusammen. Hab das im Kontext eines anderen Threads schon angesprochen – wenn die WP taktet wie verrückt, liegt das manchmal nicht nur an der Heizkörpergröße, sondern auch daran, dass die Hydraulik insgesamt nicht stimmt. Einmal ordentlich abgeglichen, lief bei uns die Anlage viel ruhiger.

Zum Selbermachen: hydraulischer Abgleich Verfahren A ist machbar, aber rechne ein Wochenende ein, nicht einen Nachmittag. Du musst alle Thermostatventile tauschen (die alten haben meist keine Voreinstellung), dann die Anlage durchspülen lassen, und dann schrittweise einstellen. Im Sommer ohne Heizbetrieb ist das aber tatsächlch einfacher, weil du in Ruhe schrauben kannst ohne dass jemand friert.

Type-22-Heizkörper würd ich auch empfehlen, vor allem in großen Räumen oder Schlafzimmern mit kleinen alten Radiatoren. Kostet überschaubar und der Effekt auf die mögliche Vorlauftemperatur ist real.


Antwort
SkeptikJAZ42
Beiträge: 51
(@skeptikjaz42)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Der Sommer ist tatsächlich der richtige Zeitpunkt, da hast du recht. Kurze Einschätzung aus meiner Sicht – ich hab mich mit JAZ-Werten und Systemtemperaturen schon intensiver beschäftigt (z.B. im Kontext Neubau, siehe Luft-, Sole- oder Wasser-WP: Was sagen echte JAZ-Werte für Neubau?), aber die Grundprinzipien gelten auch im Bestand.

50–52°C Vorlauf ist für eine WP wirklich suboptimal. Jedes Grad weniger Vorlauf verbessert die JAZ spürbar – Faustformel: ca. 2–3% COP-Gewinn pro Kelvin. Das summiert sich.

Zum hydraulischen Abgleich: Das Verfahren A (vereinfacht, ohne Heizlastberechnung) kann ein handwerklich begabter Laie mit den richtigen Thermostatventilen (voreinstellbare Typ wie Danfoss RA-N oder ähnliche) selbst durchführen. Für Verfahren B brauchst du eine Heizlastberechnung pro Raum – das würde ich einem Fachmann überlassen oder zumindest mit einem Planungstool wie ZVSHK unterstützen.

Bei den Heizkörpern: Typ 22 (Doppelplatte, Doppelrippe) bringt bei gleicher Bauhöhe und -breite deutlich mehr Fläche als ein alter Typ 11. Wenn du einzelne kalte Räume hast, ist das oft die günstigste Lösung statt die ganze Anlage hochzudrehen.

Ein Punkt zur Skepsis: Ohne zu wissen, wie gut euer Haus gedämmt ist, kann ich dir nicht sagen, ob 50°C vielleicht sogar berechtigt sind. Wenn das Gebäude wirklich hohen Wärmebedarf hat, nützt ein hydraulischer Abgleich allein wenig. Hast du mal ne grobe Heizlastschätzung gemacht?


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