Erdwärme Neubau vs ...
 
Benachrichtigungen
Alles löschen

Erdwärme Neubau vs Bestandsnachbar - übertreibt er bei den Kosten?

4 Beiträge
4 Benutzer
0 Reactions
14 Ansichten
L.Fischer
Beiträge: 34
Themenstarter
(@l-fischer)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 3 Wochen
[#36]

Hi zusammen,

wir planen gerade unseren Neubau (Einzug ca. März 2027) und haben uns für Erdwärme mit Sole-Wasser-WP entschieden. KfW40 Standard, 140qm, Fußbodenheizung, das ganze Programm. Unser Nachbar hat ein 80er Jahre Haus mit Luft-WP nachgerüstet und meint ständig, wir würden ein Vermögen für den Betrieb zahlen. "Erdwärme ist eh nur was für Reiche", "die Stromkosten fressen euch auf" usw.

Jetzt bin ich langsam verunsichert. Klar, sein Haus ist schlechter gedämmt und braucht mehr Energie - aber kann der Unterschied SO groß sein? Oder übertreibt er einfach weil seine eigene WP nicht optimal läuft?

Unsere Planung: Viessmann Vitocal 300-G mit 6kW, Tiefenbohrung 100m, Vorlauftemp max 35°C. Der Installateur rechnet mit JAZ um 4,5. Sind das realistische Werte oder Marketing-Geschwätz?

Würde mich über eure Einschätzungen freuen, bevor wir den Vertrag unterschreiben. Die Sommerzeit nutzen wir eh für die ganzen Planungstermine...

Gruß
L.Fischer


3 Antworten
TechnikPeter_74
Beiträge: 15
(@technikpeter_74)
Active Member
Beigetreten: Vor 3 Wochen

Dein Nachbar vergleicht Äpfel mit Birnen! Sein 80er Jahre Haus vs. dein KfW40 Neubau - das ist wie Traktor gegen Tesla beim Spritverbrauch.

JAZ 4,5 bei Erdwärme und 35°C VL ist absolut realistisch, sogar eher konservativ geschätzt. Ich hab in ähnlichen Neubauten schon JAZ von 5+ gesehen. Dein Nachbar mit Luft-WP im unsanierten Altbau kommt vermutlich auf JAZ um 2,5-3,0 wenn er Glück hat.

Konkret: Du brauchst bei 140qm KfW40 vielleicht 4000-5000 kWh/Jahr fürs Heizen. Bei JAZ 4,5 sind das 1100 kWh Strom = ca. 350€. Dein Nachbar braucht locker das Doppelte an Heizenergie und hat schlechteren COP.

Hier hab ich schon mal erklärt wie wichtig die Vorlauftemperatur ist. Erdwärme + FBH ist quasi der Goldstandard.


Antwort
MarkusT84
Beiträge: 26
(@markust84)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 3 Wochen

Kann TechnikPeter nur zustimmen. Der Unterschied zwischen Neubau und Bestand ist gewaltig.

Ich hab selbst einen KfW55 Neubau von 2022 mit Erdwärme (Waterkotte) und zahle für 165qm etwa 400€ Heizstrom im Jahr. Mein Arbeitskollege hat 'ne Luft-WP im 70er Jahre Haus nachgerüstet - der zahlt für ähnliche Fläche über 1000€.

Deine Viessmann ist ein solides Gerät, die 6kW sollten locker reichen. Ich würde mir eher Gedanken um die Kühlung machen - bei dem heißen Sommer wie jetzt gerade merkst du erst wie genial passive Kühlung über Erdwärme ist. Das kann dein Nachbar mit seiner Luft-WP vergessen 😉


Antwort
Klaus-Weber
Beiträge: 24
(@klaus-weber)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 3 Wochen

Also ich sehe das etwas kritischer. Ja, Neubau hat Vorteile, aber unterschätzt nicht die Gesamtkosten.

Erdwärme ist in der Anschaffung deutlich teurer - Bohrung, Genehmigungen, etc. Das sind schnell mal 8-10k€ Mehrkosten gegenüber Luft-WP. Die musst du über die Betriebskosten erst wieder reinholen.

Bei eurem kleinen Haus (140qm) dauert das Jahre. Rechnet mal ehrlich durch: Wenn die Luft-WP 15k€ kostet und die Erdwärme 24k€, dann müsst ihr 9k€ Differenz über niedrigere Betriebskosten wieder reinholen. Bei 200€ Ersparnis pro Jahr sind das 45 Jahre!

Und was ist wenn in 15 Jahren die Technik überholt ist? Ich würd nochmal scharf rechnen.


Antwort
Teilen: