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Altbau nachrüsten: PV und Wärmepumpe sinnvoll kombinierbar?

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Marco K.
Beiträge: 28
Themenstarter
(@marco98)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten
[#131]

Hallo zusammen,

ich bin neu hier und stehe gerade vor einer größeren Entscheidung. Wir haben ein Reihenhaus, Baujahr vermutlich Ende der 80er, also kein frisch sanierter Neubau. Die alten Heizkörper laufen noch, Dämmung ist eher mittelprächtig.

Jetzt überlege ich, ob es Sinn macht, gleichzeitig eine Wärmepumpe UND eine PV-Anlage nachzurüsten. Die Idee dahinter: PV erzeugt tagsüber Strom, Wärmepumpe nutzt den für Heizung und vor allem Warmwasser, und der Eigenverbrauch macht das Ganze wirtschaftlicher.

Aber ich frage mich ehrlich gesagt, ob das im Altbau überhaupt funktioniert. Heizkörper statt Fußbodenheizung, Vorlauftemperaturen vermutlich um die 60-70 Grad – da habe ich schon gelesen, dass der COP dann ziemlich leidet.

Konkret würde mich interessieren:
- Macht die WP+PV-Kombi im Altbau mit Heizkörpern wirklich Sinn, oder heizt man sich da arm?
- Was nehme ich für die Warmwasserbereitung – eine separate Brauchwasser-WP oder läuft das über die Haupt-WP?
- Welche Hersteller sind für so ein Szenario empfehlenswert?

Im Sommer wie jetzt könnte die PV ja locker die Warmwasser-WP versorgen, das leuchtet mir ein. Aber im Winter?

Freue mich auf eure Erfahrungen, gerne auch wenn jemand ein ähnliches Altbauprojekt schon umgesetzt hat.

Viele Grüße,
Marco


3 Antworten
R.Hoffmann80
Beiträge: 10
(@r-hoffmann80)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Ich betreibe seit über 5 Jahren eine Luft-Wasser-WP in einem unsanierten 70er-Jahre-Bau, also kenne ich das Thema aus der Praxis.

Vorlauftemperatur ist tatsächlich der Knackpunkt. Bei mir läuft es mit angepassten Heizkurven und hydraulischem Abgleich deutlich besser als anfangs gedacht – man kommt oft runter auf 50-55 Grad auch mit alten Heizkörpern, wenn man die Anlage sorgfältig einstellt. Das ist kein Wunder, aber machbar. Hab das in meinem Beitrag zu COP vs. JAZ: Was sagen die Werte wirklich aus? schon mal beschrieben.

Zur PV-Kombination: Im Sommer ist das wirklich sinnvoll, gerade fürs Warmwasser. Eine separate Brauchwasser-WP finde ich für deinen Fall interessant, weil die unabhängig von der Heizungs-WP läuft und du sie gezielt per PV-Überschuss ansteuern kannst. Die läuft auch mit niedrigen Temperaturen effizient, COP von 3-4 ist da realistisch.

Hersteller: Ich würde dir empfehlen, bei Luft-Wasser-WP auf SG-Ready-Schnittstelle zu achten – damit kannst du später die PV-Steuerung vernünftig einbinden. Das ist wichtiger als der Markenname. Viessmann, Vaillant, Nibe – alle haben Geräte in der Klasse, aber schau dir die Regelungssoftware genau an, die Unterschiede sind da größer als beim Gerät selbst.


Antwort
R.Hoffmann91
Beiträge: 10
(@r-hoffmann91)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Marco, ich würde da erstmal ein paar Zahlen gerade rücken, bevor du dich von der Kombinations-Euphorie mitreißen lässt. Ich hab mich mit dem Thema intensiv beschäftigt – auch hier im Forum, z.B. in dem Thread PV + WP im Sommer: Fehler erkenne ich erst wenn die Rechnung kommt? – und die Ernüchterung kommt oft erst mit der Jahresabrechnung.

Das Sommer-Argument mit PV und Warmwasser klingt gut, stimmt auch im Grundsatz. Aber dein eigentliches Problem ist der Winter: Da liefert die PV wenig, die Wärmepumpe läuft auf hohen Vorlauftemperaturen (also schlechtem COP) und du kaufst teuren Netzstrom. Die Eigenverbrauchsquote, die dir Anbieter vorrechnen, gilt meistens für optimistische Szenarien – Jahresschnitt, gute Ausrichtung, moderater Verbrauch.

Bei 60-70 Grad Vorlauf im Altbau würde ich außerdem grundsätzlich hinterfragen, ob eine reine WP da überhaupt die beste Wahl ist, oder ob ein Hybridsystem nicht ehrlicher wäre. Förderung klingt immer gut, aber die BEG hat Bedingungen und die Antragsstrecke kostet Zeit und Nerven. Was bleibt unterm Strich wirklich übrig – das solltest du dir vor dem Unterschreiben genau durchrechnen lassen, am besten von jemandem der keine Provision bekommt.

Mein Tipp: Hol dir mindestens 3-4 Angebote von verschiedenen Fachbetrieben ein und vergleich die nicht nur nach Preis, sondern auch nach Leistungszahl und Gewährleistung. Ich hab da gute Erfahrungen gemacht, wenn man sich Zeit für den Vergleich nimmt - oft spart man damit mehr als mit schnellen Spontankäufen. Angebot vergleichen für Wärmepumpen


Antwort
Thorsten K.
Beiträge: 15
(@thorsten81)
Active Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Ralf hat einen wichtigen Punkt – aber ich würd's nicht ganz so pessimistisch sehen. Im Altbau mit Heizkörpern ist ein Hybridsystem für mich die ehrlichere Antwort als eine reine WP. Gas- oder Ölkessel als Backup für die Spitzenlast im Winter, WP übernimmt die Grundlast und läuft dann in einem Temperaturbereich wo sie noch vernünftige COP-Werte liefert. PV obendrauf für Warmwasser im Sommer – das macht wirtschaftlich mehr Sinn als auf Biegen und Brechen alles auf WP umzustellen.

Die Frage nach dem Hersteller würde ich erst beantworten wenn klar ist, welche Systemarchitektur du willst.


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