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Altbau 1968: PV und Wärmepumpe gleichzeitig nachrüsten – sinnvoll?

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Heinz B.
Beiträge: 5
Themenstarter
(@h-brettschneider)
Active Member
Beigetreten: Vor 3 Wochen
[#110]

Hallo zusammen,

wir stehen vor einer größeren Entscheidung und ich bin ehrlich gesagt etwas überfordert, wo ich anfangen soll. Unser Haus ist von 1968, ca. 160 qm, aktuell noch mit einer alten Ölheizung (Baujahr 2003) und ohne jegliche PV-Anlage. Das Dach wurde vor 7 Jahren neu gedeckt, Südausrichtung mit leichter Ost-Abweichung, ca. 55° Neigung – also eigentlich gute Voraussetzungen.

Nun überlegen wir, beides auf einmal anzugehen: WP rein und PV drauf. Manche Handwerker raten uns, das zu trennen und nacheinander zu machen (erst WP, dann nach ein oder zwei Jahren PV), andere sagen, man soll alles zusammen planen damit die Systeme aufeinander abgestimmt sind.

Das Haus ist teilweise gedämmt (Dach und Kellerdecke), aber die Außenwände sind noch original. Wir haben Heizkörper im ganzen Haus, keine Fußbodenheizung. Mir ist klar, dass das bei einer WP zum Problem werden könnte wegen der Vorlauftemperaturen.

Gleichzeitig wäre der Sommer natürlich ideal um solche Projekte anzugehen, bevor die Heizsaison wieder beginnt. Aber ich will nicht in Zeitdruck geraten und dann schlechte Entscheidungen treffen.

Hat jemand so eine Kombisanierung gemacht? Was sind die größten Fallstricke die man kennen sollte? Und wie habt ihr die Reihenfolge entschieden?

Danke schon mal!

H. Brettschneider


3 Antworten
Helmut K.
Beiträge: 16
(@h-krause)
Active Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Zum Thema gleichzeitig vs. nacheinander: Ich hab mich hier im Forum schon öfter mit der Frage beschäftigt, wann sich PV-Eigenverbrauch über die WP wirklich rechnet – gerade beim Warmwasser ist das ja nochmal ein eigenes Thema (WW-Bereitung per WP + PV: Wann lohnt sich Überschussladung wirklich?).

Mein Punkt konkret zu Ihrem Fall: Wenn die Außenwände ungedämmt sind, haben Sie im Winter eine deutlich höhere Heizlast als nötig. Das bedeutet, die WP muss mehr leisten – und genau in dieser Zeit liefert PV am wenigsten. Der sommerliche PV-Überschuss hilft Ihnen dann hauptsächlich für Warmwasser und Strom, aber nicht wirklich für die Heizung. Das ist kein Grund davon abzulassen, aber es verschiebt die Wirtschaftlichkeitsrechnung. Ich würde vor allem prüfen ob zumindest eine nachträgliche Außenwanddämmung (WDVS) machbar und finanzierbar ist – dann sinkt die Heizlast, die WP kann kleiner dimensioniert werden, und die PV deckt im Winter anteilig mehr ab. Das ist die Kombination die wirklich Sinn macht.


Antwort
Klaus_1952
Beiträge: 46
(@klaus_1952)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Guten Tag Herr Brettschneider,

das ist eine Frage, die ich gut nachvollziehen kann – ich hab mich damals ähnlich durchs Dickicht gekämpft. Ich würde Ihnen stark raten, das zusammen zu planen, aber nicht unbedingt zusammen umzusetzen. Der Grund: Die WP-Auslegung beeinflusst maßgeblich, wieviel PV-Eigenverbrauch Sie überhaupt erzielen können. Wenn Sie das getrennt angehen, riskieren Sie, dass hinterher nichts wirklich zusammenpasst.

Bei Heizkörpern im Altbau ist das Thema Vorlauftemperatur tatsächlich entscheidend. Ich hab das in einem anderen Thread hier schon mal angesprochen: Heizlastberechnung - warum sieht die bei Altbau so anders aus als Neubau? – da wurde das sehr gut diskutiert. Kurzfassung: Ohne hydraulischen Abgleich und genaue Heizlastberechnung wird man bei einer alten Heizkörperanlage oft zu hohe Vorlauftemperaturen brauchen, was den WP-Betrieb ineffizient macht.

Mein Rat: Erst eine seriöse Heizlastberechnung beauftragen, dann schauen was der Altbau wirklich braucht. Vielleicht reicht ein Heizkörpertausch in den kritischen Räumen. Erst danach die WP dimensionieren, und die PV-Größe darauf abstimmen. Das kostet ein paar Wochen mehr Planung, schützt aber vor teuren Fehlern.


Antwort
TobiasK87
Beiträge: 51
(@tobiask87)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Hey, ich seh das ein bisschen anders als Klaus oben – nicht komplett, aber ein Detail würd ich ergänzen.

Die 55° Neigung ist ehrlich gesagt suboptimal für PV, da verliert man je nach Ausrichtung schon ein paar Prozent Ertrag im Vergleich zu 30-35°. Kein Drama, aber das solltest du beim Planen im Kopf haben und vom Installatuer mal konkret simulieren lassen (PV-Sol oder ähnliches).

Zur Grundfrage: Ich würd auch sagen gleichzeitig planen macht Sinn, allein schon wegen Förderung und weil die Handwerker dann einmal anrücken. Bei Heizkörpern im Altbau gehen manche inzwischen den Weg über größere Niedertemperaturheizkörper tauschen statt überall FBH reinmachen – das ist deutlich günstiger und für ne Luft-WP oft ausreichend wenn die Heizlast stimmt.

Was ich nicht einschätzen kann: wie's bei dir mit dem Schallschutz aussieht für die Außeneinheit. Bei 1968er Bebauung stehen die Häuser manchmal eng. Hatte bei mir ne ähnliche Frage wegen Platzverhältnissen, das wird gern unterschätzt.


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