Hallo zusammen,
ich plane gerade meine Wärmepumpeninstallation und bin über das Thema separater Stromzähler gestolpert. Mein Elektroinstallateur hat mir empfohlen, einen eigenen Zähler für die Wärmepumpe einzubauen, damit ich den Verbrauch sauber vom restlichen Haushaltsstrom trennen kann. Kostet natürlich extra – er meinte irgendwas von 300-400 Euro zusätzlich für den Einbau.
Jetzt frage ich mich: Ist das wirklich sinnvoll? Die Gründe die ich gelesen habe sind a) bessere Verbrauchskontrolle und Auswertung der JAZ, b) eventuell günstigerer Wärmepumpentarif beim Stromanbieter und c) Nachweise für eventuelle Förderungen. Klingt alles vernünftig, aber ich bin nicht sicher ob das bei meinem Anbieter überhaupt relevant ist.
Bin im Bereich Niedersachsen, Stadtwerke als Versorger. Hat da jemand Erfahrung ob die überhaupt einen separaten WP-Tarif anbieten? Und macht der separate Zähler auch Sinn wenn man keinen Sondertarif bekommt – also rein für die eigene Kontrolle?
Die WP läuft übrigens auch im Sommer für Warmwasser, also ist nicht nur im Winter aktiv. Vielleicht ist das auch ein Argument pro separater Messung.
Danke schon mal!
Kurz gesagt: Ja, wenn Sondertarif verfügbar → unbedingt separaten Zähler. Ohne Tarif → reicht ein clamp-basiertes Messgerät völlig, spar dir das Geld für den Einbau.
Ich hatte letzten Sommer beim Thema Heizkreistemperaturen auch überlegt wie ich meinen Verbrauch besser im Griff behalte – letztendlich läuft bei mir alles über ein günstiges DIN-Schienen-Messmodul im Verteiler, dat tut seinen Job problemlos. Dein Elektirker verdient natürlich am Einbau, ich will das nicht böse meinen, aber frag ruhig mal nach Alternativen.
Ich hab das bei mir vor zwei Jahren genau so durchgezogen und würde es jederzeit wieder machen. Der separate Zähler ist Gold wert wenn man seine JAZ wirklich sauber berechnen will – ohne den weißt du ja nie genau wie viel Strom die WP zieht und wie viel der Rest vom Haus frisst. Gerade wenn du wie ich auch ne PV hast und die Eigenverbrauchsoptimierung im Blick behältst, brauchst du saubere Daten.
Zum WP-Tarif: Das hängt stark vom Anbieter ab. Stadtwerke sind da unterschiedlich, manche haben sowas, viele leider nicht mehr weil die alten HT/NT-Modelle nach und nach wegfallen. Würde einfach direkt anfragen. Falls kein Sondertarif: Der Zähler lohnt sich trotzdem, alleine für die eigene Auswertung. 300-400 Euro ist für die Transparenz die du über Jahre bekommst eigentlich ein fairer Preis.
Ich hab damals auch zu dem Smart-Home-Thema Inverter vs On-Off WP - macht das bei Smart Home Integration Unterschied? was geschrieben – da spielen saubere Verbrauchsdaten auch eine Rolle wenn man die WP ins Smart Home einbinden will.
Ich muss hier mal eine andere Perspektive einbringen als die anderen. Die 300-400 Euro die dein Elektriker aufruft – da würde ich nochmal genauer nachfragen was da alles drin ist. Zählerplatz, Anmeldung beim Netzbetreiber, Material... das kann schnell teurer werden wenn zwischendurch noch Zählerschrankumbau nötig ist. Ich hab in letzter Zeit öfter gesehen dass solche Schätzungen sich im Nachhinein deutlich nach oben entwickeln, gerade im Bereich Elektrik.
Und zum Thema WP-Tarife Stadtwerke Niedersachsen: Da gibt es sehr unterschiedliche Situationen je nach Gemeinde. Manche haben noch klassische WP-Tarife mit Sperrzeiten, andere sind komplett auf dynamische Tarife umgestiegen wo ein separater Zähler eh anders funktioniert. Ich würde da erst grundsätzlich klären was dein Versorger anbietet, BEVOR du den Elektriker irgendwas einbauen lässt. Wäre blöd wenn du nachher einen Doppeltarifzähler hast aber dein Anbieter nur noch eintarifig abrechnet.
Ich sehe das ähnlich wie Stefan_75. Bei uns im Altbau (Baujahr 1962, hatte da im Forum auch schon geschrieben zum Thema Bestand) war die Frage auch aktuell. Wir haben uns dann für den separaten Zähler entschieden, hauptsächlich weil unser regionaler Versorger noch einen Nachtstromtarif für WP hat – der läuft bei uns über einen Doppeltarifzähler mit Rundsteuerempfänger, also quasi Pflicht für den Tarif.
Ohne Tarif würde ichs ehrlich gesagt weglassen und stattdessen auf die Messung direkt über die WP-Steuerung setzen. Viele Geräte haben da mittlerweile ganz gute eingebaute Energiemessung, zumindest für eine Überschlagsrechnung zur JAZ reicht das.