Forum

Benachrichtigungen
Alles löschen

Steuerbonus statt BAFA – wer hat das schon durchgerechnet?

6 Beiträge
6 Benutzer
0 Reactions
19 Ansichten
Manfred K.
Beiträge: 12
Themenstarter
(@manfred68)
Active Member
Beigetreten: Vor 1 Monat
[#116]

Hallo zusammen,

ich bin gerade dabei, meine Planung für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe im Altbau (Baujahr 1978, ca. 160 qm) abzuschließen und beschäftige mich nun intensiv mit der Förderfrage. Bisher hatte ich die BAFA-Förderung als selbstverständlich eingeplant, aber ein befreundeter Steuerberater hat mich auf den Steuerbonus nach §35c EStG aufmerksam gemacht.

Der Grundgedanke: Anstatt den BAFA-Zuschuss zu beantragen, kann man 20% der Sanierungskosten direkt von der Steuerschuld abziehen – aufgeteilt über drei Jahre. Klingt auf den ersten Blick gut, aber als Rentner stellt sich mir natürlich die Frage, ob ich überhaupt eine ausreichend hohe Steuerlast habe, damit das sich wirklich rechnet.

Was mich besonders interessiert: Gibt es Fälle, wo der Steuerbonus dem BAFA-Zuschuss klar überlegen ist? Ich habe gelesen, dass man beide Wege nicht kombinieren darf – also entweder oder. Gerade bei größeren Sanierungsprojekten, wo man vielleicht neben der Wärmepumpe auch noch Fenster oder Dämmung plant, könnte der Steuerbonus ja interessanter werden.

Hat das hier schon jemand für seinen konkreten Fall durchgerechnet oder sogar den Steuerbonus-Weg gewählt? Mich würden auch Erfahrungen aus Altbausanierungen interessieren, weil ich denke, dass da die Gesamtinvestition oft höher ist als im Neubau und das die Rechnung verändert.

Danke schon mal!
Manfred


5 Antworten
TobiasH
Beiträge: 47
(@tobiash)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Ich hab das für meinen Fall (80er-Jahre-Haus, ähnliche Ausgangslage wie du) tatsächlich mal grob durchgerechnet – bin aber noch berufstätig, also ist meine Situation steuerlich anders als deine.

Bei mir wären die förderfähigen Kosten für WP + Heizkörpertausch + etwas Dämmung grob bei 40.000€ gelegen. Über §35c wären das 8.000€ Steuerersparnis über 3 Jahre, also ca. 2.667€ pro Jahr. Das klingt viel, aber ich hab dann lieber BAFA gemacht, weil der Zuschuss direkt fließt und ich nicht auf die Steuererstattungen über 3 Jahre warten wollte.

Für dich als Rentner wäre wirklich die erste Frage: Wie hoch ist deine jährliche Einkommensteuer überhaupt? Wenn du z.B. nur 1.500€ Steuer im Jahr zahlst, kannst du die 2.667€ jährliche Absetzung gar nicht voll nutzen – ein Teil verfällt einfach. Das ist der Knackpunkt.

Gibt es eigentlich ne Möglichkeit, das teilweise zu übertragen oder vorzuziehen? Ich meine mal gelesen zu haben, dass das nicht geht, aber bin nicht sicher.


Antwort
R.Hoffmann
Beiträge: 38
(@r-hoffmann)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Hallo Manfred,

interessante Frage – ich bin nach langer Pause gerade selbst wieder dabei, mich in das Thema Förderung einzulesen, und bin über genau diese Frage auch gestolpert.

Soweit ich das verstehe, ist der §35c für Rentner tatsächlich oft weniger attraktiv, weil man dafür eine entsprechende Steuerschuld braucht. Wenn die Rente nicht allzu hoch ist und man kaum Einkommensteuer zahlt, kann der absetzbare Betrag ins Leere laufen – das Finanzamt erstattet ja nichts zurück, sondern verrechnet nur mit bestehender Steuerschuld.

Beim BAFA kriegst du den Zuschuss direkt und unabhängig von deiner steuerlichen Situation. Das ist für viele Rentner der entscheidende Vorteil.

Aber: Wenn du eh noch andere große Sanierungsmaßnahmen planst (Dämmung, Fenster etc.), lohnt sich ein genauer Blick mit einem Steuerberater. Die Maximalbeträge beim §35c sind pro Objekt gedeckelt, aber bei einer Komplettsanierung kann das trotzdem aufgehen. Ich selbst bin da noch nicht tief genug drin, um dir Zahlen zu nennen – ich hab mich zuletzt eher mit hydraulischen Themen beschäftigt, siehe auch mein Post zum Pufferspeicher für Neubau. Zur Förderung bin ich noch am Einlesen.


Antwort
Werner69
Beiträge: 50
(@werner69)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Ich bin ehrlich gesagt skeptisch, dass der Steuerbonus für die meisten Rentner wirklich besser ist. Bei mir wär das nix gewesen. BAFA nehmen und fertig.


Antwort
TechHybrid_78
Beiträge: 10
(@techhybrid_78)
Active Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Manfred, kurze Anmerkung aus der Praxis: Ich habe bei meiner Hybrid-Lösung bewusst BAFA genommen und nicht den Steuerweg. Der Grund war simpel – der Zuschuss ist sofort und planbar, der Steuerbonus hängt von variablen Faktoren ab.

Was aber tatsächlich für den §35c sprechen kann: Wenn du mehrere Maßnahmen bündelst und dadurch auf förderfähige Kosten kommst, die über dem BAFA-Maximum liegen. BAFA deckt ja nur die Wärmepumpe und direkt zugehörige Komponenten. Fenster, Außendämmung usw. lassen sich über §35c alles in einen Topf werfen, bis zu 200.000€ pro Objekt als Bemessungsgrundlage. Bei einer echten Komplettsanierung ändert das die Rechnung erheblich.

Aber nochmal: Deine persönliche Steuerlast ist der Schlüsselfaktor. Ich würde das wirklich mit einem Steuerberater besprechen bevor du eine Entscheidung triffst – nicht weil ich das Thema nicht kenne, sondern weil es zu individuell ist um allgemeine Tipps zu geben.


Antwort
Seite 1 / 2
Teilen: