Hallo zusammen,
mir ist heute bei einer Wartung aufgefallen, dass ein Kunde die Vorlauftemperatur seiner Luft-Wasser-WP auf knapp 60°C eingestellt hat – vermutlich aus Versehen nach einem Fachmann-Besuch vor ein paar Wochen. Das Ding läuft jetzt schon seit Anfang Juli in dieser Konstellation, und natürlich sehe ich das in den Betriebsdaten: Die Effizienz ist völlig in den Keller gegangen, der COP liegt bei knapp 2,9 statt normalerweise 4,5+, und die Stromrechnung ist entsprechend unangenehm.
Kundin hat mich eben angerufen und ist logischerweise sauer. Sie fragt, ob durch die hohe Vorlauftemperatur über Wochen hinweg Schäden am Kompressor entstanden sein können oder ob das nur eine Effizienzfrage ist.
Ich kenne die typischen Folgen aus meiner Serviceerfahrung, aber mich interessiert: Habt ihr ähnliche Fälle erlebt? Wie lange kann man so fahren, bevor es wirklich kritisch wird? Und kann ich der Kundin konkret sagen, ob die WP jetzt Langzeitschäden hat oder ob ein Reset auf die richtige Heizkurve ausreicht?
Danke für eure Einschätzung!
Das tut mir für die Kundin leid! Ich habe bei meiner Planung genau darauf geachtet, dass die Heizkurve optimal konfiguriert wird – das ist ja einer der Punkte, wo viele Fachleute sparen, aber gerade im Altbau macht es riesige Unterschiede. Bei mir war damals die größte Hürde, dass der Installateur das überhaupt verstanden hat.
Zum Thema: Die kurzzeitige Überbelastung sollte kein Problem sein, ABER – und da stimme ich H.Kellner zu – das Beste ist, die Kurve sofort anzupassen und zu dokumentieren. So hast du auch Beweise, falls später was mit der Garantie wird. Wie lange lauft die WP denn insgesamt schon? Das würde mir helfen, einzuschätzen, wie sehr die Abnutzung vorangeschritten ist.
Das ist genau der Grund, warum ich meine Fußbodenheizung regelmäßig überprüfe und die Heizkurve abspeichere! Bei mir hat das eine ganze Zeit gedauert, bis ich heraus hatte, was die optimalen Einstellungen sind.
Was ich dir sagen kann: Solange die WP nicht in den roten Bereich gefahren ist und nicht automatisch abgeschaltet hat, sollte es nur ein Effizienzproblem sein. Ich würde aber die Betriebsstunden im Auge behalten – wenn die unnormal in die Höhe schießen, könnte es doch ein Zeichen für Verschleiß sein. Hast du eine Möglichkeit, die Betriebsstunden vor und nach der Korrektur zu vergleichen?
Bin ehrlich gesagt froh, dass ich endlich wieder im Forum aktiv bin und solche Sachen mitbekomme. Das klingt nach ner typischen Geschichte, bei der ein Fachbesuch mehr Schaden als nutzen bringt. Ich hätte da aber ne Gegenfrage: Wie oft sollte man denn als Nutzer selbst kontrollieren, dass die WP korrekt läuft? Oder ist das reine Sache des Service-Technikers?
Interessant – bei uns läuft die Wärmepumpe im Juli ja jetzt eher zum Kühlen, da hab ich noch nicht so drauf geachtet, wie die Vorlauftemperatur reagiert. Aber das würde ja bedeuten, dass eine zu hohe Einstellung das ganze System weniger effizient macht? Wie genau kann man denn erkennen, ob die Temperatur optimal ist?