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Frischwasserstation im Neubau: Dimensionierung und Einbindung in WP-Anlage

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ThomasB_1986
Beiträge: 13
Themenstarter
(@thomasb_1986)
Active Member
Beigetreten: Vor 4 Wochen
[#81]

Hallo zusammen,

ich bin gerade mitten in der Planung unseres Neubaus und stehe bei einem Thema etwas auf dem Schlauch. Konkret geht es um die Frischwasserstation für die Warmwasserbereitung in Kombination mit unserer geplanten Luft-Wasser-Wärmepumpe.

Unser Planer hat uns eine Frischwasserstation empfohlen, also kein klassischer Warmwasserspeicher mit Standbyverlust, sondern die Durchlaufvariante mit Plattenwärmetauscher. Das klingt erstmal gut. Aber jetzt bin ich unsicher bei der Dimensionierung: Wir sind zu viert, Badezimmer oben mit Dusche, unten ein Gäste-WC, und ab und zu kommt Besuch. Welche Durchflussleistung brauche ich, damit das auch bei gleichzeitiger Nutzung nicht problematisch wird?

Und die zweite Frage, die mich noch mehr beschäftigt: Wie wird die Frischwasserstation hydraulisch korrekt eingebunden? Mein Planer spricht von einem Pufferspeicher als Quelle für die Frischwasserstation, also WP lädt Puffer, Puffer versorgt Frischwasserstation. Macht das Sinn oder gibt es dabei Fallstricke bei der Temperaturführung? Ich lese ja immer, dass Wärmepumpen lieber mit niedrigen Vorlauftemperaturen laufen, aber für die Frischwasserstation brauche ich ja spürbar höhere Temperaturen im Puffer.

Bin für jeden Erfahrungsbericht dankbar – vor allem von Leuten die das schon so gebaut haben.


5 Antworten
S.Weber
Beiträge: 10
(@s-weber)
Active Member
Beigetreten: Vor 4 Wochen

Nur kurz dazu: Der Temperatursollwert im Puffer für die Frischwasserstation sollte nicht pauschal auf Maximum gesetzt werden – das kostet SCOP-Punkte am laufenden Band. Ich hab bei mir gelernt dass schon 5 Grad mehr Zieltemperatur den Jahresarbeitszahl messbar senken können. Lohnt sich wirklich das mal mit einem Energieberater durchzurechnen, bevor die Anlage so einreguliert wird.


Antwort
Werner-Kessler
Beiträge: 39
(@werner-kessler)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Das ist eine sehr praxisrelevante Frage, die ich gerne aufgreifen möchte. Ich habe mich zu dem Thema auch schon im BAFA-Produktlisten-Thread geäußert, weil die Wahl des WP-Modells direkt beeinflusst, was hydraulisch überhaupt möglich ist.

Zum Kernproblem: Du hast völlig recht, hier liegt ein echter Zielkonflikt. Die Frischwasserstation braucht im Puffer typischerweise mindestens 55–60°C, damit nach dem Wärmetauscher noch 45–48°C warmwasserseitig ankommen. Das widerspricht dem Effizienzgedanken der Wärmepumpe.

Die Lösung, die ich für sinnvoll halte: ein sogenanntes bivalentes System oder ein Speicher mit getrennten Temperaturzonen, bei dem die WP den unteren Bereich mit niedrigen Temperaturen für die Heizung lädt und ein kleiner Heizstab oder ein Spitzenlastgerät den oberen Teil für die Frischwasserstation auf Temperatur bringt. Manche Hersteller bieten heute auch WP-Modelle an, die gezielt für Warmwasserbereitung kurzzeitig höhere Vorlauftemperaturen fahren – das solltest du deinen Planer explizit fragen.

Zur Dimensionierung: Für vier Personen mit zwei Bädern empfehle ich mindestens 25–30 l/min Durchfluss an der Station, besser mehr wenn gleichzeitige Nutzung möglich ist. Lass dir das vom Hersteller der Station schriftlich bestätigen.


Antwort
Thomas K.
Beiträge: 24
(@kritiker_1978)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Was hier noch niemand erwähnt hat: Die Frischwasserstation ist genau der Anwendungsfall, wo eine intelligente Steuerung richtig Sinn ergibt – und nicht nur Gimmick ist. Wenn die WP den Warmwasserladezyklus in die Mittagsstunden legt, wo Strom günstiger ist (Stichwort dynamischer Tarif) oder die PV-Anlage gerade produziert, sieht die Wirtschaftlichkeitsrechnung komplett anders aus.

Ich bin ja grundsätzlich skeptisch wenn Leute sagen 'stell einfach alles auf 60 Grad und gut ist' – das ist keine Lösung, das ist Effizienz ignorieren. Mit einer vernünftigen Smart-Home-Anbindung kann man den Puffer morgens für Warmwasser aufheizen und dann tagsüber auf niedrigerem Niveau für die Heizung laufen lassen. Das setzt aber voraus dass dein Planer das auch wirklich vorbereitet, also entsprechende Schnittstellen vorsieht.

Frag deinen Installateur konkret ob SG-Ready oder eine offene Schnittstelle zum Energiemanagement vorgesehen ist. Wenn er dich dabei anschaut als hättest du was auf chinesisch gefragt, würde ich mir ernsthaft überlegen ob er der Richtige für dieses Projekt ist.


Antwort
Karl-Heinz H.
Beiträge: 20
(@k-hoffmann)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Nach 40 Jahren im Heizungsbau kann ich dir sagen: das Prinzip Pufferspeicher als Quelle für die Frischwasserstation ist grundsätzlich solide, aber die Tücke liegt im Detail der Regelung.

Was ich in der Praxis immer wieder gesehen habe: Der Puffer wird zu klein gewählt, und dann reicht die gespeicherte Wärmemenge beim morgendlichen Duschen von zwei Personen hintereinander nicht aus – die Station liefert dann lauwarm. Für vier Personen würde ich im Neubau mindestens 300 Liter Puffervolumen einplanen, besser 400 Liter, wenn das Budget es erlaubt.

Zum Temperaturthema stimme ich Werner zu, das ist der eigentliche Knackpunkt. Was ich empfehle: Lass dir die Regelstrategie exakt aufzeichnen lassen. Wann schaltet die WP auf den Warmwassermodus, wie oft am Tag, mit welcher Zieltemperatur im Puffer? Und wie ist die Temperaturschichtung im Speicher geplant? Ein ordentlich geplanter Schichtenspeicher kann helfen, den Kompromiss zwischen Effizienz und Komfort abzumildern. Das haben wir damals auch im Pufferspeicher-Thread diskutiert, lohnt sich zum Nachlesen.


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