Hallo zusammen,
bin gerade in der Planungsphase für meine neue Wärmepumpe und etwas verwirrt. Heizlastberechnung ergibt 6,5kW bei -12°C, mein Installateur empfiehlt aber eine 12kW Anlage "zur Sicherheit". Ich hätte eigentlich 8kW für ausreichend gehalten.
Seine Begründung: "Lieber zu groß als zu klein, dann friert ihr nicht" und "bei der Kühlung im Sommer braucht ihr die Reserve auch". Klingt erstmal logisch, aber ich hab gelesen dass überdimensionierte WPs ständig takten und dadurch mehr Strom verbrauchen?
Wie sind eure Erfahrungen? Ist die Sicherheitsreserve wirklich nötig oder soll ich auf den 8kW Kompromiss bestehen? Bei den aktuellen Strompreisen möchte ich nicht unnötig Geld zum Fenster rauswerfen.
Baujahr 2019, 140m² EFH, Fußbodenheizung bereits vorhanden. Kühlung wäre nice-to-have aber nicht zwingend nötig.
Freue mich auf eure Meinungen!
Gruß
Marc
Hmm, seh ich etwas anders. Klar ist Überdimensionierung nicht optimal, aber 8kW könnten bei längeren Kälteperioden knapp werden. Was passiert wenn's mal -16°C oder -18°C werden?
Und für die Kühlung brauchst du tatsächlich mehr Leistung als fürs Heizen. Wenn die Familie im Sommer daheim ist und alle Räume gekühlt werden sollen, können 8kW schnell zu wenig sein.
Ich würd den goldenen Mittelweg gehen: 10kW. Dann hast du Reserve ohne komplette Überdimensionierung. Bei guten Inverter-Geräten ist das Takten heute auch nicht mehr so dramatisch wie früher.
Marc, da kann ich L.Weber nur zustimmen. 12kW bei 6,5kW Heizlast ist viel zu groß!
Ich hab das Thema ja schonmal bei der DIN-Berechnung angesprochen: Die Norm -12°C ist bereits sehr konservativ gerechnet. Echte Extremkälte unter -15°C haben wir vielleicht 10-20 Stunden im ganzen Winter.
Bei überdimensionierter WP verschenkst du nicht nur Anschaffungskosten, sondern zahlst auch dauerhaft drauf. Das Takten führt zu 15-25% höherem Stromverbrauch - bei heutigen Preisen sind das schnell 200-400€ mehr pro Jahr.
8kW reichen völlig, zur Not kann die WP ja auch mal durchlaufen. Das ist immer noch effizienter als ständiges An/Aus.
Das ist ein klassischer Fall von "Installateur-Sicherheitsdenken". Bei 6,5kW Heizlast wäre eine 8kW WP völlig ausreichend - das entspricht etwa dem Faktor 1,2-1,3, was technisch sinnvoll ist.
12kW wären fast Faktor 2, das ist definitiv überdimensioniert. Wie du richtig vermutest, führt das zu häufigem Takten: Die WP springt an, heizt schnell auf Solltemperatur und schaltet wieder ab. Das verschlechtert den COP erheblich, weil die Anlaufverluste überproportional werden.
Bei der Kühlung ist das Argument auch fraglich - moderne Inverter-WPs regeln die Leistung stufenlos runter. Eine 8kW Anlage kann problemlos mit 2-3kW kühlen.
Mein Rat: Besteh auf der 8kW Variante. Die Mehrkosten für die größere Anlage amortisieren sich niemals über den angeblichen "Sicherheitsgewinn", aber die höheren Betriebskosten durch schlechteren COP sind real.
Wie ich schon mal in einem anderen Thread zu COP-Werten geschrieben habe: Die Effizienz ist der entscheidende Kostenfaktor.