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Sommereinstellungen LWP Altbau vs. Neubau – was unterscheidet sich wirklich?

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Manfred K.
Beiträge: 12
Themenstarter
(@manfred68)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten
[#116]

Hallo zusammen,

ich beschäftige mich gerade intensiv mit den Einstellungsunterschieden zwischen einer Luft-Wasser-Wärmepumpe im Altbau (bei mir Baujahr 1972, teilsaniert) und einem modernen Neubau. Im Sommer frage ich mich, ob man die Grundeinstellungen der Regelung wirklich komplett unterschiedlich angehen muss oder ob die meisten Parameter eigentlich ähnlich sind.

Konkret interessiert mich: Wie stellt ihr im Altbau die Vorlauftemperatur für die Warmwasserbereitung ein, wenn die Heizung im Sommer eh nicht läuft? Im Neubau mit Fußbodenheizung scheint das ja recht standardisiert zu sein, aber bei mir mit gemischtem System (teils Heizkörper, teils nachträglich verlegter FBH im EG) bin ich mir nicht sicher, was im Sommerbetrieb Sinn macht.

Außerdem: Lohnt es sich, die Anlage im Sommer überhaupt irgendwie zu 'trainieren' oder Einstellungen zu verfeinern, wenn die eigentliche Heizsaison noch Monate entfernt ist? Ich habe gelesen, dass man die Heizkurvenparameter am besten bei echten Außentemperaturen justiert – aber ist der Sommer dafür nicht eigentlich die schlechteste Zeit?

Wäre dankbar für Erfahrungen, besonders von Leuten mit ähnlichem Mischsystem oder Altbau-Situation. Was habt ihr im Sommer eingestellt und warum?

Viele Grüße
Manfred


5 Antworten
Klaus H.
Beiträge: 5
(@klaushartmann69)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Hallo Manfred,

die Frage kenne ich gut – ich hatte letzten Sommer exakt dasselbe Grübeln bei meinem Haus aus den 80ern. Kurz gesagt: Für die Warmwasserbereitung gelten im Altbau und Neubau eigentlich dieselben Grundsätze, also Zieltemperatur 50-55°C, und da ist der Altbau kein Sonderfall.

Was aber wirklich unterschiedlich ist: Im Altbau musst du deutlich mehr Puffer einplanen, weil die Hülle schlechter ist und die Anlage im Winter unter ganz anderen Bedingungen läuft als sie im Sommer 'trainiert' werden kann. Ich mache das bei mir so: Warmwasser-Einstellungen im Sommer feinjustieren, weil das eben ganzjährig relevant ist. Heizkurve dagegen lasse ich für den Herbst ruhen und notiere mir höchstens, was ich verändern möchte. Das ist effizienter.

Zu deinem Mischsystem: Das ist tatsächlich die kniffligste Konstellation. Ich würde empfehlen, für FBH und Heizkörper getrennte Heizkreise zu prüfen, falls noch nicht vorhanden – das macht die Abstimmung im Winter deutlich einfacher. Hab dazu auch im Thread zu Jahresstromverbrauch WP 2026 was dazu geschrieben, da gings auch um Systemauslegung.

Grüße, Klaus


Antwort
ThomasK89
Beiträge: 30
(@thomask89)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Moin Manfred,

als Anlagenmechaniker seh ich das etwas nüchterner: Die meisten Regler-Parameter die Leute im Sommer verstellen, müssen im Herbst wieder korrigiert werden weil die Randbedingungen einfach nicht passen. Einzige sinnvolle Ausnahme ist – wie schon gesagt – WW-Bereitung, da hast du ganzjährig stabile Bedingungen.

Was ich aber wirklich empfehlen würde: Nutz den Sommer um deine Anlagendokumentation zu vervollständigen. Welche Heizkörper haben welche Thermostatventile, welche Heizkreise gehen wohin, wo sitzen die Absperrventile. Das klingt nach Papierkram, aber wenn du im Oktober anfängst an der Heizkurve zu drehen und dabei merkst dass du gar nicht weißt was hydraulisch passiert, verlierst du viel Zeit. Mit sauberer Doku geht Feintuning im Herbst deutlich schneller.

Zu Software-Seite: Ich verwende für die Heizlastauswertung meiner Kunden verschiedene Tools, hab dazu auch im Heizlastberechnungs-Thread was geschrieben – vielleicht hilft dir das für die Altbau-Grundlagen.


Antwort
Marcus K.
Beiträge: 23
(@marcus92)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Kurze Ergänzung aus Montageperspektive: Prüf im Sommer unbedingt ob dein Expansionsgefäß noch korrekt vorgeladen ist und alle Ventile im System sauber schließen. Das klingt banal, hat aber direkten Einfluss auf die Regelgüte im Winter. Viele Probleme die ich bei Serviceeinsätzen sehe, haben ihre Ursache in mechanischen Kleinigkeiten, nicht in falsch gesetzten Parametern.

Beim Thema Wartungsvertrag hab ich hier im Forum schon mal was geschrieben – der Thread passt eigentlich auch zu deiner Situation, weil da genau solche Sommer-Checks besprochen werden.


Antwort
Martin89
Beiträge: 39
(@martin89)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Ich bin bei dem Thema skeptischer als die anderen hier: Altbau-Mischsysteme sind für WP eigentlich die unangenehmste Konstellation, und ich würde aufpassen dass du nicht zu viel Zeit in Feintuning steckst solange der hydraulische Abgleich und die Dämmung der Rohre nicht stimmen. Hab bei mir ähnliche Überlegungen gehabt, und am Ende hat die Smart-Home-Anbindung mir erstmal gezeigt wie unruhig das System eigentlich arbeitet – das war ernüchternd. Grundlagen zuerst, dann optimieren.


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