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Heizlastberechnung im Altbau: Worauf achten vor WP-Einbau?

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Klaus H.
Beiträge: 4
Themenstarter
(@klaushartmann71)
New Member
Beigetreten: Vor 3 Wochen
[#112]

Hallo zusammen,

ich bin nach fast zehn Jahren Pause wieder hier im Forum und versuche gerade, mein eingerostetes Wissen aufzufrischen. Wir haben ein Altbauhaus aus den 60ern, teilweise schon saniert (Fenster, Dachdämmung), aber die Außenwände sind noch weitgehend ungedämmt. Jetzt möchte ich endlich eine Luft-Wasser-Wärmepumpe einbauen lassen.

Bevor ich überhaupt Angebote einhole, beschäftigt mich vor allem die Frage: Wie gehe ich die Heizlastberechnung richtig an? Damals, als ich noch aktiver war, hat man das oft grob überschlagen – aber ich höre, dass man das heute viel präziser machen muss, damit die Wärmepumpe nicht über- oder unterdimensioniert wird.

Konkret frage mich:
- Sollte ich die Heizlastberechnung selbst versuchen (z.B. mit einer Software) oder grundsätzlich einem Fachmann überlassen?
- Wie wirkt sich die fehlende Außenwanddämmung auf die Dimensionierung aus – muss ich die WP dann deutlich größer wählen?
- Gibt es Parameter, die ich im Nachhinein noch feintunen kann, wenn die erste Auslegung nicht optimal war?

Ich bin froh, dass es dieses Forum noch gibt! Früher hat man hier wirklich viel gelernt. Über konkrete Erfahrungen und Tipps würde ich mich sehr freuen, gerne auch wenn jemand einen ähnlichen Altbau hat.


5 Antworten
Technik_Marco_85
Beiträge: 23
(@technik_marco_85)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Ich mach mal einen leicht anderen Punkt als die anderen: Du schreibst, Fenster und Dach sind schon saniert, Außenwände noch nicht. Bevor du dir über WP-Größe Gedanken machst – hast du konkrete U-Wert-Schätzungen für deine Wände? "Altbau 60er Jahre" kann von Vollziegelmauerwerk bis Leichtbau alles sein, und der Unterschied in der Heizlast ist riesig.

Ich hab für meine Projekte gelernt: Ohne echte Bauteilwerte (notfalls aus Tabellen oder einer Thermografieaufnahme im Winter) ist jede Heizlastberechnung letztlich Kaffeesatzleserei. Ich würde also als ersten Schritt empfehlen, diese Daten zu beschaffen – entweder über einen Energieberater oder zumindest über die Baupläne wenn vorhanden. Dann ergibt die Heizlastsoftware auch vernünftige Ergebnisse.


Antwort
WaermeFuchs88
Beiträge: 8
(@waermefuchs88)
Active Member
Beigetreten: Vor 3 Wochen

Kurze Ergänzung aus der Daten-Perspektive: Ich hab meine Anlage von Anfang an mit Monitoring aufgesetzt und kann dir sagen – die ersten Wochen nach Inbetriebnahme sind Gold wert fürs Feintuning. Vorlauftemperatur, Laufzeiten, tatsächlicher Wärmebedarf pro Außentemperatur-Bereich... das alles zeigt dir, ob die Auslegung gepasst hat oder ob nachzujustieren ist. Ohne Daten tappt man da wirklich im Dunkeln. Falls dich interessiert, welche Schnittstellen für die Anbindung taugen: WP per API oder IFTTT steuern – welche Schnittstellen funktionieren wirklich?


Antwort
SmartHeat_Tech
Beiträge: 51
(@smartheat_tech)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Ich fahr seit 8 Jahren Hybrid im Altbau (LWP + Gas-Brennwert), und mein wichtigster Rat: Unterschätze nicht, wie viel Spielraum du beim Feintuning später noch hast – aber auch wie frustrierend eine falsch ausgelegte Anlage ist.

Bei mir war die erste Heizlastberechnung zu grob, und die WP war am Ende etwas knapp dimensioniert für die kältesten Tage. Deswegen hab ich damals auf Hybrid gesetzt, was mich im Nachhinein nicht gereut hat – aber das war auch ein pragmatischer Kompromiss. Rein elektrisch hätte ich lieber etwas mehr Reserve gehabt.

Zum Feintunen der Parameter: Ja, das geht definitiv. Heizkurven-Steigung, Bivalenzpunkt, Vorlauftemperaturniveaus – da kann man einiges herausholen. Aber das setzt voraus, dass du die Anlage überhaupt grundlegend richtig dimensioniert hast. Den Kompressor durch Parameter-Tricks zu einem 5kW-Gerät zu machen, funktioniert nicht 😄

Meine Empfehlung für Altbauten ohne Außendämmung: Lieber einen Tick größer auslegen, oder zumindest die spätere Sanierung in die Planung einbeziehen und flexible Parameter dafür vorsehen.


Antwort
ThomasK89
Beiträge: 30
(@thomask89)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Hallo Klaus, willkommen zurück!

Zur Heizlastberechnung: Ich würde auf keinen Fall auf ein grobes Überschlagen vertrauen, gerade bei Altbauten mit gemischtem Sanierungsstand. Die Software-Tools, die es heute gibt (z.B. auf Basis EN 12831), sind gar nicht so schwer zu bedienen, aber man muss die Gebäudedaten wirklich sauber eingeben – U-Werte der Bauteile, Raumgeometrie, Normaußentemperatur für deinen Standort usw. Ich hab das in einem anderen Kontext mal ausführlicher beschrieben, hilft dir vielleicht als Einstieg: Heizlast pro Raum selbst berechnen für WP-Umbau – wo anfangen?

Die fehlende Außenwanddämmung schlägt je nach Wandaufbau enorm zu Buche, da können schnell 30-50% der Heizlast dran hängen. Das bedeutet: Entweder WP größer auslegen ODER zumindest mittelfristig Dämmung einplanen und das in der Dimensionierung berücksichtigen.

Feintuning nachher ist möglich – Heizkurve, Vorlauftemperaturen, Taktverhalten – aber die grundsätzliche Gerätegröße kannst du danach nicht mehr ändern. Lieber vorher eine ordentliche Berechnung machen lassen.


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