Moin zusammen,
als ehemaliger Ingenieur plane ich derzeit eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe für meinen Neubau und beschäftige mich intensiv mit den technischen Aspekten der Anlagensicherheit. Eine Frage treibt mich um, die ich in den technischen Unterlagen nur oberflächlich beantwortet finde:
Wie erkenne ich als Bauherr oder später als Betreiber, ob mein Kältekreislauf einen schleichenden Druckverlust hat? Ich verstehe, dass Undichtheiten kritisch sind – nicht nur für die Effizienz (die JAZ sinkt messbar), sondern auch für die Umwelt und die Gewährleistung.
Meine konkrete Situation: Bei der Planung möchte ich wissen, welche Messpunkte und Manometer der Installateur dokumentieren sollte, damit ich später Abweichungen selbst erkennen kann. Gibt es verlässliche Indikatoren im Regelverhalten der Anlage? Kann man das unterscheiden von saisonalen Schwankungen im Sommer, wenn die Außentemperatur hochgeht?
Hat jemand von euch praktische Erfahrung damit, wie schnell sich ein Druckverlust bemerkbar macht, und ab welchem Punkt wird es kritisch?
Danke für eure Erfahrungen!
Wolfgang
Wolfgang, gute Frage – das ist genau der Punkt, wo ich bei meiner Luft-WP auch anfangs verwirrt war. Der Druck im Kältekreislauf ist eigentlich DAS Erkennungszeichen für schleichende Probleme, aber die Hersteller machen es dir nicht leicht.
Hier meine Erfahrung:
**Was dein Installateur dokumentieren sollte:**
Hochdruckseite und Niederdruckseite bei standardisierten Bedingungen (z.B. 7°C Außenluft oder in deinem Fall: konstante Quellwassertemperatur). Diese Werte sollten im Übergabeprotokoll stehen. Das ist deine Baseline!
**Im Sommer (dein Problem):**
Ja, Drücke verschieben sich mit höheren Außentemperaturen – aber nicht beliebig. Ein Hochdrucksprung von +1,5 bar über den Sommer ist normal, ein Sprung um 3+ bar deutet auf Kältemittelverlust hin.
**Praktisch:** Druck-Manometer mit Datenlogger an der Serviceventil-Kupplung dokumentieren (monatlich). Nach 3–6 Monaten hast du ein Muster. Ein kontinuierliches Sinken um >0,2 bar/Monat = Leck irgendwo.
Bei Wasser-WP ist der Vorteil: stabilere Quellentemperatur = stabilere Druckwerte. Das macht es einfacher!
Torsten