Hallo zusammen,
ich plane derzeit einen Systemwechsel von Radiatoren auf Fußbodenheizung und habe eine grundsätzliche Frage zu den Heizkurveneinstellungen meiner Luft-Wasser-Wärmepumpe.
Meine aktuelle Anlage läuft seit drei Jahren mit Radiatoren und einer etablierten Heizkurve, die ich über mehrere Heizperioden optimiert habe. Die Kurvenendpunkte sitzen bei mir relativ steil (ca. 1,2 Steilheit), was für die Radiatorheizung gut funktioniert.
Bei der Umstellung auf FBH möchte ich verstehen: Muss ich die Heizkurve komplett neu ausmessen und kalibrieren? Oder kann ich die bestehende Kurve als Ausgangspunkt nehmen und nur die Steilheit reduzieren?
Mich interessiert besonders, wie unterschiedlich sich die thermischen Massen auswirken – FBH hat ja eine deutlich höhere Speichermasse als Radiatoren. Beeinflusst das die optimalen Kurvenparameter erheblich, oder geht es hauptsächlich um die Vorlauftemperaturen?
Hat hier jemand Erfahrung mit so einem Wechsel gemacht und kann berichten, wie lange die Neukalibrierung gedauert hat?
Danke für eure Insights!
Hi Thomas R.,
gute Frage! Ich bin zwar noch nicht so lange im Thema wie du, aber aus dem was ich bisher gelesen hab: Du wirst definitiv neu kalibrieren müssen, aber nicht komplett von vorne.
Die Sache mit der Speichermasse ist entscheidend – FBH reagiert deutlich träger als Radiatoren, das heißt die Kurve braucht flachere Werte. Deine 1,2er Steilheit wird da zu aggressiv sein, die meisten fahren bei FBH eher 0,6-0,8.
Das Gute: Du kannst mit deinen bisherigen Werten starten und dich dann langsam rantasten. Nicht alles wieder auf null setzen. Gib der Anlage ein bis zwei Wochen Zeit, um dich an die neue Dynamik zu gewöhnen – dann siehst du schon, wo es klemmt.
Wie lange die Feinabstimmung dauert, hängt auch vom Wetter ab. Im Herbst/Frühjahr geht's schneller, wenn du zwischendrin stabile Temperaturen hast.
Wäre interessant, wie es bei dir läuft. Viel Erfolg beim Umbau!