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Kompressor läuft im Sommer auf Volllast – Modulation sinnvoll begrenzen?

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SkeptikerWP47
Beiträge: 37
Themenstarter
(@skeptikerwp47)
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Beigetreten: Vor 3 Monaten
[#97]

Hallo zusammen,

ich bin seit letztem Herbst stolzer Besitzer einer Luft-Wärmepumpe (Inverter-Gerät, 10kW) und stehe vor einer Frage, bei der ich einfach nicht weiterkomme. Bisher hab ich mich vor allem mit dem Heizbetrieb beschäftigt und irgendwie gedacht, im Sommer ist ja eh Pause. Stimmt aber nicht ganz – wir nutzen die WP auch für Warmwasser, und ich hab bemerkt dass das Gerät bei den aktuellen Temperaturen (30°C+) scheinbar immer wieder in den hohen Modulationsbereich hochfährt, obwohl das eigentlich nicht nötig sein sollte.

Meine Frage: Gibt es Einstellungen, mit denen man das Modulationsverhalten gezielt an Außentemperaturen koppeln kann? Also sowas wie: Wenn AT > 25°C, dann maximale Leistungsaufnahme begrenzen? Ich habe in den Einstellungen etwas über Modulation gesehen, aber die Bezeichnungen sind... nennen wir es mal 'technisch anspruchsvoll' und ich will da nicht blind rumschrauben.

Hintergrund: Ich habe den Verdacht dass das Gerät bei hohen Außentemperaturen eigentlich sehr effizient arbeiten KÖNNTE, wenn man es nicht auf Anschlag fahren lässt. Oder irre ich mich da völlig? Muss ehrlich sagen ich bin kein Techniker, aber ich möchte verstehen was ich da tue bevor ich was ändere.

Welches Gerät oder welchen Hersteller ihr habt wäre auch interessant – vielleicht gibt es da ja herstellerspezifische Wege.

Danke schonmal!


4 Antworten
SmartHeat_Tech
Beiträge: 51
(@smartheat_tech)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Guter Punkt von Stefan – die Prozentanzeige ist tatsächlich oft relativ zur Betriebspunkt-Kennlinie, nicht zur absoluten Maximalleistung. Trotzdem ist die Frage des TE berechtigt.

Zur eigentlichen Frage: Ja, bei den meisten modernen Inverter-WP gibt es Möglichkeiten, die maximale Modulationsstufe zu begrenzen. Die Parameter heißen je nach Hersteller unterschiedlich – 'Max. Frequenz Kompressor', 'Leistungsbegrenzung' oder ähnlich. Bei manchen Geräten gibt es das sogar getrennt für Heiz- und Warmwasserbetrieb, was sehr sinnvoll ist.

Das Koppeln an die Außentemperatur direkt ist dagegen seltener implementiert. Eher der Umweg über die Heizkurve oder WW-Solltemperatur, wie Lisa schon geschrieben hat.

Mein Hinweis: Bei Warmwasser auf Volllast zu fahren hat übrigens nicht nur Effizienz-Nachteile – das Kältemittel arbeitet unter ungünstigeren Bedingungen. Im Sommer bei 30°C Außenluft reichen oft 60-70% Modulationstiefe völlig aus um 50°C WW-Temperatur zu erreichen, wenn der Wärmetauscher sauber ist. Lohnt sich also schon, da reinzuschauen. Aber bitte mit Installateur oder zumindest der Herstellerdoku – nicht blind in Servicemenüs.


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TechnikPaul_78
Beiträge: 55
(@technikpaul_78)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Das ist eine Frage, die ich mir vor ein paar Jahren bei meiner Erdwärme-Anlage auch gestellt hab – ich hab damals in diesem Thread über Extremtemperaturen einiges darüber gelernt, wie WP-Steuerungen auf Außenbedingungen reagieren.

Bei Luft-WP ist das Modulationsverhalten tatsächlich oft hersteller- und modellabhängig. Was du beschreibst – Hochlaufen bei hoher Außentemperatur – kann zwei Ursachen haben:

1. Das Gerät regelt auf einen Sollwert und kämpft gegen eine zu hohe Spreizung oder gegen schlechten Wärmeübergang (z.B. volle Pufferspeichertemperatur)
2. Die Steuerung hat keine saubere Kopplung zwischen AT-Signal und Modulationsgrenze

Bei vielen modernen Geräten gibt es tatsächlich einen Parameter wie 'maximale Leistung Warmwasser' oder eine Art Leistungsdeckelung per Betriebsmodus. Aber das ist wirklich herstellerspezifisch. Was hast du denn für ein Gerät?

Blind rumschrauben würd ich da auch nicht empfehlen. Im schlimmsten Fall läuft der Kompressor außerhalb seiner Kennlinie und das kostet entweder Effizienz oder Standzeit.


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Stefan8915
Beiträge: 41
(@stefan8915)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Ehrlich gesagt bin ich ein bissl skeptisch ob das wirklich das Problem ist das du denkst. Bei Inverter-WP ist 'Volllast' oft gar nicht das, was der Wert auf dem Display suggeriert – die laufen selten wirklich am absoluten Maximum. Ich schau bei sowas immer zuerst auf den tatsächlichen Stromverbrauch, nicht auf irgendwelche Prozentanzeigen.

Hast du Monitoring laufen? Wenn ja, was zeigt der tatsächliche Stromzug in diesen Momenten? Das sagt mehr als jeder Parameterwert.


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Lisa M.
Beiträge: 12
(@lisa_95)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Ich kenn das Thema ein bisschen aus meiner Recherche zur Vorlauftemperatur (hab da auch schon im Altbau-Thread drüber geschrieben). Grundsätzlich stimmt deine Intuition: hohe Außentemperatur = günstige Bedingungen für den Verdichter = weniger Leistung nötig für den gleichen Output.

Aber das Gerät weiß das nicht automatisch, wenn der Sollwert fürs Warmwasser z.B. auf 55°C steht und der Speicher leer ist. Dann ballert es los was geht.

Mein Tipp wäre: erstmal prüfen ob du die Ziel-WW-Temperatur im Sommer vielleicht auf 48-50°C reduzieren kannst (Legionellenschutz beachten!!). Das allein kann schon dazu führen dass das Gerät entspannter arbeitet und nicht in den oberen Modulationsbereich muss. Das ist kein direktes Einstellen der Modulation, aber quasi durch die Hintertür dasselbe Ergebnis.


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