Hallo zusammen,
ich bin seit November letzten Jahres stolzer Besitzer einer Luft-Wasser-WP (Viessmann Vitocal 200-A, 10 kW) und habe eigentlich gedacht, dass sich alles von selbst einregelt. Hat es aber nicht wirklich.
Das Problem: Meine Anlage taktet im Frühjahr extrem – manchmal 8-10 Starts pro Stunde bei milden Außentemperaturen. Jetzt im Sommer ist die Heizung zwar aus, aber ich möchte das vor dem nächsten Herbst in den Griff kriegen und die ruhige Zeit nutzen, um die Einstellungen zu optimieren. Sozusagen mein Sommerprojekt 2026, bevor der September kommt.
Ich habe gelesen, dass die Hysterese-Einstellung entscheidend ist, aber ehrlich gesagt verstehe ich nicht genau, wie ich die richtig setze. Aktuell ist sie auf 1 K (glaube ich zumindest, habe das so im Installateur-Menü gesehen). Ist das zu eng? Was ist der Unterschied zwischen Einschalt- und Ausschalthysterese, und gibt es da eine Faustformel?
Mein Haus hat Fußbodenheizung im Erdgeschoss, oben normale Heizkörper. Pufferspeicher ist keiner vorhanden, was ich inzwischen bereue.
Hat jemand konkrete Erfahrungen, welche Werte gut funktionieren? Und ändert sich das, je nachdem ob man Puffer hat oder nicht? Bin für jeden Hinweis dankbar.
Ich hab bei mir (Sole-Wasser-WP, seit 2022 in Betrieb) auch eine Zeit gebraucht bis das sauber lief. Ohne Pufferspeicher ist die Hysterese-Einstellung wirklich das A und O um Taktbetrieb zu vermeiden, weil du kein hydraulisches Puffervolumen hast das die Schwankungen abfedert.
Die Faustregel die mir mein Installateur damals mitgegeben hat: Mindestlaufzeit der Pumpe sollte ca. 10-15 Minuten sein. Daraus lässt sich rechnen welche Hysterese du brauchst – abhängig von der Heizleistung und dem Wasservolumen im System. Bei typischen Fußbodenheizungen mit relativ viel Wasserinhalt kommt man oft mit 3-4 K gut hin.
Die Einschalt- und Ausschalthysterese separat einstellbar zu haben ist übrigens ein Komfort den nicht alle Steuerungen bieten. Falls du das hast: Ausschalthysterese ruhig etwas größer als die Einschalthysterese setzen, damit die Pumpe bei Erreichen des Sollwerts noch ein bisschen weiterläuft.
Ich muss mal kurz nachfragen weil ich selbst noch nicht so tief in dem Thema drin bin: Ist die Hysterese eigentlich immer im Installateur-Menü versteckt oder gibt es WP-Hersteller wo man das als normaler Nutzer einstellen kann? Bei meiner hab ich davon noch nie was gesehen ehrlichgesagt.
Und – ich stell mir das bei gemischtem System (FBH + Heizkörper) auch tricky vor, weil ja beide Kreise unterschiedliche Vorlauftemperaturen brauchen. Regelt man da die Hysterese dann für den Gesamtvorlauf oder irgendwie kreisweise?
Ich hab letzten Herbst auch mit den Einstellungen gekämpft, und ehrlich gesagt bin ich immer noch nicht 100% zufrieden. Was mir geholfen hat: Ich hab über mehrere Tage mitgeschrieben wie oft die WP startet und bei welchen Außentemperaturen. Dann sah ich sehr schnell, dass das Takten hauptsächlich bei 8-12°C Außentemperatur passiert – also genau dem Bereich wo die Anlage eigentlich modulieren sollte aber nicht kann weil die Hysterese zu eng war.
Nach Erhöhung auf 3 K wars deutlich besser. Aber ich würde das auch in Schritten machen – nicht gleich von 1 K auf 5 K springen. Lieber 0,5 K Schritte und jeweils ein paar Tage beobachten. Im Sommer hast du ja Zeit dafür.
Guter Hinweis von Klaus-Weber mit der Mindestlaufzeit. Das wird tatsächlich oft vergessen. Ich hab das bei einem Bekannten eingestellt – 10 Minuten Mindestlaufzeit plus 3 K Hysterese – und der Taktbetrieb war quasi weg. Kosten für den Installateur: eine halbe Stunde Arbeit. Lohnt sich definitiv bevor der Herbst kommt. Den Pufferspeicher nachzurüsten wär natürlich die sauberere Lösung langfristig, aber das ist halt ein anderer Aufwand und anderes Budget.