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Heizkurven-Unterschiede bei FBH vs. Radiatoren - worauf achten im Neubau?

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Ralf B.
Beiträge: 6
Themenstarter
(@r-brinkmann)
Active Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten
[#175]

Hallo zusammen,

ich bin gerade in der Planungsphase für unseren Neubau und beschäftige mich intensiv mit der Wärmepumpen-Auslegung. Eine Frage lässt mich nicht los: Wir planen Fußbodenheizung im EG und klassische Heizkörper im OG. Mir ist klar, dass FBH mit niedrigeren Vorlauftemperaturen arbeitet, aber meine Frage zielt auf die Einstellung der Heizkurve ab.

Muss ich für die zwei verschiedenen Heizflächentypen unterschiedliche Kurvenparameter in der Wärmepumpen-Regelung hinterlegen? Oder gibt es einen Kompromiss, der beide Systeme optimal versorgt?

Dazu noch eine zweite Überlegung: Im August denke ich auch schon an den Kühlbetrieb. Kann ich die Fußbodenheizung im Sommer zur aktiven Kühlung nutzen, wenn die Heizkörper oben einfach zugesperrt werden? Hat das jemand von euch in einem Neubau-Projekt gemacht?

Ich möchte die Anlage von Anfang an richtig kalibrieren und nicht erst nach zwei Jahren Betrieb rumexperimentieren. Tipps gerne!


3 Antworten
Stefan89
Beiträge: 43
(@stefan89)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Kurze Antwort: Ja, zwei Systeme = zwei Regler. Heizkurve kombinieren geht nicht wirklich gut im Praxisbetrieb.


Antwort
Stefan-Berger
Beiträge: 30
(@stefan-berger)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Schön, dass du dich so früh damit auseinandersetzt – viele merken das Problem erst später. Also: Eine Heizkurve funktioniert, wenn die Hydraulik stimmt. Mischventil für Radiatoren, FBH direkt – fertig.

Bei der JAZ im praktischen Betrieb: Niedrigere Vorlauftemperaturen (FBH-Bereich) sind günstiger für die Effizienz. Das sollte dein primäres Ziel sein. Die Kühlfunktion ist ein Nice-to-Have, nicht das Kernproblem.

Mein Tipp für Neubau: Lass vom Planer ein Monitoring-Konzept mit aufbauen, dann siehst du nach der ersten Heizperiode, wie die Kurve wirklich läuft.


Antwort
Klaus-Weber
Beiträge: 36
(@klaus-weber)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Ralf, das ist eine klassische Auslegungsfrage, die ich in meinen Berechnungen ständig habe. Mathematisch funktioniert eine kombinierte Heizkurve, wenn die Spreizung und die Datenblätter der Flächen berücksichtigt werden.

Für deinen Fall konkret: FBH typischerweise 30–35 °C, Radiatoren 50–55 °C. Das erfordert ein Dreiweg-Mischventil für die Radiatoren mit eigenem Regler. Die WP-Heizkurve wird dann nach der FBH bemessen, weil diese das kritischere System ist.

Zur Kühlung: Eine Wärmepumpe kann technisch kühlen, aber die Fußbodenheizung dafür zu nutzen ist in der Praxis oft problematisch – Tauwasserrisiko bei hoher Luftfeuchte, und der COP beim Kühlen ist deutlich niedriger. Im Neubau würde ich erst einen Puffer-Speicher dimensionieren und dann entscheiden.


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