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Neubau EFH: Welche Effizienz-Maßnahmen lohnen sich wirklich von Anfang an?

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ThomasB_1986
Beiträge: 21
Themenstarter
(@thomasb_1986)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten
[#115]

Hallo zusammen,

ich bin mitten in der Planungsphase meines Einfamilienhauses und beschäftige mich gerade intensiv damit, wie ich die Wärmepumpe von Beginn an möglichst effizient betreiben kann. Die Heizlastberechnung läuft gerade, und ich merke, dass da unheimlich viele Stellschrauben existieren, bevor überhaupt die erste Heizperiode beginnt.

Mich interessiert vor allem: Was würdet ihr im Neubau anders machen als Bestandsgebäude-Besitzer, die nachträglich optimieren müssen? Ich habe ja den Vorteil, dass ich jetzt noch alles planen kann – Rohrdimensionierung der Fußbodenheizung, Speicherkonzept, Einbindung der Frischwasserstation für die Warmwasserbereitung, Auslegung der Heizkurve passend zur tatsächlichen Gebäudehülle.

Konkret: Macht es Sinn, die Vorlauftemperatur im Neubau von vornherein auf 35°C auszulegen, oder ist das zu knapp kalkuliert? Und wie haltet ihr es mit der Hydraulik – habt ihr einen Systemtrenner, Puffer, oder läuft die WP direkt auf die FBH? Ich lese hier immer unterschiedliche Meinungen dazu.

Außerdem: Gibt es Dinge, die man im Sommer, also jetzt gerade in der heizlastfreien Zeit, schon vorbereiten oder einstellen kann, damit man im ersten Herbst/Winter direkt einen guten Start hat? Ich möchte nicht erst nach einem schlechten ersten Winter anfangen zu optimieren, sondern möglichst direkt.

Freue mich auf eure Erfahrungen, gerade auch von Neubauern die schon eine oder zwei Heizperioden hinter sich haben.


4 Antworten
R.Hofmann
Beiträge: 27
(@r-hofmann)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Direkt auf die FBH ohne Puffer geht im Neubau oft gut, aber lass dir vom Installateur unbedingt ein Mindestvolumen nachweisen. Manche WP-Hersteller schreiben das vor, sonst gibts Garantieprobleme.


Antwort
Klaus H.
Beiträge: 9
(@klaushermann25)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Thomas, aus 12 Jahren Sole-WP-Betrieb kann ich dir sagen: Der größte Hebel im Neubau ist die konsequente Niedrigtemperaturauslegung, und die fängt bei der Heizflächenauslegung an, nicht bei der WP selbst.

35°C Auslegung ist realistisch machbar wenn die Heizlast sauber berechnet ist und die FBH-Fläche entsprechend dimensioniert wird. Aber ich würde dir empfehlen, dir eine kleine Reserve einzuplanen – also rechnerisch auf 35°C auslegen, aber die Anlage so einrichten dass sie auch mal auf 40°C hochgehen kann ohne dass gleich alles aus dem Ruder läuft.

Zur Hydraulik: Pufferspeicher ist meiner Erfahrung nach bei modernen modulierenden Wärmepumpen und gut ausgelegter FBH oft nicht zwingend nötig. Die FBH selbst wirkt als thermische Masse. Ein kleiner hydraulischer Abgleich und eine sauber eingestellte Spreizung sind wichtiger als ein großer Puffer.

Was du jetzt im Sommer schon tun kannst: Plant die Einregulierung der FBH sorgfältig und dokumentiert alle Auslegungsparameter. Den hydraulischen Abgleich nach Inbetriebnahme würde ich nicht auf die lange Bank schieben, das hab ich damals beim Nachtabsenkungsthema auch erst zu spät erkannt – wer hydraulisch nicht abgeglichen ist, optimiert am falschen Ende.


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Peter K.
Beiträge: 26
(@technikpeter_74)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

35°C Auslegung im Neubau ist absolut machbar, aber nur wenn der Heizkreisverteiler und die Rohrlängen pro Kreis sauber berechnet sind. Hab das bei mir im Altbau anders erlebt – da war nachrüsten brutal aufwendig, wie ich hier im Forum schon öfter beschrieben hab.

Einen Tipp noch zur Effizienz: Schau dir jetzt schon die Smart-Home-Anbindung an. Ich steuere meine Hybridanlage über Automatisierungen und der Unterschied zu einer rein manuell eingestellten Anlage ist wirklich spürbar. Im Neubau kannst du die nötige Infrastruktur (Kabel, Bussystem) von Anfang an einplanen statt später durch Gipskarton zu fummeln. Das ist vielleicht nicht der erste Gedanke wenn mans um Effizienz geht, aber die Steuerung macht am Ende einen erheblichen Teil der JAZ aus.


Antwort
WaermeFuchs88
Beiträge: 8
(@waermefuchs88)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Gute Frage, Thomas – auch wenn ich als Altbau-Umrüster natürlich ein bisschen neidisch auf deine Ausgangslage bin. Ich kämpfe gerade damit, dass meine alten Rohre und die Heizkörper aus den 70ern mir keine niedrigen Vorlauftemperaturen erlauben, während du das von Grund auf sauber planen kannst.

Was ich dir auf jeden Fall mitgeben würde: Rechne die Heizflächen lieber großzügig aus als zu knapp. 35°C Vorlauf klingt gut, aber du brauchst Reserve für wirklich kalte Tage ohne dass der Heizstab einspringt. Ich hab mich damals zu sehr auf Herstelleraussagen verlassen und bin jetzt beim Nachrüsten.

Zur Hydraulik: Ich hab damals viel im Warmwasservorrang-Thread mitgelesen und würde sagen: Das Zusammenspiel zwischen FBH und Warmwasserbereitung ist wirklich unterschätzt. Gerade mit Frischwasserstation musst du da die Taktung im Blick haben.


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