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Hybrid-WP im sanierten Altbau: Wie Effizienz im Sommer sinnvoll optimieren?

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Martin89
Beiträge: 39
Themenstarter
(@martin89)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 1 Monat
[#120]

Hallo zusammen,

bin nach gut 10 Jahren Pause wieder hier im Forum – hat sich einiges verändert, das muss ich sagen! Ich beschäftige mich gerade intensiv mit dem Thema Hybridheizung für mein saniertes Einfamilienhaus (Baujahr 1978, vor 2 Jahren Fenster + Außendämmung erneuert). Geplant ist eine Luft-Wasser-Wärmepumpe in Kombination mit der vorhandenen Gasheizung.

Jetzt, mitten im Sommer, frage ich mich: Wie geht ihr das Thema Effizienz an, wenn die Heizlast quasi null ist? Nutzt ihr die Sommermonate aktiv, um Einstellungen zu optimieren oder Daten zu sammeln? Ich habe gelesen, dass man Vorlauftemperaturen, Heizkurven und auch die Warmwasserbereitung gerade jetzt gut testen kann – aber ich bin ehrlich gesagt nicht sicher, wo ich anfangen soll.

Dazu noch die Frage zur Smart Home Integration: Macht es Sinn, schon vor der eigentlichen Installation eine Steuerungslösung zu planen, oder läuft das immer herstellergebunden? Ich würde das System gerne zentral über ein bestehendes Smart Home einbinden – aber ich weiß nicht, ob das bei Hybridlösungen überhaupt vernünftig funktioniert.

Über Erfahrungen aus der Praxis würde ich mich sehr freuen – gerade auch von Leuten, die ähnliche Altbau-Situationen kennen.

Viele Grüße,
Martin89


7 Antworten
Tobias K.
Beiträge: 15
(@erdwaermepro42)
Active Member
Beigetreten: Vor 4 Wochen

Hallo Martin89,

interessante Frage, auch wenn mein Fokus gerade eher Richtung Erdwärme und Neubau geht. Aber ein Punkt zur Smart Home Integration betrifft uns alle gleichermaßen: Die Frage nach offenen Protokollen ist wirklich entscheidend.

Ich hab mich im Rahmen meiner eigenen Neubau-Planung intensiv damit auseinandergesetzt (u.a. im Erdsondenfeld-Thread kurz angesprochen). Hersteller wie Vaillant, Viessmann, Bosch etc. haben alle mehr oder weniger geschlossene Ökosysteme. Wer unabhängig bleiben will, muss gezielt nach KNX, Modbus TCP oder zumindest einer dokumentierten API fragen.

Für deine Hybridlösung würde ich außerdem schauen ob der Gaskessel-Hersteller und der WP-Hersteller kompatible Steuerungskonzepte mitbringen. Manche Kombis sind da hervorragend aufeinander abgestimmt, andere brauchen teure externe Regelungen.

Zum Effizienz-Thema im Sommer: Ich würde die Zeit nutzen, um Monitoring aufzusetzen bevor es losgeht. Energiezähler an relevante Punkte, dann hast du im ersten Winter echte Vergleichsdaten.


Antwort
SmartPump_28
Beiträge: 13
(@smartpump_28)
Active Member
Beigetreten: Vor 4 Wochen

Hi Martin89,

willkommen zurück! Zur Smart Home Integration: Das ist tatsächlich herstellerabhängiger als man hofft, aber nicht hoffnungslos. Viele moderne LWP haben SG-Ready-Kontakte oder sogar Modbus/CAN-Schnittstellen, über die man sie in übergeordnete Systeme einbinden kann. Ich hab das bei mir über Home Assistant gelöst – mit ein bisschen Bastelei geht da einiges, aber du musst realistisch sein: Plug-and-play ist das selten.

Für Hybrid-Setups ist das sogar noch etwas komplexer, weil du dann auch die Bivalenzpunktsteuerung irgendwie abbilden musst. Also wann schaltet die WP ab und die Gastherme übernimmt. Manche Hersteller liefern da fertige Lösungen, andere nicht.

Mein Tipp: Schau schon bei der Auswahl der WP gezielt nach Schnittstellen. Nicht erst nach dem Kauf. Ich hab das damals hier im Altbau-Kostenthread nicht konsequent genug gemacht und hinterher etwas nachgerüstet werden müssen. Kostet Zeit und Nerven.

Sommermonate sind übrigens ideal um die Warmwasserbereitung zu optimieren – da siehst du den reinen COP für WW ohne Heizlast-Rauschen.


Antwort
Manfred K.
Beiträge: 12
(@manfred68)
Active Member
Beigetreten: Vor 4 Wochen

Hallo Martin89,

willkommen zurück im Forum! Den Sommer wirklich aktiv für Optimierungen zu nutzen – da stimme ich dir vollständig zu, das ist eine Chance die viele verschenken.

Aus meiner Erfahrung mit der Altbau-Sanierung (ich hab das im Sommereinstellungen-Thread ausführlich beschrieben) ist der wichtigste Punkt: Im Sommer kannst du hervorragend die Warmwasserstrategie testen. Bei welchen Außentemperaturen welche VL-Temperatur für WW nötig ist, ob Legionellenschutz-Schaltung mit der WP alleine läuft oder ob Heizstab anspringt – das alles siehst du jetzt ohne das Heizungsgeschäft dazwischen.

Bei Hybrid-Systemen ist außerdem interessant: Wie verhält sich die Gasheizung wenn sie wochenlang kaum läuft? Manche älteren Geräte mögen das nicht so gut. Nicht dass du im Herbst eine böse Überraschung erlebst. Ich würde die Gastherme im Sommer gelegentlich kurz laufen lassen – einfach zur Sicherheit.

Zur Smart Home Frage: Das hängt wirklich sehr stark am Hersteller. Lass dir das unbedingt schriftlich geben welche Schnittstellen vorhanden sind, bevor du unterschreibst.


Antwort
TobiasK87
Beiträge: 51
(@tobiask87)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Hey Martin89,

genau das hab ich mich bei meiner Planung auch gefragt. Ich kombiiere PV mit LWP und der Punkt mit dem Sommer als "Testphase" ist eigentlich Gold wert.

Was ich konkret mache: Im Sommer läuft die WP bei mir fast nur für Warmwasser und ich schau mir genau an, wann PV-Überschuss anfällt und ob das zeitlich mit der WW-Bereitung zusammenpasst. Das lässt sich über SG-Ready eigentlich gut steuern, aber ob das auch wirklich so läuft wie gedacht – dafür braucht man halt die Daten.

Zur Smart Home Frage: Ich nutze ein System das über die SG-Ready-Schnittstelle geht, also relativ herstellerunabhängig. Nicht die eleganteste Lösung, aber sie funktioniert zuverlässig und ich muss keine proprietäre Cloud nutzen. Für ein Hybrid-System müsstest du halt auch noch den Gas-Part irgendwie einbinden – das macht es tatsächlich aufwändiger.

Mit PV zusammen lohnt sich das auf jeden Fall. Ohne PV... da würd ich den Aufwand nochmal hinterfragen ob sich die Komplexität wirklich rechnet.


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