Hallo zusammen,
nach zehn Jahren freue ich mich, hier wieder aktiv zu sein. Ich stehe jetzt vor der Umrüstung meines unsanierten Hauses aus den 70ern auf eine Wärmepumpe – das ist eine große Baustelle.
Bei meinen Recherchen zur Wartung und zum richtigen Service bin ich immer wieder auf den hydraulischen Abgleich gestoßen. Mein Installateur meint, das sei bei meinem Altbau "sehr wichtig" und würde die Effizienz deutlich verbessern. Allerdings möchte er dafür einen Fachmann beauftragen – was nicht gerade günstig ist.
Meine Frage: Kann man das nicht selbst machen? Ich bin handwerklich nicht unbegabt, nur eben lange raus aus dem Thema. Wie kompliziert ist es wirklich, die Ventile abzugleichen? Und vor allem: Bei einem 70er-Jahre-Haus mit Radiatoren – bringt mir das wirklich messbar was, oder ist das eher eine Standardempfehlung?
Hat hier jemand Erfahrung mit Altbausanierung und hydraulischem Abgleich? Worauf sollte ich achten?
Viele Grüße,
Klaus
Selbermachen? Naja, kommt drauf an wie gründlich du es machen willst...
Klaus, willkommen zurück im Forum!
Ich beschäftige mich viel mit optimalen Aufstellungen und Systemeffizienz. Der hydraulische Abgleich ist bei Altbauten wirklich nicht unwichtig, aber ehrlich gesagt: Bei deinem Haus aus den 70ern mit Radiatoren brauchst du wahrscheinlich keinen perfekten Abgleich im Labor-Sinne. Die Radiatoren sind robust.
Was viel wichtiger ist: Schau, ob alle Heizkörper in den verschiedenen Räumen wirklich warm werden und ob es Zonen gibt, die unterversorgt sind. Das merkst du schnell nach Installation. Dann kannst du die Ventile nachjustieren – das ist keine Hexerei und kostet dich höchstens einen Nachmittag Zeit.
Einen Fachmann würde ich erst rufen, wenn nach 2–3 Wochen Betrieb noch größere Probleme bestehen. Sonst ist das einfach zu teuer.
Hallo Klaus,
gute Frage! Ich befasse mich ja regelmäßig mit Effizienzoptimierungen bei verschiedenen WP-Systemen und vergleiche dabei auch die JAZ-Werte im Detail.
Zum hydraulischen Abgleich: Es ist technisch durchaus möglich, das selbst zu machen, aber es braucht echte Sorgfalt. Du benötigst ein Differenzdruckmanometer und solltest die Heizlast für die einzelnen Räume oder zumindest grob berechnen können. Das ist für einen Altbau aus den 70ern eigentlich nicht so kompliziert, wenn die Wärmeverluste relativ homogen sind.
ABER: Bei einer WP-Installation würde ich es nicht überstürzen. Der Abgleich ist im Altbau tatsächlich sinnvoll, weil ungleiche Durchströmungen die JAZ senken – das habe ich mehrfach gemessen. Allerdings zahlt sich der Aufwand oft erst nach einigen Wochen Laufzeit aus, wenn die WP optimiert ist. Mein Rat: Lass den Installateur zuerst die WP installieren und die Heizkurve kalibrieren. Danach kannst du mit etwas Geduld selbst Hand anlegen, wenn du magst.
Viel Erfolg beim Umbau!