Hallo zusammen,
ich betreibe seit 8 Jahren eine Sole-Wasser-Wärmepumpe und bin grundsätzlich ein überzeugter Anhänger der Erdwärme. Jetzt bin ich aber zunehmend neugierig auf Wasser-Wasser-Systeme, speziell was den Sommerbetrieb angeht.
Bei meiner Sole-WP nutze ich seit ein paar Jahren die passive Kühlung (Free-Cooling) über die Erdsonde – das funktioniert ganz ordentlich, aber die Kühlleistung ist naturgemäß begrenzt, weil die Sole im Sommer nach einigen Wochen Dauerbetrieb doch merklich wärmer wird.
Nun habe ich gelesen, dass Wasser-Wasser-Anlagen beim passiven Kühlen deutlich im Vorteil sein sollen, weil das Grundwasser das ganze Jahr über relativ konstant bei etwa 10-12°C liegt und sich nicht so aufheizt wie eine Erdsonde im Dauerbetrieb.
Meine konkreten Fragen:
- Hat jemand hier praktische Erfahrung mit passiver Kühlung über eine W/W-WP im Sommer?
- Wie groß ist der Unterschied zur Sole-Kühlung wirklich im Alltag?
- Gibt es beim Dauerbetrieb über Wochen Probleme mit dem Schluckbrunnen (Druckabfall, Verstopfung o.ä.)?
- Lohnt sich der Wechsel von Sole auf W/W allein wegen besserer Sommerperformance?
Ich will das realistisch einschätzen, bevor ich anfange mir etwas schönzurechnen. Danke schon mal für eure Einschätzungen!
Grüße, H. Weber
Passive Kühlung über Grundwasser im Sommer – das hab ich bei einem Bekannten beobachtet, der eine W/W-Anlage hat. Sein Schluckbrunnen hat nach ca. 6 Wochen Dauerkühlung tatsächlich angefangen mehr Gegendruck aufzubauen, die Durchflussmenge ist messbar gesunken. Kein Totalausfall, aber spürbar. Ob das bei Ihrem Grundwasser genauso wäre hängt stark von der Wasserqualität ab – Eisen und Mangan sind da die Hauptübeltäter.
Zur Grundsatzfrage: Ich würde den Aufwand einer Umrüstung allein für bessere Sommerkühlung nicht treiben. Wenn Ihre Sole-Kühlung funktioniert – auch wenn sie begrenzt ist – dann ist das pragmatisch gesehen ausreichend für die meisten Wohngebäude. Echten Komfort im Sommer kriegt man mit passiver Kühlung sowieso nie wie mit einer Klimaanlage, egal ob Sole oder Grundwasser.
Ich steig grade erst wieder ins Thema ein nach längerer Pause, also nimm das mit Vorsicht – aber speziell zur Frage Umrüstung von Sole auf W/W würd ich sagen: Das ist kein kleines Projekt. Du hast ja schon eine funktionierende Anlage, und allein die Brunnenbohrung plus Genehmigungen sind nicht zu unterschätzen.
Für mein Altbau-EFH von 1975 spiele ich ja auch gerade mit dem Gedanken einer Umrüstung, aber ich fokussier mich eher auf Luft-Wasser. Die Frage ob sich W/W rein wegen der besseren Sommerkühlung lohnt – da wäre ich skeptisch. Ich hab neulich bei der steuerlichen Einordnung von WP-Projekten recherchiert und selbst bei gutem Invest rechnet sich sowas selten über nur ein Feature.
Die Grundwasserkühlung klingt physikalisch überzeugend, keine Frage. Aber ob das in der Praxis wirklich so viel besser ist als deine bestehende Solelösung – das würd mich auch interessieren was die Leute sagen die das wirklich betreiben.
Interessante Frage, auch wenn ich selbst keine W/W-Anlage betreibe. Aus meiner Erfahrung mit der Hybridheizung kenne ich das Thema Sommerbetrieb anders – bei mir übernimmt im Sommer die Wärmepumpe nur noch die Warmwasserbereitung, Kühlung hab ich gar nicht.
Aber zum eigentlichen Punkt: Ich hab bei mir gemerkt, dass die Vorlauftemperatur im Sommer ganz entscheidend ist, wenn man aktiv oder passiv kühlen will. Habe dazu auch mal einiges zusammengeschrieben, falls das hilft: Vorlauftemperatur senken: Meine Optimierungsversuche im Überblick.
Zum Grundwasser-Kühlen selbst: Ich hab von Nachbarn gehört, dass die passive Kühlung via Grundwasser tatsächlich sehr konstant bleibt über den Sommer, weil eben das Wasser immer frisch nachkommt. Der Schluckbrunnen ist aber nach allem was ich gehört habe der kritische Punkt im Dauerbetrieb – das würde ich auf jeden Fall vorher von einem Fachmann beurteilen lassen bevor man umrüstet.