Hallo zusammen,
wir planen schon seit Monaten unsere neue Heizung und eigentlich waren wir uns sicher: Wasser-Wasser-Wärmepumpe soll es werden. Das Grundwasser steht hier bei 3,5m, Menge ist auch ausreichend.
Jetzt kam aber das böse Erwachen: Die Wasseranalyse zeigt 0,8mg/l Eisen. Unser Installateur rät komplett ab und meint, das ginge gar nicht, da würde alles verstopfen nach kurzer Zeit. Er will uns lieber eine Luft-Wasser verkaufen.
Aber unser Nachbar hat vor 3 Jahren genau das gleiche Problem gehabt - gleicher Brunnen quasi, gleiches Wasser. Der hat trotzdem gebaut und läuft seit 3 Jahren ohne Probleme! Seine Anlage läuft super, keine Verstopfungen, nichts. Er sagt nur, man muss halt öfter spülen.
Jetzt bin ich total verunsichert. Will natürlich auch die bessere Effizienz der W/W-Pumpe haben, gerade jetzt im Sommer merkt man ja wie heiß es wird und da ist Kühlung auch ein Thema. Aber andererseits will ich nicht nach 2 Jahren einen teuren Schaden haben.
Hat jemand Erfahrungen mit ähnlichen Eisenwerten? Gibt es vielleicht spezielle Filter oder Aufbereitungsanlagen? Oder übertreibt unser Installateur vielleicht auch nur?
Danke schonmal für eure Hilfe!
Da muss ich Marcus widersprechen - 0,8mg/l ist definitiv zu hoch für eine unbehandelte W/W-Anlage. Die Grenze liegt meist bei 0,2-0,3mg/l, darüber wird es kritisch.
Ihr Nachbar hat möglicherweise Glück oder betreibt mehr Aufwand als er zugibt. Ich hab schon mehrere Anlagen gesehen die nach 1-2 Jahren dicht waren wegen Eisenablagerungen. Bei der Wartung wird sowas oft übersehen bis es zu spät ist.
Wenn W/W dann nur mit ordentlicher Wasseraufbereitung. Eine Enteisenungsanlage kostet aber auch ihre 3-4000€ extra. Rechnen Sie das mal gegen eine gute Luft-Wasser, da ist der Effizienzunterschied vielleicht gar nicht so dramatisch.
Aus technischer Sicht ist 0,8mg/l tatsächlich grenzwertig. Das Problem ist nicht nur die Verstopfung, sondern auch die Korrosion im System. Eisen oxidiert gerne und das kann langfristig richtig teuer werden.
Aber lösbar ist es schon - mit entsprechender Aufbereitung. Enteisenungsanlage + regelmäßige Spülungen alle 6 Monate minimum. Vielleicht auch einen separaten Kreislauf für die Rückgabe überlegen.
Wichtiger Punkt: Lassen Sie sich die Wartungskosten vorab kalkulieren! Wenn Sie alle Folgekosten einrechnen kann 'ne ordentliche Luft-Wasser wirtschaftlich sinnvoller sein, auch wenn die JAZ niedriger ist.
Also 0,8mg/l ist schon grenzwertig, aber nicht unmöglich. Ich würde auf jeden Fall nochmal eine zweite Meinung einholen - gibt durchaus Installateure die sich nur mit dem auskennen was sie gewohnt sind.
Dein Nachbar hat wahrscheinlich Glück oder macht wirklich regelmäßige Wartung. Wichtig ist dass du einen Sandfilter vorschaltest und eventuell auch eine Enteisenung einbaust. Kostet zwar extra, aber dann sollte es funktionieren. Die Effizienz ist einfach zu gut um darauf zu verzichten, besonders wenn du auch kühlen willst.