Hey zusammen,
stehe gerade vor einer wichtigen Entscheidung für meinen 180qm Neubau. Nachdem ich die letzten drei Jahre Erfahrungen mit meiner Luft-Wasser-WP sammeln konnte, bin ich jetzt beim Neubau fest entschlossen, diesmal auf Erdwärme zu setzen. Die bessere Effizienz im Winter ist einfach unschlagbar.
Nun stehe ich vor der Frage: Erdkollektor oder Tiefenbohrung? Die Erstkosten sind ja klar - Kollektor günstiger, dafür braucht man mehr Fläche. Habe ca. 600qm Grundstück, also theoretisch machbar.
Was mich aber beschäftigt sind die Folgekosten, die man nicht auf dem ersten Blick sieht. Bei der Tiefenbohrung ist ja alles "unten" und fertig. Aber wie sieht's langfristig aus? Muss man bei Kollektoren den Garten später nochmal aufreißen? Gibt's Probleme mit Baumwurzeln oder wenn man mal einen Pool bauen will?
Und bei der Tiefenbohrung - wie oft muss die Sole gewechselt werden? Kommen da regelmäßig Kosten auf einen zu?
Jetzt im Mai ist ja die perfekte Zeit für die Planung, damit im Herbst alles steht. Wer hat Erfahrungen mit den langfristigen Kosten beider Systeme?
Aus Sicht der Anlagentechnik würde ich bei deinen Voraussetzungen klar zur Tiefenbohrung raten. Die oft gehörte Behauptung von regelmäßigen Solenwechseln kann ich so nicht bestätigen - bei ordentlicher Ausführung hält das System 20+ Jahre ohne größere Eingriffe.
Bei Kollektoren sehe ich das kritischer als oft dargestellt wird. Das Problem ist nicht nur die Flächenversiegelung für spätere Bauvorhaben, sondern auch die schleichende Leistungsminderung durch Bodenverdichtung und ja, auch Wurzeleinwuchs bei größeren Bäumen. Habe schon Anlagen gesehen, wo nach 10 Jahren die JAZ deutlich abgefallen ist.
Die 600qm reichen zwar theoretisch, aber du musst bedenken: Mindestabstände zu Gebäuden, eventuell später geplante Terrasse, Carport etc. Da wird's schnell eng. Beim Kollektor kommst du auch nicht um eine Zirkulationspumpe rum, die bei der Tiefenbohrung entfällt.
Langfristig gesehen ist die Tiefenbohrung trotz höherer Erstinvestition oft die wirtschaftlichere Lösung. Die Mehrkosten amortisieren sich über die Laufzeit durch bessere Effizienz und geringere Wartungskosten.