Speichergröße für W...
 
Benachrichtigungen
Alles löschen

Speichergröße für WW korrekt dimensionieren – welche Methode ist zuverlässig?

2 Beiträge
2 Benutzer
2 Reactions
43 Ansichten
Werner-Kessler
Beiträge: 39
Themenstarter
(@werner-kessler)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 5 Monaten
[#237]

Guten Tag zusammen,

als ehemaliger Elektrotechniker beschäftige ich mich aktuell intensiv mit der Planung einer Luft-Wärmepumpen-Anlage für mein Eigenheim. Dabei stoße ich auf eine grundsätzliche Frage zur Dimensionierung des Warmwasserspeichers, die mir bislang keine pauschale Antwort geben konnte.

Die meisten Planungsunterlagen arbeiten mit vereinfachten Daumenregeln (z.B. 50–60 Liter pro Person), doch das berücksichtigt meines Erachtens weder die individuelle Entnahmekurve noch die tatsächliche Nachheizleistung der WP. Ich bin Wärmepumpen-Anfänger, möchte aber keine überdimensionierte Lösung mit unnötigem Speicherverlust und auch keine Unterversorgung riskieren.

Meine Frage: Gibt es eine seriöse Berechnungsmethode, die – ähnlich wie bei der Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 – auch für die WW-Speicherauslegung praxisnah angewendet werden kann? Sollte man dabei auch berücksichtigen, dass wir im August (Sommer) völlig andere Lastprofile haben als im Winter?

Ich bin dankbar für fundierte Hinweise.


1 Antwort
Thomas K.
Beiträge: 28
(@stillhunter47)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Werner, da sprichst du einen wichtigen Punkt an. Die vereinfachten Faustregeln sind tatsächlich oft viel zu grob. In der Praxis müssen mindestens drei Faktoren rein: die maximale Tagesabnahme (nicht Durchschnitt!), die Nachheizleistung der WP und die akzeptable Temperaturabsenkung des Speichers zwischen zwei Ladzyklen.

Für eine aussagekräftige Berechnung würde ich folgende Schritte empfehlen:

1. **Entnahmeprofil erheben**: Spitzenwert pro Tag dokumentieren (z.B. Morgendusche, Geschirrspüler, Wäsche). Das ist individueller als jede Regel.

2. **Nachheizleistung der WP ermitteln**: Das COP für WW-Bereitung (meist 3,0–3,5 im Sommer, deutlich schlechter im Winter). Wie schnell lädt deine WP den Speicher tatsächlich nach?

3. **Zyklusrechnung**: Speichergröße = (tägliche Spitzenlast − nutzbare Speichertemperaturspreizung) ÷ Nachheizleistung.

Zur Sommer-Frage: Korrekt, im August ist das Profil völlig anders – geringere Gesamtkältelast, höhere Außentemperaturen, bessere WP-Effizienz. Das kann die erforderliche Speichergröße sogar reduzieren, solange die Spitzenlast nicht größer ist.

Vielleicht hilft dir auch ein Blick in die VDI 4645, dort sind empirische Verfahren dokumentiert.


Antwort
Teilen: