Hi zusammen,
komm grad von der Beratung beim Installateur zurück und bin ziemlich verwirrt. Der hat ständig von "Regelung" und "Steuerung" geredet, als wäre das was komplett anderes. Für mich klang das erstmal nach dem gleichen - die WP macht halt was sie soll.
Jetzt hab ich zuhause nochmal nachgedacht: Ist das nicht beides das Gleiche? Die Wärmepumpe misst die Temperatur und macht dann entsprechend mehr oder weniger Heizleistung. Oder hab ich da was falsch verstanden?
Der Typ hat auch was von "offener Steuerung" und "geschlossenem Regelkreis" gefaselt - ehrlich gesagt hab ich nur Bahnhof verstanden. Vielleicht kann mir das jemand mal in normalen Worten erklären? Ist das überhaupt wichtig für mich als Hausbesitzer oder nur Fachchinesisch?
Wir planen übrigens die Installation für Ende Juli, bevor wir in Urlaub fahren. Da wär's schon gut wenn ich weiß wovon die reden.
Danke schonmal!
Hey Tim,
kann dich verstehen, die Begriffe werden oft durcheinander geworfen. Der Unterschied ist aber eigentlich ganz einfach:
**Steuerung** = die WP macht was du ihr sagst, ohne zu checken ob's funktioniert. Beispiel: Timer sagt "um 6 Uhr anschalten" → WP schaltet an, egal ob draußen -10°C oder +20°C sind.
**Regelung** = die WP misst ständig und passt sich an. Beispiel: Soll-Temperatur 20°C, Ist-Temperatur 18°C → WP heizt mehr. Bei 22°C → WP reduziert.
In der Praxis haben moderne WP beides: Steuerung für Zeitprogramme (Absenkung nachts) und Regelung für die Temperatur. Der "geschlossene Regelkreis" bedeutet nur, dass die WP ihre eigene Wirkung misst und darauf reagiert.
Für dich als Hausbesitzer: Ja, das ist relevant! Eine gute Regelung spart Strom und erhöht den Komfort. Lass dir zeigen wie die Einstellungen funktionieren.
Das Thema hatten wir hier schon öfter, aber die Erklärungen von Martin und den anderen sind gut.
Nur ein Hinweis: Lass dich von den ganzen Fachbegriffen nicht verrückt machen. Die modernen Wärmepumpen regeln das meiste automatisch. Wichtig ist dass der Installateur die Anlage richtig dimensioniert und die Grundparameter sauber einstellt.
Bei meiner Umstellung von Gas auf WP war ich auch erstmal überfordert mit all den Begriffen. Nach einem Jahr Betrieb verstehst du das alles automatisch.
Welche WP wird's denn? Manche Hersteller haben sehr intuitive Bedienoberflächen, andere sind eher für Techniker gemacht.
Moin Tim,
ja, das verwirrt am Anfang jeden. Ich hab beim Umbau 2019 auch erstmal gedacht das wäre alles dasselbe.
Praktisch gesehen: Deine neue Wärmepumpe wird hauptsächlich regeln. Sie schaut permanent auf Temperaturen, Drücke, Durchflüsse und passt ihre Leistung entsprechend an. Das ist der "geschlossene Regelkreis" - messen, vergleichen, anpassen, wieder messen.
Steuerung nutzt sie für feste Abläufe: Warmwasser-Aufheizung um bestimmte Uhrzeiten, Nachtabsenkung, oder wenn sie ein Signal vom Stromversorger bekommt (Smart Grid).
Für die Installation Ende Juli ist das übrigens ein guter Zeitpunkt - dann kann der Installateur im Sommer schon mal die Grundeinstellungen testen, bevor die Heizsaison losgeht. Lass dir unbedingt die wichtigsten Einstellungen erklären!
Martin hat das schon gut erklärt. Ich würde noch ergänzen:
Das klassische Beispiel ist ein Thermostat vs. eine einfache Zeitschaltuhr. Die Zeitschaltuhr ist pure Steuerung - sie weiß nicht ob es warm oder kalt ist. Das Thermostat regelt - es misst die Temperatur und entscheidet dann.
Bei Wärmepumpen ist das Zusammenspiel besonders wichtig. Die meisten haben mehrere Regelkreise: einen für die Heizwassertemperatur, einen für die Raumtemperatur, eventuell einen für Warmwasser. Dazu kommen Steuerungsfunktionen wie Smart Grid Ready oder Zeitprogramme.
Wenn der Installateur von "offener Steuerung" spricht, meint er wahrscheinlich eine witterungsgeführte Vorlauftemperatur - da wird nur nach Außentemperatur gesteuert, nicht nach der tatsächlichen Raumtemperatur geregelt. Hat Vor- und Nachteile.