200 Liter reichen für 8 kW locker. Dein Nachbar hat wahrscheinlich ne ältere oder größere Anlage.
Ich kann da aus meiner Erfahrung mit größeren Anlagen etwas dazu sagen. Die reine Liter-pro-kW-Rechnung ist im Grunde veraltet, weil sie modulierende Verdichter nicht abbildet. Früher, bei on/off-Verdichtern, war das noch sinnvoll. Heute bei invertergesteuerten WPs läuft das Gerät eh in einem breiten Leistungsbereich, und da ist der Puffer eher für Ausnahmesituationen gedacht – sehr milde Nächte, wo die WP selbst auf Minimum takten würde.
Für deine 160 qm und 8 kW würde ich sagen: 200 Liter sind ausreichend, vorausgesetzt deine WP kann weit runtermodulieren. Wenn die Mindestleistung der WP z.B. bei 3 kW liegt, dann rechne mal durch wie lang sie mit 200 L auf Minimum läuft. Das gibt dir die echte Mindeststartzeit. Manche Hersteller geben das direkt in den Unterlagen an, das sollte dein Installateur kennen.
Naja, ich seh das ein bißchen skeptischer als die Vorredner. Alle reden von Effizienz und COP-Optimierung – aber die meisten Hausbesitzer merken im Alltag den Unterschied zwischen 180 und 220 Liter Puffer schlicht nicht auf der Stromrechnung. Der Effekt ist marginal wenn die restliche Anlage gut eingestellt ist.
Viel wichtiger find ich: Wie ist deine Heizkurve eingestellt, stimmt der hydraulische Abgleich, hat der Installateur die Spreizung gemessen? Das sind die wirklich relevanten Stellschrauben. Den Pufferspeicher auf den letzten Liter zu optimieren bringt nichts wenn der Rest nicht stimmt.
Die Faustregel mit Litern pro kW ist ein guter Einstieg, aber sie greift zu kurz. Entscheidend ist eigentlich die Mindestlaufzeit des Verdichters – die meisten Hersteller empfehlen mindestens 10 Minuten am Stück, manche sogar 20 Minuten. Daraus berechnet man dann rückwärts das benötigte Volumen.
Bei deiner 8-kW-Anlage und einer angestrebten Mindestlaufzeit von 15 Minuten wärst du grob bei: (8 kW × 0,25 h × 860 kcal) / (Spreizung in K × 1,16) – vereinfacht landen die meisten bei sowas wie 100–150 Liter für deine Anlagengröße. Dein Installateur liegt also nicht völlig falsch.
Aber: Ich hab mich mit dem Thema Rücklauftemperaturen schon länger beschäftigt (dazu passend hatte ich damals im W/W-WP Rücklauftemp. steigt auf 38°C - wo ansetzen? diskutiert), und ein zu großer Puffer kann tatsächlich dazu führen, dass die WP selten taktet und dann bei ungünstigen Teillastverhältnissen läuft. Dein Nachbar mit 400 L hat vielleicht eine andere WP oder andere Rahmenbedingungen.