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Hybrid-System sinnvoll oder doch gleich vollständig auf Luft-WP?

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Rainer H.
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Themenstarter
(@r-hoffmann80)
Active Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten
[#257]

Hallo zusammen,

ich bin dabei, mein Einfamilienhaus von 1975 zu sanieren und beschäftige mich gerade intensiv mit der Heizungsfrage. Aktuell läuft noch eine alte Gasheizung, und ich überlege, ob es Sinn macht, diese mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe zu kombinieren (also Hybrid), oder ob ich direkt komplett auf eine WP umsteige.

Mein Haus hat etwa 150 m² Wohnfläche und die Dämmung ist noch auf dem Stand von 1975 – nicht optimal, aber ich werde auch nicht alles sofort sanieren können. Die Heizflächen sind größtenteils noch alte Heizkörper, nur zwei Zimmer haben Fußbodenheizung von einer früheren Teilrenovierung.

Meine Fragen:
1. Bei dieser Konstellation: Macht eine Hybrid-Lösung wirtschaftlich überhaupt Sinn, oder ziehe ich mir da nur unnötige Komplexität ins Haus?
2. Welche Vorlauftemperaturen brauche ich realistisch mit den alten Heizkörpern und ungünstiger Dämmung?
3. Habt ihr Erfahrungen, wie eine Luft-WP im Altbau in den kalten Monaten (November bis März) performt?

Freue mich über praktische Erfahrungen!

Danke,
MarkusH.


1 Antwort
MarkusH.
Beiträge: 26
(@markush)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Hallo MarkusH.,

da sprichst du einen wichtigen Punkt an. Aus meinen fünf Jahren Erfahrung mit meiner Luft-WP im unsanierten Altbau würde ich dir ehrlich sagen: Die Hybrid-Lösung bringt dir vermutlich weniger Mehrwert als man denkt – vor allem wenn du ohnehin modernisierst.

Zur Vorlauftemperatur: Mit Heizkörpern und schlechter Dämmung musst du realistisch mit 50–55°C rechnen, in sehr kalten Phasen auch mal kurzzeitig höher. Das ist für moderne Luft-WPs völlig normal, solange du mit einer invertergeregelten Maschine arbeitest. Die COP sinkt dann zwar, aber das ist das Spiel.

Das Knifflige bei Hybrid ist: Die Steuerung muss intelligent sein. Wenn der Gaskessel zu früh anspringt (was ich in älteren Installationen häufig sehe), zieht dir das die Effizienz runter. Mit moderner Regelung via KNX oder ähnlich – und hier spielt auch die Außentemperatur-Schwelle eine große Rolle – funktioniert es besser. Aber das kostet extra.

Mein Rat: Kalkuliere durch, ob eine pure Luft-WP mit moderater Förderung nicht einfacher und langfristig billiger ist. Gerade wenn du sowieso schrittweise sanierst, wird eine 9–11 kW Luft-WP im Winterbetrieb zuverlässig mitlaufen können.


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