Hallo zusammen,
ich stehe gerade vor der Verlegung der Kältemittelleitungen für meine neue Luft-Wasser-Wärmepumpe und habe eine spezifische Frage zur sommerlichen Hitze im August. Die Leitungen sollen von der Außeneinheit (ca. 8 Meter entfernt) ins Haus führen, teilweise unterirdisch verlegt.
Mein Problem: Der Installateur meint, dass er die Rohre jetzt schon mit Vakuum abpumpen kann, obwohl es draußen über 30°C hat. Mir als ehemaliger Techniker ist das suspekt – gerade bei dieser Wärme müssten doch thermische Effekte stärker wirken? Beim Vakuumieren dehnt sich ja alles aus, und später im kälteren Winter könnte das zu undichten Stellen führen.
Was sagt die Praxis dazu? Sollte man saisonbedingt anders vorgehen? Gibt es Normen, die eine maximale Umgebungstemperatur beim Vakuumieren vorgeben? Wie haltet ihr das – wann habt ihr eure Leitungen verlegt und abgepumpt?
Vielleicht gibt es ja auch bessere Praktiken zur Rohrverlegung selbst, die ich noch nicht kenne. Bin für jeden Input dankbar!
Hallo Werner,
von meinen eigenen Erfahrungen aus der Installation kann ich dir sagen: Der Installateur hat da nicht ganz unrecht, aber deine Skepsis ist berechtigt. Bei mir war es ähnlich – im Sommer 2021 wurde die Anlage eingebaut, und der Fachmann hat die Rohre in der Tat bei knapp 32°C abgepumpt.
Die Norm (DIN EN 378) schreibt eigentlich vor, dass man bei extremen Temperaturen vorsichtig sein sollte. Das Vakuumieren selbst ist bei Hitze technisch möglich, aber es braucht einfach länger – die Pumpe muss mehr leisten. Kritischer ist eher: Sorgt dafür, dass die Rohre VOR dem Vakuumieren gut gedämmt sind und dass keine Feuchtigkeit eindringt. Im Sommer ist die Luftfeuchte oft höher, das ist die eigentliche Tücke.
Best Practice: Rohre morgens oder abends verlegen, wenn's kühler ist. Beim Vakuumieren sollte man mindestens 4-6 Stunden Zeit nehmen, nicht hetzen. Und falls unterirdisch: Abdichtung und Schutzrohr sind essentiell – egal welche Jahreszeit.
Was hat denn dein Installateur für eine Vakuumpumpe? Das macht auch einen Unterschied.