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Kältemittelleitung durch Außenwand – Dämmung und Gefälle korrekt?

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WP_Optimizer84
Beiträge: 24
Themenstarter
(@wp_optimizer84)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 1 Monat
[#135]

Hallo zusammen,

ich bin gerade dabei, meine Luft-Wasser-Wärmepumpe in Betrieb zu nehmen und beschäftige mich intensiv mit der Verlegung der Kältemittelleitungen. Das Außengerät steht ca. 4 Meter vom Hauseinführungspunkt entfernt, die Leitung geht durch eine 36er Poroton-Außenwand.

Meine Fragen betreffen hauptsächlich die thermisch relevanten Details: Welches Gefälle sollte ich bei der Rohrführung Richtung Außeneinheit einhalten, damit Öl ordentlich zurückläuft? Ich habe Werte zwischen 1% und 3% gelesen, aber nirgendwo eine belastbare Quelle dazu gefunden.

Zweites Thema ist die Wanddurchführung selbst. Der Installateur hat die Leitung mit Bauschaum gedichtet – mir ist das zu simpel, weil ich langfristig Kondensatprobleme befürchte und außerdem den Wärmebrückeneffekt minimieren will. Gibt es hier eine nachvollziehbar bessere Lösung?

Dritter Punkt: Ich messe meinen Systemgesamtverbrauch mit einem Energiemessgerät und beobachte seit der Installation deutliche COP-Schwankungen, die ich mir (noch) nicht erklären kann. Könnte ein schlecht isolierter oder falsch verlegter Kältemittelkreis dafür ursächlich sein, oder suche ich da an der falschen Stelle?

Ich bin Ingenieur und will das nicht einfach so hinnehmen, sondern die Zusammenhänge wirklich verstehen – über fundierte Antworten freue ich mich sehr.

Markus


4 Antworten
ThomasK89
Beiträge: 30
(@thomask89)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Kurz aus der Praxis: Gefälle 1,5% stimmt, aber mindestens 1% sollte es sein – darunter habe ich schon Ölabscheidungsprobleme gesehen. Und Bauschaum bei der Durchführung ist leider Standard bei vielen Betrieben, obwohl's besser geht. Für COP-Analyse empfehle ich dir, Saug- und Heißgastemperatur direkt am Serviceanschluss zu loggen – da siehst du sofort ob der Kreislauf sauber arbeitet oder nicht.


Antwort
WolfgangB.1947
Beiträge: 44
(@wolfgangb-1947)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Guten Morgen Markus,

als pensionierter Ingenieur kann ich da zumindest aus der Theorie beitragen, praktische Erfahrung mit Kältemittelleitungen habe ich selbst noch nicht, da ich mich aktuell mit einer Wasser-Wasser-Anlage beschäftige wo das Thema anders gelagert ist.

Aber zur Wanddurchführung: Bauschaum ist aus bauphysikalischer Sicht tatsächlich problematisch, weil offenporiger PU-Schaum Feuchtigkeit aufnehmen kann und kein dauerhaft diffusionsdichter Abschluss entsteht. Für eine Wärmebrückenminimierung wäre eine Kombination aus Hartschaum-Einlage im Kernloch und einer Kompriband-Abdichtung außen deutlich sauberer.

Zum Ölrücklauf-Gefälle: In den einschlägigen VDI-Richtlinien (VDI 2052 bzw. Herstellerdokumentation) findet man meist 1-2% als Richtwert. Ich würde empfehlen, direkt die Installationsdokumentation des WP-Herstellers zu konsultieren – die ist hier verbindlicher als allgemeine Forenbeiträge.

Die COP-Schwankungen würde ich erst nach einem vollständigen Heizzyklus beurteilen, im Juli mit sporadischem Betrieb sind die Messwerte ohnehin nur bedingt aussagekräftig.


Antwort
Kritikus_78
Beiträge: 45
(@kritikus_78)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Zur COP-Frage würde ich erstmal nicht sofort die Kältemittelleitung verdächtigen. Meine Erfahrung: Hersteller-COP-Werte und Realwerte klaffen sowieso deutlich auseinander, gerade im Sommer wenn die Außeneinheit in direkter Sonneneinstrahlung steht – da kann die Ansaugtemperatur schon mal 10°C über Umgebung liegen und den COP spürbar drücken. Ich hab dazu auch JAZ 4,5 im Altbau – Herstellerversprechen oder realistisch? einiges geschrieben.

Zur Wanddurchführung mit Bauschaum: Das ist in der Tat suboptimal, aber leider weit verbreitet. Bauschaum reißt langfristig durch Vibrationen auf, Kondensat kann einziehen. Ich würde auf eine Kernlochmanschette mit Bitumenband oder spezielle Rohreinführungssysteme bestehen – gibt's für vertretbares Geld.

Gefälle: 1,5% Richtung Außeneinheit ist gängige Praxis, mehr als 2% braucht's eigentlich nicht. Wichtiger ist, dass keine Siphons in der Leitung entstehen.


Antwort
Bernd H.
Beiträge: 15
(@bernd-hoffmann)
Active Member
Beigetreten: Vor 4 Wochen

Ich bin da ehrlich gesagt kein Experte für Kältemittelleitungen, aber zur Wanddurchführung kann ich was sagen – ich hab bei meiner alten Luft-Wasser-Anlage nach Jahren festgestellt dass genau da Wasser eingedrungen ist, schön langsam, hat die Dämmung der Leitung von innen ruiniert. Niemand hat's gemerkt bis ich mal genauer hingeschaut hab.

Bauschaum alleine würde ich also auch nicht vertrauen. Hab mir jetzt erstmal einiges zum Thema Wartung angelesen weil ich die Anlage nach längerer Standzeit wieder richtig hinbekommen will – da gibt's echt Nachholbedarf bei mir.

Wegen deinen COP-Schwankungen: Könnte auch am Betriebsmodus liegen, wenn die Anlage im Sommer hauptsächlich für Warmwasser läuft arbeitet sie anders als im Heizbetrieb. Aber das ist nur eine Vermutung von mir.


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