Hallo zusammen,
ich stecke gerade mitten in der Finanzierungsplanung für eine größere Optimierung meiner Hybridanlage – konkret geht es um den Austausch der Außeneinheit gegen ein neueres Modell mit deutlich besserem Schalldruckpegel sowie die Nachrüstung einer KNX-kompatiblen Regeleinheit. Zusammen mit den Schallschutzmaßnahmen (schwingungsentkoppelte Aufstellung, Schallschutzkassette) lande ich bei etwa 18.000 Euro.
Ich hab einen Ratenkredit über 10 Jahre mit 3,9% Effektivzins angeboten bekommen, der auch Sondertilgungen bis zu 10% der Restschuld pro Jahr zulässt. Meine Frage ist jetzt eigentlich eine strategische: Macht es bei diesem Zinsniveau überhaupt Sinn, aktiv Sondertilgungen einzuplanen, oder ist es sinnvoller, das übrige Kapital lieber in ETFs oder Tagesgeld zu parken und die Rate einfach laufen zu lassen?
Ich habe gelesen, dass viele das im Moment so handhaben – aber ich finde es schwierig einzuschätzen, weil die Zinsprognosen ja kaum jemand seriös vorhersagen kann. Läuft euer Kredit noch, und wie habt ihr das für euch entschieden? Habt ihr Sondertilgungen genutzt oder eher nicht?
Würde mich über konkrete Erfahrungen freuen, gerade von Leuten die ähnliche Investitionsvolumina finanziert haben.
Tobias
Die 3,9% klingen erstmal okay, aber ich würde da genauer hinschauen bevor du irgendetwas unterschreibst. Sondertilgungsrecht auf nur 10% der Restschuld pro Jahr ist eher Mittelmaß – manche Banken bieten 20% oder sogar uneingeschränkt an, ohne Aufpreis. Ob die das in den Konditionen irgendwie "eingepreist" haben, würde ich kritisch prüfen.
Zur eigentlichen Frage: Rein mathematisch lohnt sich Sondertilgung bei 3,9% effektiv dann, wenn dein Alternativanlageprodukt netto (also nach Abgeltungssteuer) weniger als ~2,9% abwirft. Tagesgeld liegt gerade schon wieder unter 3% bei den meisten Anbietern, da ist die Rechnung ehrlich gesagt relativ eindeutig. ETFs sind volatil, da kannst du nicht mit einem sicheren Vergleichswert rechnen.
Ich hab übrigens Wärmepumpe hört im Juni einfach nicht auf zu heizen – normal? schon gepostet – da geht's zwar ums Gerät selbst, aber das zeigt wie oft die Gesamtkosten am Ende höher werden als geplant. Puffer einkalkulieren ist keine schlechte Idee.
Ich mach das bei sowas immer so: Sondertilgung ja, aber nicht auf Biegen und Brechen. Wenn ich am Jahresende merke dass Geld übrig ist das ich nicht wirklich brauche, dann tilge ich. Den Betrag nicht schon vorher mental verplanen.
Bei 18.000 Euro und 10 Jahren ist die monatliche Belastung ja überschaubar, da ist der psychologische Effekt der Schuldenfreiheit manchmal mehr wert als die reine Zinsersparnis.