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Kleinste Wärmepumpe für Wohnung – geht das wirklich?

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T.Breitmeyer
Beiträge: 19
Themenstarter
(@t-breitmeyer)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten
[#59]

Hallo zusammen,

ich wohne in einer Eigentumswohnung, ca. 68m² im 3. OG eines Mehrfamilienhauses aus den 90ern. Aktuell habe ich noch eine dezentrale Elektroheizung (diese alten Nachtspeicher), die ehrlich gesagt eine Katastrophe ist – laut, ineffizient und teuer im Betrieb. Jetzt frage ich mich, ob ich nicht mit einer kleinen Wärmepumpe besser fahren würde.

Aber überall liest man immer nur von Einfamilienhäusern, Tiefenbohrungen, riesigen Anlagen. Gibt es überhaupt so etwas wie eine Wärmepumpe für eine einzelne Wohnung? Ich habe etwas von Split-Klimaanlagen gelesen, die auch heizen können – zählen die technisch als Wärmepumpe? Und wie sieht das rechtlich aus mit dem Außengerät an der Fassade einer WEG-Wohnung?

Gerade jetzt im Juli merkt man das Thema ja von der anderen Seite – bei dieser Hitze wäre kühlen natürlich auch nicht schlecht. Wenn so ein Gerät beides kann, wäre das doppelt interessant für mich.

Meine Bedenken: zu wenig Platz, kein Keller, keine Möglichkeit für große Installationen. Und natürlich die WEG-Zustimmung. Hat hier jemand sowas in einer ähnlichen Situation umgesetzt? Was sind die realistischen Erwartungen an Effizienz und Kosten? Ich bin ziemlich neu in dem Thema und würde mich über ehrliche Einschätzungen freuen, auch wenn die ernüchternd sind.


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3 Antworten
Klaus-Richter
Beiträge: 35
(@klaus-richter)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Was Marco oben zur WEG schreibt, ist absolut richtig und wird gerne unterschätzt. Ich hab in zwei anderen Threads schon gesehen wie Leute sich das technisch perfekt überlegen und dann am Verwalter scheitern.

Zu den Kosten: Rechne für ein solides Split-Gerät mit Montage so mit 1.500–3.000€ je nach Marke und Aufwand der Installation. Der Elektriker ist da nochmal ein eigener Posten – ich hab da eigene Erfahrungen gemacht, das kann teurer werden als man denkt, besonders wenn kein geeigneter Stromkreis vorhanden ist.

Effizienz im Vergleich zu Nachtspeicher: deutlich besser, keine Frage. Aber mach dir keine zu großen Hoffnungen auf Förderung. Für Luft-Luft-Systeme in Einzelwohnungen gibt es meistens keine BEG-Förderung, weil die nicht als primäre Heizungsanlage im Sinne des GEG gelten. Das solltest du vorher abklären, sonst rechnest du mit Zuschüssen die nicht kommen.

Grundsätzlich: es geht, aber der Weg dahin ist in einer WEG umständlicher als im Einfamilienhaus.


Antwort
Marco K.
Beiträge: 28
(@marco98)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Ja, technisch gesehen sind Luft-Luft-Wärmepumpen (also Split-Klimaanlagen mit Heizbetrieb) echte Wärmepumpen – die Bezeichnung ist nur im deutschen Sprachgebrauch etwas unglücklich, weil viele darunter nur Heizungsanlagen verstehen. Die Dinger haben tatsächlich COPs von 3–4 auch im Heizbetrieb, also deutlich effizienter als deine Nachtspeicher.

Das Thema Dimensionierung kenn ich ein bisschen, hab mich da schon öfter reingelesen (u.a. in Zusammenhang mit WP mit 14kW für 7kW Heizlast). Für 68m² brauchst du wirklich keine große Anlage – 2,5 bis 3,5 kW Heizleistung reichen da locker, und die gibt es als handliche Split-Geräte.

Das eigentliche Problem bei dir ist tatsächlich die WEG. Außengeräte gelten als bauliche Veränderung, du brauchst einen Beschluss der Eigentümerversammlung. Seit der WEG-Reform 2020 haben privilegierte Maßnahmen eigentlich bessere Chancen, aber eine Wärmepumpe fürs Heizen einer einzelnen Wohnung fällt da nicht automatisch rein. Das solltest du vorab mit einem Anwalt oder deiner Hausverwaltung klären, sonst baust du was ein und musst es wieder abbauen.


Antwort
Markus H.
Beiträge: 21
(@markus_h79)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Ich seh das ehrlich gesagt etwas skeptischer als die anderen beiden. Klar geht das technisch – aber für eine Mietwohnung... äh, Eigentumswohnung mit Nachtspeicher stellt sich für mich zuerst die Frage ob das Gesamtgebäude nicht irgendwann auf eine zentrale Lösung umgestellt wird. Wenn die WEG in ein paar Jahren eh die Heizung saniert, hast du Geld in was investiert das du dann wieder abklemmst.

Hab selbst schon Angebote für verschiedene Sachen verglichen (da ging's zwar um was anderes, aber Preisunterschiede sind immer ein Thema) und würde dir empfehlen erstmal bei der Hausverwaltung nachzufragen ob es langfristige Pläne für das Gebäude gibt. Macht keinen Sinn isoliert zu investieren wenn da was kommt.


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