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Kühlung per Fußbodenheizung: Taupunkt und Kondenswasser im Griff?

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Marcus89
Beiträge: 43
Themenstarter
(@marcus89)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 1 Monat
[#118]

Hallo zusammen,

nachdem ich jetzt drei Sommer mit meiner Luft-Wasser-WP hinter mir habe, teste ich dieses Jahr zum ersten Mal die passive Kühlung über die Fußbodenheizung konsequenter aus. Bisher hatte ich da immer ein mulmiges Gefühl wegen Kondenswasser – und das zu Recht, wie ich gemerkt habe.

Letzten Monat hatte ich tatsächlich feuchte Stellen am Boden, weil ich die Vorlauftemperatur zu weit runtergedreht hatte. Die WP gibt ja die Möglichkeit, auf ca. 17–18°C Vorlauf zu gehen, aber wenn die Raumluft zu feucht ist, wird der Boden zum Kondensationspunkt. Seitdem achte ich viel stärker auf die relative Luftfeuchtigkeit drinnen.

Meine aktuelle Lösung: Ich halte den Vorlauf nicht unter 19°C und lüfte nur morgens früh kurz, wenn die Außenluft noch trocken und kühler ist. Mittags und nachmittags Fenster komplett zu. Das funktioniert ganz gut, der Boden bleibt trocken und die Räume kühlen sich auf angenehme 24–25°C ab.

Mich würde interessieren, ob andere hier ähnliche Erfahrungen gemacht haben oder ob es Richtwerte gibt, wie weit man den Vorlauf sicher absenken kann ohne Kondensprobleme zu riskieren. Hat jemand vielleicht sogar einen Taupunkt-Sensor eingebaut oder nutzt einen Hygrometer zur Steuerung? Meine WP hat angeblich einen Taupunktschutz integriert, aber dem vertraue ich ehrlich gesagt nicht blind.

Freue mich auf eure Erfahrungen!

Marcus


3 Antworten
WpSkeptiker4764
Beiträge: 40
(@wpskeptiker4764)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Ich werd da mal kurz Wasser in den Wein schütten: Der "integrierte Taupunktschutz" ist bei vielen Herstellern schlicht ein Marketingbegriff. In der Praxis ist das oft nur ein fixer Temperaturschwellwert ohne echte Raumluftmessung – hab das bei mehreren Modellen in den technischen Unterlagen nachgelesen, da steht dann sowas wie "Schutzfunktion basierend auf Vorlauftemperatur". Von echter Sensorik keine Spur.

Ich hab das auch hier im Forum schonmal angesprochen, z.B. im Thread zu Wärmepumpe hört im Juni einfach nicht auf zu heizen, wo ähnliche Steuerungsprobleme diskutiert wurden.

Dein Bauchgefühl, dem Ding nicht zu vertrauen, ist also berechtigt. Externe Hygrometer + eigene Logik ist definitiv der bessere Weg. Und 19°C Vorlauf ist bei normaler Sommerfeuchtigkeit okay, aber nach Gewitterlagen würd ich lieber gar nicht kühlen.


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TechnikPeter_74
Beiträge: 26
(@technikpeter_74)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Hi Marcus,

das kenne ich aus meinem Altbau natürlich etwas anders, weil ich keine Fußbodenheizung habe – aber zum Thema Taupunktschutz kann ich was sagen. Ich hab mich da vor einer Weile intensiv mit befasst, weil ich meine Steuerung für die Umschaltlogik zwischen WP und Gastherme selbst programmieren wollte.

Der integrierte Taupunktschutz der Hersteller ist oft sehr konservativ ausgelegt, d.h. er setzt die Schwelle zu früh an und du verlierst Kühlleistung. Ich würde dir empfehlen, günstige externe Hygrometer-Sensoren (z.B. über Zigbee) in die Räume zu hängen und den Taupunkt selbst zu berechnen – die Formel ist simpel und findest du überall. Dann kannst du selbst entscheiden, wie nah du ans Limit gehst.

Deine Strategie mit dem Lüften nur morgens früh ist genau richtig. Ich mache das bei mir auch so, um Feuchteeinträge tagsüber zu vermeiden. Hab dazu auch mal was im Thread zu Vorlauftemperatur senken: Meine Optimierungsversuche im Überblick geschrieben, da geht's zwar ums Heizen, aber die Grundlogik ist ähnlich.

Mit 19°C Vorlauf bist du auf der sicheren Seite, solange die rel. Luftfeuchte drinnen unter 60% bleibt.


Antwort
Stefan-Koch34
Beiträge: 7
(@stefan-koch34)
Active Member
Beigetreten: Vor 4 Wochen

Ich hab mir letztes Jahr genau für so einen Usecase günstige SHT31-Sensoren an den ESP32 gehängt und die Taupunktberechnung selbst in Home Assistant gebaut. Kostet alles zusammen vielleicht 15 Euro pro Raum. Wenn der berechnete Taupunkt zu nah an die Vorlauftemperatur kommt, drosselt eine Automatisierung die Pumpe automatisch. Läuft seit einem Sommer problemlos.

Den integrierten Taupunktschutz der WP würd ich auch nicht als einzige Absicherung nehmen – der kennt ja nicht die tatsächliche Luftfeuchtigkeit in jedem Raum einzeln.


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