Hallo Kollegen,
als pensionierter Elektrotechniker habe ich über das Winterhalbjahr 2025/26 ausführliche Datenaufzeichnungen meiner LWP gemacht. Die Anlage (12 kW Nennleistung für 180 qm EFH, Baujahr 2019) lief mit konstanter Vorlauftemperatur von 45°C bei einer durchschnittlichen JAZ von 3,4.
Nun zur konkreten Frage: Meine Datenauswertung zeigt, dass an 80% der Heiztage die Rücklauftemperatur bei nur 38°C lag. Die Spreizung von 7K erscheint mir für die vorhandenen 35er Heizkörper durchaus ausreichend. Gleichzeitig registrierte ich mehrfach, dass die WP auch bei -8°C Außentemperatur problemlos die 45°C erreichte.
Jetzt im Frühjahr plane ich die Optimierung für die kommende Heizperiode. Meine Überlegung: Könnte ich die Heizkurve so anpassen, dass ich bei milderen Temperaturen (ab 0°C aufwärts) mit 40°C Vorlauf fahre und nur bei extremen Frosttagen auf 45°C hochgehe?
Hat jemand Erfahrungen mit einer solchen adaptiven Fahrweise? Befürchte vor allem, dass die Aufheizzeiten am Morgen deutlich länger werden könnten.
Danke für eure Einschätzungen!
Werner
Werner, deine JAZ von 3,4 bei konstanten 45°C ist schon mal realistisch - keine Schönrechnerei wie man sie oft liest. Aber ich bin skeptisch bei deiner geplanten Optimierung.
Das Problem wird nicht nur die längere Aufheizzeit sein, sondern auch die Tatsache, dass 35er Heizkörper bei 40°C Vorlauf einfach weniger Wärme abgeben. Du wirst merken, dass die Räume träger werden und bei Wetterumschwüngen nicht mehr schnell genug reagieren.
Außerdem: Wenn du bei milderen Temperaturen mit 40°C fährst, läuft die WP häufiger und länger, um dieselbe Wärmemenge zu liefern. Das kann den vermeintlichen Effizienzgewinn wieder auffressen.
Ich würde erstmal mit 42-43°C testen, bevor du gleich auf 40°C runter gehst. Und dokumentier weiterhin alles genau - in der Praxis ist oft weniger drin als die Theorie verspricht. Lass dich nicht von den übertrieben optimistischen Forenbeiträgen blenden, die suggerieren, dass man mit jeder kleinen Anpassung Wunder bewirkt.