Hallo zusammen,
bin etwas ratlos und hoffe auf eure Erfahrungen. Meine Vermieterin hat mir jetzt die Erlaubnis für eine Klimaanlage gegeben, aber nur unter der Bedingung, dass es ein "reversibles Klimagerät" ist - also kein reines Heizgerät. Sie meint, das würde das Haus weniger belasten oder so.
Jetzt ist mein Problem: Ich wohne in einer 2-Zimmer-Altbauwohnung (Baujahr 1962, mäßig gedämmt) und brauche eigentlich eine vernünftige Heizung fürs Schlafzimmer. Die alte Nachtspeicherheizung kostet mich ein Vermögen und heizt schlecht. Im Winter wird's hier locker mal -12 bis -15°C, manchmal auch kälter.
Meine Frage: Welche reversiblen Klimageräte (Split-Geräte) heizen denn noch zuverlässig bei solchen Temperaturen? Ich möchte nicht, dass ich im Januar wieder mit einem Heizlüfter nachheizen muss, weil das Ding bei Frost schlapp macht. Budget wäre so bis 2.500€ für ein Gerät.
Kennt jemand Modelle, die auch bei -15°C noch ordentlich Wärme liefern? Oder ist das bei reversiblen Geräten grundsätzlich ein Problem?
Danke schon mal!
Moin Holger,
aus meiner Sicht machst du dir da etwas vor. Klar, die Hersteller versprechen immer viel, aber bei -15°C arbeitet auch das beste Klimagerät nicht mehr effizient. Ich hab selbst eine Daikin Ururu Sarara und die kämpft schon bei -8°C.
Du solltest ehrlich kalkulieren: Entweder ein richtig gutes Gerät (dann wird's teurer als dein Budget) oder du planst trotzdem eine Zusatzheizung ein. Die Nachtspeicher sind zwar teuer, aber wenigstens zuverlässig.
Alternativ: Sprich nochmal mit der Vermieterin. Vielleicht lässt sie sich überzeugen, wenn du ihr erklärst, dass moderne Luft-Wasser-Wärmepumpen deutlich effizienter sind als diese alten Klimageräte.
Hey Holger,
kann Klaus nur teilweise zustimmen - moderne Inverter-Geräte sind schon deutlich besser geworden. Ich hab mir letzten Winter eine Mitsubishi MSZ-AP installiert (war im Angebot für ca. 2.200€) und die läuft auch bei -12°C noch ordentlich.
Wichtig ist aber wirklich die richtige Dimensionierung. Bei meinen 16m² Schlafzimmer hab ich bewusst ein 5kW-Gerät genommen, obwohl 3,5kW rechnerisch gereicht hätten. Bei Frost liefert das Gerät dann immer noch genug Wärme.
Tipp: Schau mal nach Geräten mit "Hyper Heating" oder ähnlichen Bezeichnungen - das sind oft die kältetauglichen Varianten. Und lass dir vom Installateur die Mindest-Betriebstemperatur bestätigen, steht nicht immer in den normalen Datenblättern.
Holger, grundsätzlich sind moderne Inverter-Klimageräte durchaus in der Lage, auch bei niedrigen Außentemperaturen zu heizen. Allerdings sinkt die Heizleistung mit fallender Außentemperatur deutlich ab.
Für deinen Anwendungsfall würde ich auf Geräte mit Enhanced Vapor Injection (EVI) oder ähnlichen Technologien setzen. Die schaffen oft noch bei -20°C eine brauchbare Heizleistung. Mitsubishi Electric MSZ-LN Serie oder Daikin Ururu Sarara sind da gute Kandidaten, liegen aber eher bei 3.000-4.000€.
In deinem Budget könntest du dir mal die Panasonic Etherea oder Samsung Wind-Free anschauen. Die haben auch erweiterte Tieftemperatur-Fähigkeiten. Wichtig ist, dass du bei der Dimensionierung nicht zu knapp kalkulierst - lieber 20-30% Reserve einplanen, da die Heizleistung bei Frost nunmal abnimmt.
Eine Frage noch: Wie groß ist denn das Schlafzimmer und wie schlecht ist die Dämmung wirklich? Das beeinflusst die nötige Gerätegröße erheblich.