Hallo zusammen,
ich plane den Bau einer W/W-Wärmepumpe und hab eine Frage zum Grundwasserspiegel. Bei uns schwankt der zwischen 3m im Winter/Frühjahr und bis zu 6m Tiefe im Sommer. Das sind ja schon ziemliche Unterschiede.
Meine Sorge: Funktioniert die Wärmepumpe auch zuverlässig wenn das Grundwasser so tief steht? Gerade jetzt im Juni merkt man ja wie trocken es ist und der Pegel geht runter. Für die Kühlung im Sommer bräuchte ich die Anlage aber besonders. Muss ich mit Problemen rechnen wenn der Wasserstand so schwankt?
Die Brunnenbauer meinten, sie würden den Saugbrunnen entsprechend tief setzen, aber ich bin mir unsicher ob das ausreicht. Hat jemand Erfahrungen mit ähnlich schwankenden Grundwasserständen? Wie tief sollte der Brunnen mindestens sein?
Vielen Dank für eure Hilfe!
Gruß Stefan
Bei 6m Schwankung würd ich vorsichtig sein. Das ist schon heftig.
Hab zwar selbst nur Luft/Wasser, aber ein Kollege hatte ähnliche Probleme. Bei ihm ist im trockenen Sommer 2022 der Brunnen fast trocken gefallen und die WP ist mehrfach auf Störung gegangen. Musste dann teuer nachbohren lassen.
Würde auf jeden Fall eine sehr tiefe Bohrung machen und die Förderleistung großzügig auslegen.
Hallo Stefan,
das ist definitiv machbar, aber die Auslegung muss stimmen. Bei uns schwankt der Grundwasserspiegel ähnlich und die W/W läuft seit 4 Jahren ohne Probleme.
Wichtig ist: Der Saugbrunnen muss mindestens 2-3m unter dem tiefsten zu erwartenden Wasserstand stehen. Bei dir würde ich mindestens 9-10m Tiefe empfehlen. Die Pumpe sollte auch entsprechend dimensioniert sein für die größeren Förderhöhen im Sommer.
Bei mir steht die Unterwasserpumpe auf 12m Tiefe, obwohl das Wasser nur zwischen 2,5-5m schwankt. Läuft perfekt, auch bei der Kühlung im Sommer. Die höheren Stromkosten durch die größere Förderhöhe sind minimal im Vergleich zum Nutzen.
Dein Brunnenbauer sollte auf jeden Fall eine Pumpenauslegung für worst-case machen. Falls du Fragen zur Pumpeninstallation hast, kann ich gerne helfen.
Wie L.Weber94 schon schreibt, ist das definitiv machbar. Würde aber zusätzlich eine automatische Wasserstands-Überwachung empfehlen. Gibt Sensoren die bei kritischem Wasserstand die Anlage abschalten.
Bei schwankenden Grundwasserständen ist auch wichtig: Der Schluckbrunnen muss ausreichend weit vom Saugbrunnen entfernt sein, damit sich die Brunnen nicht gegenseitig beeinflussen. Mindestens 15-20m Abstand.
Für die Sommerkühlung ist W/W sowieso unschlagbar effizient. Bei den aktuellen Temperaturen läuft unsere auf COP 8-9. Das schafft keine Luft/Wasser.