Hallo zusammen,
wir überlegen schon länger, ob eine Wasser/Wasser-Wärmepumpe für unser EFH eine Option wäre. Das Problem: Der Grundwasserspiegel bei uns schwankt ziemlich stark zwischen 3m im Winter/Frühjahr und bis zu 6m im Sommer/Herbst.
Jetzt im Mai steht das Wasser bei etwa 3,5m, aber letzten August waren es fast 6m. Unser Nachbar meinte, das läge am Regen und der Schneeschmelze. Die örtlichen Gegebenheiten sind wohl so.
Meine Frage: Kann eine W/W-Wärmepumpe trotz dieser Schwankungen zuverlässig funktionieren? Wie tief müsste der Förderbrunnen dann gesetzt werden? Und was passiert, wenn das Grundwasser mal unter die Pumpe fällt?
Der Heizungsbauer vor Ort konnte mir dazu nichts Konkretes sagen, meinte nur "das müsse man prüfen". Aber bevor wir teure Gutachten beauftragen, wollte ich mal hier nachfragen.
Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht? Sind solche Schwankungen ein K.O.-Kriterium oder gibt es Lösungen dafür?
Vielen Dank schon mal!
Das ist definitiv machbar, aber erfordert eine sorgfältige Planung. Bei Grundwasserschwankungen von 3m sollten Sie den Förderbrunnen mindestens 2-3m unter dem tiefsten zu erwartenden Grundwasserspiegel setzen, also bei Ihnen etwa 8-9m Tiefe.
Wichtig ist eine hydrogeologische Voruntersuchung, um die genauen Schwankungszyklen und die Grundwasserfließrichtung zu ermitteln. Moderne W/W-Wärmepumpen haben Trockenlaufschutz und Niederdruckwächter, die bei zu niedrigem Wasserdruck abschalten.
Ein Pufferspeicher kann Kurzzeitschwankungen überbrücken. Bei extremen Trockenperioden müsste das System allerdings auf einen Backup-Heizstab umschalten. Die Investitionskosten sind höher, aber bei ausreichender Grundwassermenge durchaus wirtschaftlich.
Hey, hab ne ähnliche Situation bei meinem Kumpel erlebt. Der hat seinen Brunnen auf 10m runtergebohrt, obwohl das Wasser "nur" zwischen 4-7m schwankt. Läuft seit 3 Jahren problemlos.
Das wichtigste ist wirklich die Pumpentiefe - lieber 'n bisschen tiefer als zu knapp kalkuliert. Und lass dir vom Brunnenbohrer zeigen, wo in der Umgebung schon Brunnen sind, die funktionieren.
Grundsätzlich möglich, aber ich würde zur Vorsicht raten. Solche Schwankungen können langfristig zu Problemen führen - nicht nur beim Wassermangel, sondern auch bei der Brunnenverockung durch wechselnde Wasserstände.
Ich hatte bereits mit verstopften Schluckbrunnen zu kämpfen - bei instabilen Verhältnissen verschärft sich dieses Problem noch.
Eine Luft/Wasser-Wärmepumpe wäre wartungsärmer und unabhängiger von solchen Gegebenheiten. Die etwas geringere Effizienz wird durch die reduzierten Risiken und Folgekosten oft kompensiert.