Moin zusammen,
plane gerade für unseren 180qm Neubau eine Sole/Wasser-WP und bin völlig verwirrt. Das Grundstück ist 800qm groß, davon sind etwa 500qm frei verfügbar (rest Haus, Zufahrt, etc.). Der Heizungsbauer sagt Erdkollektor geht, braucht ca. 300qm. Der Geologe vom Landratsamt meint aber, der Boden sei eher lehmig und wenig wärmeleitfähig, deshalb besser 2 Sonden à 100m.
Jetzt die Kostenfrage: Kollektor kostet erstmal weniger (12.000€ vs. 22.000€ für Sonden), aber der Geologe warnt vor "späteren Problemen". Was kann da auf mich zukommen? Muss ich den Kollektor irgendwann erneuern? Gibt's Wartungskosten?
Und noch was: Wir wollen eigentlich im Herbst bauen, aber wenn wir Sonden brauchen, sollten wir die nicht besser jetzt im Sommer bohren lassen? Oder ist das egal?
Würde mich über eure Erfahrungen freuen, besonders bei schwierigen Bodenverhältnissen.
Gruß
L. Fischer
Hi L.Fischer,
aus meiner Sicht klar Sonden! Hatte bei unserem Projekt ähnliche Diskussion - da ging's auch um Kostenfallen.
Zum Kollektor: Bei schlechter Wärmeleitung musst du eventuell größer dimensionieren als geplant. Das merkst du aber erst nach 2-3 Jahren wenn die Effizienz einbricht. Dann kostet nachbessern richtig Geld - nochmal aufbuddeln, mehr Rohre verlegen. Bei uns im Nachbarort hatte einer genau das Problem, am Ende teurer als Sonden.
Sonden sind zwar teurer, aber: keine Wartung, 50+ Jahre Laufzeit, konstante Leistung. Kollektor kann bei ungünstigem Boden schon nach 15-20 Jahren schwächeln.
Termin: Bohren geht eigentlich ganzjährig, aber stimmt schon - im Sommer haben die Firmen mehr Kapazitäten und bessere Bedingungen. Würd ich jetzt angehen.
Kann TechnikPaul nur zustimmen. Bei lehmigem Boden ist Kollektor echt problematisch.
Folgekosten Kollektor: Rohre können nach 20-25 Jahren undicht werden (Materialermüdung), dann musst du graben und tauschen. Kostet locker 8-10k€. Außerdem bei schlechter Wärmeleitfähigkeit: höherer Stromverbrauch der WP, weil Sole-Temperatur niedriger.
Sonden dagegen: einmal rein, dann Ruhe. Keine beweglichen Teile, keine Alterung durch Bodenbewegung. Geologe hat recht - in schwierigem Boden sind Sonden das kleinere Übel.
10k€ Mehrkosten jetzt oder später eventuell 15k€ Sanierungskosten plus Jahre mit schlechter Effizienz? Rechnung ist eindeutig.
Sehe das etwas differenzierter.
Kollektor ist nicht grundsätzlich schlecht, aber bei 800qm Grundstück und lehmigem Boden würde ich auch zu Sonden tendieren. Hatte mal einen Fall wo unterdimensionierte Quelle zu Problemen führte.
Folgekosten Kollektor sind real: alle 15-20 Jahre Spülung nötig (500-800€), bei Leckage kompletter Austausch. Wichtiger Punkt: bei schlechten Bodenverhältnissen sinkt die Sole-Temperatur stärker ab, WP arbeitet ineffizienter.
Vorteil Sonden: konstante 8-12°C Sole-Temperatur ganzjährig, sehr gute Effizienz. Nachteil: höhere Anschaffung und Genehmigungsaufwand.
Mein Rat: Lassen Sie eine Bodenmessung machen (Wärmeleitfähigkeit). Kostet 500-800€, aber dann haben Sie Gewissheit. Bei λ < 1,5 W/mK würde ich zu Sonden raten.