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Pufferspeicher mit 3 Heizkreisen – wie Vor-/Rücklauf richtig verteilen?

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Mila K.
Beiträge: 33
Themenstarter
(@mila28)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten
[#110]

Hallo zusammen,

ich plane gerade unsere Heizungsanlage neu und stehe vor einer Frage, bei der ich einfach nicht weiterkomme. Wir haben eine Luft-Wasser-Wärmepumpe und einen 500-Liter-Pufferspeicher, an den ich drei verschiedene Heizkreise anschließen möchte: einmal die Fußbodenheizung im Erdgeschoss, dann Heizkörper im Obergeschoss (noch aus der alten Ölheizung-Zeit, höhere Vorlauftemperatur nötig) und als drittes einen kleinen Heizkreis für unser Gartenhaus, das ich diesen Sommer endlich vernünftig ausbauen möchte.

Meine Frage: Wie verteile ich das richtig auf den Pufferspeicher? Brauche ich für jeden Kreis einen eigenen Anschluss am Speicher, oder kann man die zusammenführen? Der Heizkörperkreis braucht ja andere Temperaturen als die FBH – wie bekomme ich das unter einen Hut, ohne dass sich die Kreise gegenseitig beeinflussen?

Ich habe mir schon ein bisschen was angelesen über Mischventile und Verteilerlösungen, aber ehrlich gesagt blicke ich noch nicht ganz durch, was bei einem Pufferspeicher als zentralem Verteiler die sauberste Lösung ist. Gerade jetzt wo ich Zeit habe und das Projekt noch im Sommer abschließen will, bevor wieder die Heizsaison kommt, wäre das ideal. Hat jemand sowas schon selbst umgesetzt oder kann erklären wie das hydraulisch sauber gelöst wird?

Danke schon mal!


6 Antworten
Thomas92
Beiträge: 49
(@thomas92)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Kurz zur Grundfrage: Ja, du brauchst für unterschiedliche Temperaturniveaus separate Abgänge mit Mischventilen, sonst bekommst du das nie sauber geregelt. Die FBH will typisch 35–45°C, deine Heizkörper vielleicht 55–60°C – das geht nicht über einen gemeinsamen Abgang ohne Mischung.

Der Pufferspeicher gibt dir dabei den Vorteil, dass du oben am Speicher immer die höchste Temperatur abgreifst (für die Heizkörper) und weiter unten oder gemischt die niedrigere für die FBH. Das ist die klassische Lösung bei gemischten Systemen. Fürs Gartenhaus würde ich schauen ob der überhaupt ans Hauptsystem muss oder ob eine separate kleine Lösung sinnvoller ist – kommt auf die Leitungslänge an.

Ich hab mich mit sowas ähnlichem schon mal beschäftigt, der Thread zu PV und WP-Optimierung hat ähnliche Grundfragen aufgeworfen was Temperaturniveaus angeht. Schau dir auf jeden Fall mal Schaltpläne mit Heizkreisverteilern an, da wird das visuell viel klarer.


Antwort
WolfgangB.1947
Beiträge: 44
(@wolfgangb-1947)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Guten Tag,

als jemand der sich schon einige Zeit mit Heizungsanlagen beschäftigt, möchte ich das Thema etwas grundsätzlicher angehen. Was Sie beschreiben ist in der Fachsprache ein sogenanntes Mehrkreissystem mit unterschiedlichen Temperaturniveaus. Das ist keineswegs ungewöhnlich, aber es verlangt eine saubere hydraulische Planung.

Der Pufferspeicher fungiert dabei als hydraulische Entkopplung zwischen der Wärmepumpe (Erzeugerseite) und den Verbrauchern. Das ist gut so. Auf der Verbraucherseite empfehle ich Ihnen einen Heizkreisverteiler mit je einem motorischen Mischventil pro Kreis. Die Mischventile werden dann über die Heizungsregelung angesteuert – heutzutage geht das oft auch über einfache Raumthermostate mit Wetterkompensation.

Was das Gartenhaus angeht: Bitte bedenken Sie die Leitungsführung und ob diese frostsicher verlegt werden kann. Im Sommer mag das kein Problem sein, aber im Winter kann eine unzureichend gedämmte oder nicht entleerbare Leitung zum Rohrbruch führen. Ich habe das Thema Mehrfamilienhausplanung schon beleuchtet – da gelten ähnliche Grundprinzipien wie bei Ihrem Vorhaben.

Mit freundlichen Grüßen


Antwort
Marcus K.
Beiträge: 23
(@marcus92)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Guter Punkt von Klaus-Richter wegen dem Gartenhaus, das würd ich auch nochmal überdenken bevor du da Leitungen gräbst.

Aber zum Kerntema: hab das selber so ähnlich bei mir gemacht, drei Kreise an einem Puffer. Das läuft jetzt seit zwei Jahren problemlos. Entscheidend ist wirklich dass die Rückläufe sauber getrennt zurück in den Puffer geführt werden, sonst vermischst du die Temperaturniveaus und der Puffer schichtet nicht mehr vernünftig. Klingt banal aber da wird gerne geschlampt.

Noch ein Tipp: Schau dass dein Puffer genug Stutzen hat. Manche billigen Speicher haben nur 4 Anschlüsse, da wird's bei drei Heizkreisen plus WP-Anschluss eng. Lieber einen Speicher mit 6-8 Stutzen nehmen oder Sammelrohre außen dran löten lassen.


Antwort
Klaus-Richter
Beiträge: 35
(@klaus-richter)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Ich sehe das ein bisschen anders als die Vorredner was das Gartenhaus betrifft – bevor du da ne extra Leitung vom Hauptsystem ziehst, rechne mal durch was das kostet. Tiefbau, Leerrohre, gedämmte Heizungsleitung, Frostschutz – das kann schnell 2000-3000€ werden nur für den Leitungsweg, je nachdem wieviel Meter. Da wäre eine kleine Split-Klimaanlage mit Heizfunktion oder ein elektrischer Infrarotheizer fürs Gartenhaus in vielen Fällen die wirtschaftlichere Lösung, gerade für Räume die nicht dauerhaft beheizt werden.

Zum eigentlichen Hydraulikthema: Die anderen haben das technisch korrekt beschrieben. Heizkreisverteiler hinter dem Puffer, je Kreis eine Pumpe und ein Mischventil. Ich hab bei Installateuren schon erlebt dass die das manchmal vereinfachen wollen und zwei Kreise zusammenlegen – das rächt sich dann meistens im Betrieb. Lieber einmal sauber machen. Lass dir vom Heizungsbauer auch einen Hydraulikschaltplan zeigen bevor der anfängt, dann siehst du sofort ob er weiß was er tut.


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