Hallo zusammen,
ich beschäftige mich gerade mit der Auswahl einer neuen Luft-Wasser-Wärmepumpe für unser Einfamilienhaus (ca. 15 kW Heizlast). Ein Angebot für eine 15kW-Anlage zeigt im Datenblatt einen COP von 6,5 bei A7/W35. Das kommt mir extrem hoch vor - ich dachte immer, dass Werte über 4-5 schon sehr gut sind.
Der Heizungsbauer schwärmt von der Effizienz und meint, das wären die neuesten Inverter-Technologien mit verbessertem Kältekreislauf. Da wir im Sommer eh über eine passive Kühlung nachdenken und die Vorlauftemperaturen dank Fußbodenheizung niedrig sind, würde A7/W35 durchaus unseren realen Bedingungen entsprechen.
Aber ist so ein COP-Wert überhaupt realistisch? Oder wird da vielleicht getrickst mit den Messbedingungen? Ich will nicht auf Marketing-Versprechen reinfallen, die sich dann im echten Betrieb als Luftschlösser erweisen.
Hat jemand Erfahrungen mit aktuellen Geräten in diesem Leistungsbereich? Worauf sollte ich bei den Datenblättern achten?
Moin,
ich bin da etwas skeptischer. 6,5 klingt nach Laborwerten unter Idealbedingungen. In der Praxis hab ich bei meinen Projekten selten COPs über 5 gesehen, selbst bei den neuesten Geräten.
Was mir wichtiger wäre: Lass dir die Jahresarbeitszahl (SCOP) zeigen und frag nach Referenzmessungen bei ähnlichen Objekten. Bei meinem eigenen PV-Projekt war die Realität auch deutlich ernüchternder als die Prospektwerte.
Frag den Installateur mal nach konkreten Verbrauchsdaten von bestehenden Anlagen. Wenn er ausweicht, wär ich vorsichtig.
Hi L.Fischer,
6,5 ist schon heftig, aber nicht unmöglich. Die neuen Geräte sind wirklich deutlich besser geworden. Wichtig ist aber: Schau dir an, nach welcher Norm gemessen wurde. EN14511 oder EN16147 sind Standard, aber manche Hersteller nehmen günstigere Bedingungen.
A7/W35 ist ein ziemlich optimaler Arbeitspunkt - draußen noch nicht zu kalt, Vorlauf schön niedrig. Da können moderne Inverter-WP durchaus solche Werte schaffen. Im echten Betrieb mit wechselnden Temperaturen wird's dann aber meist weniger.
Technisch ist das möglich, ja. Aber du musst die Randbedingungen beachten:
- Exakt 7°C Außentemperatur (nicht -7°C!)
- Konstante 35°C Vorlauftemperatur
- Optimaler Volumenstrom
- Keine Abtauzyklen
- Stationärer Betrieb ohne Takten
Das sind Laborbedingungen. In der Realität hast du Temperaturschwankungen, Anfahrverluste, Abtauverluste bei niedrigen Temperaturen etc.
Mein Tipp: Orientier dich eher an der SCOP-Angabe für die Klimazone. Und lass dir garantieren, dass die WP auch bei -10°C noch vernünftig läuft. Das ist wichtiger als ein Spitzenwert bei 7°C.