Hi zusammen,
ich stehe gerade vor der Frage welche Pufferspeichergröße ich für meine geplante Luft-Wasser-WP brauche. Überall liest man unterschiedliche Angaben und die Installateure werfen mit verschiedenen Zahlen um sich.
Meine Situation:
- EFH, Baujahr 2018, ca. 140qm Wohnfläche
- Heizlast laut Berechnung 8,5 kW bei -12°C
- Geplant ist eine 10 kW LWP (Inverter-Technik)
- FBH im EG, Heizkörper im OG (VL max. 45°C)
- Warmwasser über separaten Boiler
Jetzt will ich das mal selbst durchrechnen statt nur zu glauben was mir erzählt wird. Gibt es da eine vernünftige Faustformel oder Tabelle? Ich hab schon gehört "20-30 Liter pro kW Heizleistung" aber auch "mindestens 1000L für jeden Haushalt". Das ist ja schon ein riesen Unterschied!
Besonders interessiert mich: Macht es einen Unterschied ob die WP modulierend ist? Und wie wirkt sich das aus wenn ich im Sommer eventuell noch passive Kühlung machen will?
Würde mich über konkrete Rechenansätze freuen, nicht nur Pi-mal-Daumen-Schätzungen.
Gruß
Markus
Hi Markus,
bei inverter-gesteuerten WP ist die klassische "20L pro kW" Regel oft überholt. Ich rechne mittlerweile eher mit 10-15L pro kW Heizleistung, also bei dir ca. 100-150L. Das reicht völlig wenn die WP gut moduliert.
Wichtiger als die reine Größe ist meiner Erfahrung nach die Schichtung. Ein 200L Speicher mit guter Schichtung bringt oft mehr als ein 500L Speicher wo sich alles vermischt.
Für die Kühlung brauchst du eigentlich keinen größeren Puffer, da läuft die WP ja kontinuierlich durch. Bei Split vs Monoblock hatte ich auch schon mal geschrieben - für den Sommer ist das Takten eh weniger das Problem.
Mein Tipp: Erstmal mit 200L kalkulieren und schauen was der Heizungsbauer dazu sagt.
Hallo,
noch eine andere Sichtweise: Bei Inverter-WP ist weniger oft mehr. Die Geräte laufen heute so modulierend, dass große Pufferspeicher teilweise sogar kontraproduktiv sind - sie verschlechtern die Effizienz durch zusätzliche Verluste.
Meine Empfehlung für Ihre Konstellation: 150-200L reichen völlig aus. Wichtiger sind:
1. Korrekte hydraulische Einbindung mit Rücklaufanhebung
2. Gute Regelungstechnik die WP und Puffer optimal abstimmt
3. Ausreichend dimensionierte Umwälzpumpen
Die 1000L-Empfehlung stammt noch aus Zeiten der alten Ein/Aus-Wärmepumpen. Bei modernen Geräten ist das überdimensioniert und teuer.
Falls Sie unsicher sind: Beginnen Sie mit einem kleineren Speicher. Nachrüsten geht immer, aber einen zu großen Speicher werden Sie nicht mehr los.
Servus Markus,
also die pauschalen Faustformeln sind meistens Quatsch, weil sie die individuelle Situation nicht berücksichtigen. Bei dir mit FBH und niedrigen Vorlauftemperaturen ist das nochmal anders als bei reiner Heizkörperheizung.
Ich würde dir empfehlen, das über die Speicherfähigkeit zu rechnen:
- Temperaturspreizung im Puffer (z.B. 15K zwischen "leer" und "voll")
- Gewünschte Überbrückungszeit ohne WP-Lauf (z.B. 1-2h)
- Dann kannst du ausrechnen: Benötigte kWh = Heizlast × Stunden
Bei 8,5 kW Heizlast und 2h Überbrückung wären das 17 kWh. Mit 15K Spreizung brauchst du dann etwa 1400L Speicher. Das ist aber sehr konservativ gerechnet.
Für passive Kühlung ist der Puffer eher egal, da geht's mehr um die Träge der Gebäudemasse.