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Bestehende WP nachrüsten: SG-Ready-Schnittstelle nachrüsten möglich?

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L.Weber60
Beiträge: 42
Themenstarter
(@l-weber60)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten
[#96]

Hallo zusammen,

wir haben im Haus seit 2019 eine Luft-Wasser-Wärmepumpe von Viessmann laufen, damals ohne jegliche PV-Anlage angeschafft. Diesen Sommer haben wir jetzt endlich eine 10 kWp Anlage aufs Dach bekommen, der Elektriker war letzte Woche fertig. Jetzt sitze ich vor dem Problem, dass mir der Installateur der Wärmepumpe seinerzeit gar nichts von SG-Ready erzählt hat und ich nicht mal weiß ob meine Anlage überhaupt eine solche Schnittstelle hat.

Im Handbuch der Vitocal 200-A steht zwar irgendwo was von einem potentialfreien Eingang, aber ich verstehe ehrlich gesagt nicht was ich damit anfangen soll. Der Sinn wäre ja, dass die WP automatisch mehr läuft wenn die PV gerade viel produziert, also vor allem mittags wenn wir sowieso im Urlaub sind oder tagsüber niemand zu Hause ist.

Meine Fragen:
1. Kann man eine solche Schnittstelle bei einer bestehenden Anlage noch aktivieren, oder muss da jemand vom Fachbetrieb ran?
2. Was brauche ich auf der PV-Seite damit das funktioniert – reicht da der Wechselrichter alleine oder braucht man zusätzliche Hardware?
3. Lohnt sich das überhaupt noch, jetzt wo wir fast nur noch Warmwasser und wenig Heizung im Sommer brauchen?

Wir sind Mitte 60, mein Mann kümmert sich eigentlich um den technischen Kram, aber er ist gerade für drei Wochen bei den Enkeln. Ich versuche das so gut wie möglich selbst zu verstehen bevor ich einen Fachmann beauftrage.

Vielen Dank schon mal!


2 Antworten
Bernd_81
Beiträge: 57
(@bernd_81)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Hallo L.Weber60,

der potentialfreie Eingang den du im Handbuch findest ist tatsächlich meistens schon die SG-Ready-Schnittstelle – das ist bei Viessmann oft so verbaut aber halt nicht aktiviert oder verkabelt. Ob deine Vitocal 200-A das vollständig unterstützt müsste man am Typenschild oder über die genaue Seriennummer prüfen, da gibt's Unterschiede je nach Baujahr.

Grundsätzlich funktioniert das so: Dein Wechselrichter (oder ein separates Energiemanagementsystem) schließt bei PV-Überschuss diesen Eingang kurz, und die WP wechselt dann automatisch in einen "Komfortmodus" mit erhöhten Sollwerten. Das ist keine Raketenwissenschaft, aber die Verkabelung und Konfiguration sollte wirklich jemand machen der Ahnung hat – nicht wegen der Komplexität, sondern weil man an der Steuereinheit der WP arbeiten muss.

Zur dritten Frage: Im Sommer lohnt sich das vor allem für die Warmwasserbereitung. Die WP schiebt dann mittags das Warmwasser auf 55-60°C hoch wenn die PV liefert, und abends ist der Speicher voll ohne Netzstrom zu verbrauchen. Ich hab mich da selbst mal eingelesen als ich über Split-Wärmepumpen nachgedacht hab, siehe auch Split-Wärmepumpe: Lohnt sich der Aufwand für Privatbesitzer wirklich? – da werden ähnliche Grundfragen diskutiert.

Kurz: Lass das von einem Fachbetrieb prüfen, aber die Grundvoraussetzungen klingen gut.


Antwort
R.Hoffmann80
Beiträge: 10
(@r-hoffmann80)
Active Member
Beigetreten: Vor 4 Wochen

Ich seh das etwas anders als Bernd – also nicht grundsätzlich, aber ich würde nicht zu viel Aufwand reinstecken bevor du nicht weißt ob dein Wechselrichter überhaupt eine SG-Ready-Ausgangssteuerung mitbringt. Viele günstigen Modele haben das nicht out of the box, da braucht man dann noch nen externen Energie-Manager (z.B. von SMA, Fronius oder sowas wie ein Shelly-basiertes DIY-Setup). Das kann nochmal 200-500€ extra kosten je nachdem was du willst.

Für reine Warmwasserbereitung im Sommer ist das aber definitiv sinnvoll, da gebe ich Bernd recht.


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