Hallo zusammen,
ich plane den Einbau einer Sole-Wasser-Wärmepumpe für mein Einfamilienhaus und möchte jetzt eine realistische Amortisationsrechnung machen. Als Ingenieur bin ich gewöhnt, systematisch vorzugehen, aber bei der WP-Wirtschaftlichkeit bin ich unsicher, welche Kostenblöcke ich wirklich berücksichtigen muss.
Bisher habe ich für meine Kalkulation:
- Investitionskosten (Gerät + Bohrung für die Sonden)
- Jahresstromkosten basierend auf meinem Wärmebedarf
- BAFA-Förderung (muss ich mich da beeilen im Juli?)
- Einsparung gegenüber meiner alten Ölheizung
Aber: Soll ich auch Wartungskosten, Versicherung oder Strompreisanpassungen über die Jahre einrechnen? Manche sagen, ich müsse auch mit Reparaturen rechnen, andere meinen, das sei noch zu früh. Und wie berücksichtige ich unterschiedliche Strompreisprognosen seriös, ohne zu spekulieren?
Gibt es hier ein bewährtes Vorgehen oder Faustregel, die ich nutzen kann? Dankbar für konkrete Tipps!
Stefan, gute Frage. Das Wichtigste ist, dass du konsistent rechnest – also nicht mal vorsichtig, mal optimistisch.
Zu deinem Punkte-Check:
- **Investition & Förderung**: Korrekt. Bei BAFA nicht zu lange warten, die Konditionen ändern sich.
- **Stromkosten**: Nutze deinen tatsächlichen Jahreswärmebedarf (nicht Normklima), multipliziere mit geplanter JAZ. Bei Erdwärme erwarte 4,5–5,2 JAZ, je nach Sanierungsstand.
- **Ölheizung**: Berücksichtige auch Ölpreis-Ersparnis und Schornsteinfegerkontrolle (fällt weg).
- **Wartung**: Pauschal 100–150 €/Jahr, später etwas höher. Das läppert sich.
- **Reparaturen**: Nach 10–15 Jahren mit kleinen Wartungen rechnen. Im ersten Jahrzehnt meist unbedeutend.
- **Strompreis**: Nicht spekulieren. Nimm 45–50 Cent/kWh als realistisches Mittel der nächsten 20 Jahre. Zu aggressive Szenarien verwirren nur.
Die Amortisationszeit liegt bei Erdwärme typisch zwischen 10–15 Jahren. Hast du deinen Sanierungsstand geklärt?