Hallo zusammen,
ich bin gerade in einer interessanten Situation: Ein Bekannter von mir besitzt ein älteres Mehrfamilienhaus (4 Wohnungen, Baujahr 1985) und überlegt ernsthaft, die alte Gasheizung gegen eine Wärmepumpe zu tauschen. Die Heizanlage ist noch funktionsfähig, aber die Effizienz ist miserabel.
Jetzt die Kernfrage: Wie kann man einem Vermieter die Wirtschaftlichkeit einer Wärmepumpe plausibel machen, wenn die Investitionskosten extrem hoch sind und der Vermieter die Nebenkosten nicht vollständig auf die Mieter umlegen darf?
Ich kenne aus meinen 5 Jahren Hybrid-Wärmepumpen-Erfahrung die technischen Vorteile und die Amortisationsmodelle für Eigennutzer. Aber bei Mietobjekten scheint mir die Rechnung eine ganz andere zu sein: Man kann nicht einfach sagen "in 12 Jahren hat sich das bezahlt", wenn der Vermieter nur einen Teil der eingesparten Energiekosten weitergeben darf und die Renovierungsumlage begrenzt ist.
Wie würdet ihr das kalkulieren? Gibt es da Faustregel oder Orientierungspunkte für Vermieter, ab wann eine WP wirtschaftlich sinnvoll ist? Spielt die Lage (Nord- vs. Südeuropa) dabei eine Rolle?
Da hast du einen wichtigen Punkt angesprochen. Bei meiner Hybrid-WP für das Einfamilienhaus konnte ich mich darauf konzentrieren, die Gesamtersparnis zu maximieren. Bei Mietobjekten ist die Logik völlig anders.
Entscheidend ist: Der Vermieter darf in Deutschland etwa 8% der Sanierungskosten pro Jahr auf die Kaltmiete umlegen. Bei einer 80.000€-Investition wären das ca. 6,40€ pro Monat und Wohnung. Gleichzeitig fallen aber die Heizkosten – die der Vermieter trägt oder die Mieter sparen. Ohne Fernwärmeanschluss oder sehr alte Anlage wird es eng.
Mein Tipp: Den Break-Even nicht nach klassischer Amortisationszeit, sondern nach der Quote "monatliche Umlage vs. gesparte Heizkosten" rechnen. Wenn die Kostenersparnis die Umlage übersteigt, ist es für den Mieter attraktiv – und damit auch für den Vermieter verkäuflich.
Wie alt ist die Heizanlage denn genau bei deinem Bekannten?