Hallo zusammen, ich plane gerade eine Wasser-Wasser-WP für ein Einfamilienhaus aus den 70ern einzubauen. Das Grundstück hat gute Voraussetzungen – Schicht liegt auf etwa 8-10m, Nachbargrundstücke sind ausreichend weit weg. Meine Frage: Macht es Sinn, die Brunnenbohrung jetzt im August zu machen, oder sollte ich bis zum Herbst/Frühjahr warten?
Ich frage, weil ich in meinen 8 Jahren viel von Schichtenwechsel und Wasserspiegelschwankungen gehört habe, bin mir aber unsicher, wie kritisch das für die Erschließung wirklich ist. Der Auftraggeber möchte gerne noch diesen Sommer fertig werden, aber ich will ungerne später Probleme mit der Förderleistung haben.
Hat jemand Erfahrung, wie sich der aktuelle Wasserspiegel auf die Brunnenauslegung auswirkt? Brauche ich im Sommer andere Messwerte als im Winter? Gibt es Dinge, die ich jetzt bereits vor der Bohrung prüfen sollte?
Gute Frage. Der Wasserspiegel im August ist tatsächlich oft niedriger als in den Wintermonaten – kann je nach Region 50cm bis über 1m Unterschied sein. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass du warten musst.
Wichtig ist: Führe die Wasserspiegelmessungen über mehrere Tage durch, nicht nur einmalig. Und vor allem: Mach eine ordentliche Pumpprobe mit beiden Brunnen (Förder- und Schluckbrunnen), wenn vorhanden. Damit siehst du, ob die geplante Förderleistung auch unter ungünstigen Bedingungen stabil läuft.
Bei Altbauten sehe ich oft, dass die Heizlastberechnung nicht stimmt – viele Fachbetriebe unterschätzen die nötige Förderleistung. Berechnet ihr die Last für den Altbau korrekt? Das ist oft der Knackpunkt, nicht die Jahreszeit. Im August seid ihr zeitlich noch entspannt, das Wasser ist warm – ideal für Tests.
Mein Rat: Bohren und testen jetzt, dann habt ihr die nächsten Monate Daten für die Anlagenabstimmung.